Peißenberg hat nichts zu verschenken

Schwierige Haushaltsjahre sind in der Marktgemeinde nichts Neues. Die kommenden Finanzperioden dürften aber besonders hart werden. Nicht weniger als 30 Mio. Euro sind für diverse Sanierungsmaßnahmen einkalkuliert. Als Konsequenz kündigte Manuela Vanni in der Bürgerversammlung eine „erhebliche Neuverschuldung“ und einen „rigiden Sparkurs“ an.

„Wir werden keine Geschenke mehr verteilen können. Das müssen sie wissen, das müssen aber auch die Vereine und Verbände wissen“, sagte die Bürgermeisterin vor rund 200 Besuchern in der Tiefstollenhalle. Im Einklang mit Landrat Dr. Friedrich Zeller, der dem Auditorium angesichts der wirt- schaftlichen Entwicklung deutlich sinkende Steuereinnahmen für die Kommunen vorhersagte, zeichnete Vanni ein düsteres Zukunftsbild: „Wenn wir eine Rezession bekommen – und ich bin mir sicher, dass eine kommt – dann wird sie schlimmer, als wir uns das vorstellen können.“ Trotzdem soll in den nächsten Jahren ein gewaltiges Instandsetzungsprogramm abgearbeitet werden. Vanni nannte unter anderem die Sanierung von Schulen, die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, den Bau von drei größeren Hochwasserauffangbecken, die Erschließung eines Gewerbegebiets an der Umgehung und die Freibadrenovierung, für die es aber noch kein fertiges Planungskonzept gebe. Die Fülle der Maßnahmen veranlasste die neue Rathauschefin zu Kritik: „Es wurde zuletzt wenig saniert und für Instandhaltung getan. Das rächt sich in den nächsten Jahren“, erklärte Vanni, die zumindest hinsichtlich der fraglichen Bezuschussung für die Sanierung der Glückauf-Turnhalle Entwarnung geben konnte: „Wir haben den Nachweis der ordnungsgemäßen Wartung erbracht.“ Neben ihrem ausführlichen Haus- haltsbericht sprach Vanni über die Arbeit im neuen Gemeinderat – „Es ist ganz hervorragend, wenn es keine absolute Mehrheit gibt“ -, über den großen Bedarf an Schulsozialarbeit – „Viele Kinder lernen kaum noch soziales Verhalten im Elternhaus“ -, über den neuen Werkleiter Uwe Horn – „Ihm ist die Eigenständigkeit der Werke wichtig“ - sowie über die Geothermie, die entgegen anders lautender Gerüchte „noch nicht gestorben“ sei. Vanni ist überzeugt davon, dass regenerative Energiequellen ein entscheidender „Wettbewerbsvorteil“ für die Gemeinde sein können. Die Ergebnisse des letzten Gutachtens, das einen zu geringen Wasserfluss fest- stellte, sollen deshalb noch einmal gründlich überprüft werden. Drei In- vestoren, so Vanni, seien bereits in ihrem Büro gesessen und hätten ihr Interesse bekundet. „Bei 35 Millionen Euro würde sich die Geothermie in 17 Jahren amortisiert haben“, rechnete die Bürgermeisterin vor. Wichtig sei, dass der Finanzpartner das Geld nur leihe und nicht über den Preis mitverdiene. Bleibt jedoch das Problem mit den Schürfrechten, die zur Hälfte dem Energiekonzern EON gehören. Vanni: „Wir müssen nach Möglichkeiten suchen, den Claim für uns alleine zu bekommen“.

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