Peißenberger Marktrat Haseidl fordert Bahnschranke für Übergang an Forster Straße

"Vehement Druck machen"

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Der Bahnübergang an der Forster Straße.

Peißenberg – Ein unbeschrankter Bahnübergang an einer vielbefahrenen Kreisstraße – das ist eigentlich nicht vorstellbar, doch an der Forster Straße in Peißenberg ist selbiges Realität.

Erst Ende September kollidierte an der Stelle ein Auto mit einem Triebwagen der Bayerischen Regiobahn. Im Zuge des Unfalls wurde der 63-jährige Pkw-Lenker, der den Übergang trotz des roten Blinklichts überfahren hatte, schwer verletzt. Nicht der erste Unfall an besagtem Bahnübergang. Für Werner Haseidl ist das alles kein Zufall, sondern vielmehr eine logische Folge: „Unbeschrankte Bahnübergänge sind sehr gefährlich“, stellte der Marktrat von CSU/Parteilose in der jüngsten Gremiumssitzung fest: „Wer weiß, wann der nächste Unfall passiert…“ Vor allem für Verkehrsteilnehmer, die den Übergang häufig nutzen, würde sich ein gewisser Gewöhnungseffekt einstellen. „Ich wohne selber an der Forster Straße. Auch ich frage mich manchmal, ob jetzt rot war oder nicht“, berichtete Haseidl.

In den Wintermonaten würde zudem die tief stehende Sonne für schlechte Sichtverhältnisse auf die Blinktafel sorgen. Außerdem sei die Bahnstrecke im Bereich des Übergangs – zumindest was den Zugverkehr in Richtung Weilheim anbelangt – für den Straßenverkehr so gut wie gar nicht einsehbar. Laut Haseidl müsse deshalb „vehement Druck“ auf die Bahn gemacht werden, damit der stark frequentierte Bahnübergang endlich beschrankt werde.

Im Kreistag hat die Fraktion Bündnis 90/Grüne kürzlich einen Antrag eingebracht, wonach an der Forster Straße (Weilheim 13 Richtung Schlagberg) „schnellstmöglich“ eine Bahnschranke installiert oder eine Unterführung gebaut werden soll. Behandelt wurde der Antrag von den Kreisräten noch nicht.

Und was tut die Gemeinde? Bürgermeisterin Manuela Vanni erklärte im Marktrat, dass die Kommune bezüglich der Ausstattung des Bahnübergangs keinerlei Forderungen geltend machen könne. Die Bahnstrecke falle in den Zuständigkeitsbereich der Deutschen Bahn und für die Kreisstraße sei der Landkreis verantwortlich. Der Gemeinde seien letztlich die Hände gebunden, sie könne nur auf die gefährliche Situation am Bahnübergang aufmerksam machen – was im Übrigen längst geschehen sei.

„Wir können nur Druck machen – mehr nicht“, zeigte sich Vanni im Marktrat eher pessimistisch. Die Bahn plane zwar 2019 eine technische Modernisierung der Pfaffenwinkelbahn – allerdings würden dabei am Bahnübergang an der Forster Straße lediglich neue Signale eingebaut. Vannis Prognose: „Wir werden es nicht ändern können.“

Haseidl hingegen will nun auf privater Schiene bei der Bahn intervenieren – unter anderem mit einer Auflistung von Unfällen an unbeschrankten Bahnübergängen auf der Strecke der Pfaffenwinkelbahn.

Von Bernhard Jepsen

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