Parkleitsystem soll Suchverkehr in Murnau effizient und gezielt lenken

Murnauer Bucht mit parkendem Auto im Hintergrund.
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Bei schönem Wetter und an Wochenenden ist der Parkplatz an der Murnauer Bucht schnell voll. Damit Autofahrer dann nicht noch nach Lücken suchen, verweist derzeit ein laminierter Zettel auf alternative Parkmöglichkeiten. Sollte das Parkleitsystem realisiert werden, dürften solche Provisorien überflüssig werden.

Murnau – Sicherlich wird das Bild voller Parkplätze ein gewohntes bleiben, erst recht, wenn die Bewerbung des Landkreises Garmisch-Partenkirchen um das Unesco-Weltkulturerbe-Label Erfolg haben sollte. In Murnau brummt es schon jetzt – und wird es künftig wohl auch. Vor allem am Wochenende. Überall rollen Autos mit Ausflüglern über den Asphalt. Ein Parkleitsystem soll nun aber zumindest den Parksuchverkehr eindämmen.

Wer nicht weit reisen kann, der wendet seinen Blick auf die nähere Umgebung und steuert seinen Wagen in Richtung Süden. Seit der Corona-Pandemie scheint der Andrang der Tagestouristen in und nach Murnau zugenommen zu haben. Umso wichtiger scheint es nun, einen lange thematisierten Vorsatz endlich in die Tat umzusetzen: Ein Parkleitsystem für die Marktgemeinde. „Im Corona-Jahr hat sich wieder gezeigt, wie notwendig das ist“, meint Philipp Zehnder, Umwelt- und Mobilitätsbeauftragter des Marktes Murnau, in der jüngsten Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses. Insbesondere an beliebten Plätzen am Staffelsee oder im Ortszentrum sei der Parksuchverkehr hoch. Da helfen Parkhinweise oft nicht viel. Am Parkplatz an der Murnauer Bucht flattern derzeit sogar laminierte Zettel, auf denen alternative Parkmöglichkeiten aufgezeigt werden, sollte der Kiesplatz brechend und blechern voll sein. Doch so richtig viel Aufmerksamkeit dürfte der unscheinbare Hinweis nicht wirklich erhalten. Mit einem Parkleitsystem wolle man nun den Parksuchverkehr „effizienter abwickeln“ und auch „steuern“, erklärt Zehnder. Dynamische Anzeigetafeln sollen dann deutlich machen, wo sich die Parkplatzsuche noch lohnt – und wo eben nicht. Aufgeführte Alternativen könnten Autofahrer dann gezielt auf freie Flächen führen. Dafür sollen zunächst die „wichtigsten Parkplätze“, so Zehnder, mit Sensoren und Anzeigern ausgestattet werden, ehe die restlichen Parkmöglichkeiten folgen.

„Ein sehr wichtiges Thema“, sagt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und spricht von einer Belastung Murnaus durch den Parksuchverkehr, insbesondere am Staffelsee und am Froschsee sowie rund ums Moos. Der Kostenaufwand für ein Parkleitsystem sei aber „nicht ganz unerheblich“, fügt er an. Und ja, günstig dürfte eine Realisierung nicht werden. Kosten von bis zu einer halben Millionen Euro für das gesamte Projekt stehen im Raum, wovon die Planung in der ersten Phase knapp 4 800 Euro einnimmt. Jedoch ist auch von einer Förderung des Parkleitsystems mit bis zu 60 Prozent die Rede.

Welf Probst (FWG) scheint es kaum erwarten zu können, das System realisiert zu sehen. „Es war schon ein Wunsch vieler Gemeinderäte vor uns“, sagt der Verkehrsreferent. Auch hoffe er, mit dem Projekt den Murnauern zu zeigen, dass „wir was machen“. Was die Kosten betrifft, wirkt Probst gelassen: „Doch nicht so viel, wie wir erst gedacht haben“.

Ein Parkleitsystem begrüßt auch Veronika Jones (Grüne), jedoch hofft sie, dass der Verkehr im Zentrum generell abnimmt. Früher habe es schon die Diskussion gegeben, dass man keinen Parkplatz im Innenraum streichen könne, sagt sie. Dabei wäre das in den Augen der Grünen gar nicht so schlimm, sei Murnau doch sehr „fußläufig“ und man sei an vielen Orten binnen weniger Minuten im Markt.

Das Auto möchte Probst derweil „nicht verteufeln“, schließlich soll das Zentrum, in dem sich etwa die Verwaltung, das Schlossmuseum und die Kirche befinden, erreichbar bleiben. „Lassen wir die Kirche im Dorf“, sagt Probst, dem es nun wichtig ist, rasch zu agieren und „einen Schnellschuss“ zu wagen. Eilig hat es auch Phillip Zoepf. „Wir sollten sofort damit anfangen“, findet der Fraktionssprecher von Mehr Bewegen. Immerhin habe man die vergangenen Jahre immer wieder über dieses Thema gesprochen, auch wenn es nicht Gegenstand der Tagesordnung gewesen sei. Und auch Rudolf Utzschneider (CSU) bittet seine Ausschusskollegen darum, „nun planen zu lassen“. Und auch wenn er das Wörtchen „endlich“ nicht ausspricht, so schwingt es doch in seiner Aussage mit.

Letztlich stimmt der Ausschuss geschlossen für die Einführung eines Parkleitsystems. Die Planung soll von der Firma MWG durchgeführt werden. Bereits in diesem Jahr soll eine Installation als Zwischenlösung anvisiert werden.

Von Antonia Reindl

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