43-jähriger Elektro-Ingenieur zum neuen Vorsitzenden der Peißenberger CSU gewählt

Wurzinger ersetzt Hosse

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Eingerahmt von den Kandidaten für die Bundes- und Landtagswahlen ist der neue CSU-Ortsvorstand (v.l.): Peter Ostenrieder, Stefan Barnsteiner (Beisitzer), Helmut Bittner (Kassier), Marianne Echinger (Beisitzerin), Walter Wurzinger, Yvonne Haumann (Schriftführerin), Michael Hosse (Beisitzer), Martin Dittrich (stellvertretender Ortsvorsitzender), Harald Kühn und Alexander Dobrindt. Im Bildvordergrund Josef Willberger und Rudolf Klattig, die für 40 Jahre CSU-Mitgliedschaft geehrt wurden.

Peißenberg – „Der Vorstand beschäftigt sich bereits intensiv mit der Kommunalwahl, auch wenn bislang noch nicht viel nach außen getragen wurde“, verriet Michael Hosse bei der Jahresversammlung des CSU-Ortsverbands in seinem „Arbeitsbericht“.

Ob sich der Vermessungsingenieur, der in der Vergangenheit des Öfteren Ambitionen auf den Chefsessel im Rathaus geäußert hatte, noch intensiv und an vorderster Front am bevorstehenden Wahlkampf beteiligen wird, ist jedoch mehr als fraglich. Nach nur zwei Amtsjahren kandidierte Hosse bei den Neuwahlen nicht mehr für den Posten des Ortsverbandsvorsitzenden. Als neuer CSU-Chef erhielt stattdessen Walter Wurzinger das Vertrauen ausgesprochen – womit sehr wahrscheinlich auch die Karten bezüglich der CSU-Kandidatenkür für die Bürgermeisterwahl neu gemischt werden dürften. 

Hosse, der parteiintern nicht unumstritten war, gab in seiner „Abschiedsrede“ ausschließlich berufliche Gründe für seinen Rückzug an: „Ich bin inzwischen mehr unterwegs als zu Hause. Es macht einfach keinen Sinn mehr.“ Der Führungswechsel ging letztlich reibungslos über die Bühne. Wurzinger, der erst vor zwei Jahren in die CSU eingetreten ist, erhielt von den 32 anwesenden Parteimitgliedern ein einstimmiges Votum. Hinter den Kulissen ist es im Vorfeld der Versammlung allerdings zu Unstimmigkeiten gekommen. Manfred Fiebig hatte sich in einem Brief an die Mitglieder um den Ortsvorsitz beworben – aber offensichtlich nicht die gewünschte Resonanz erhalten. Der Gewerbevereins-chef verzichtete in der Versammlung auf eine Kandidatur: „Ich möchte keine Kampfabstimmung. Nur eine starke CSU kann Visionen für Peißenberg erarbeiten“, erklärte Fiebig, der sich nun in anderer Funktion einbringen will: So soll in Peißenberg bald ein Ortsverein der Mittelstandsunion aus der Taufe gehoben werden. 

Wurzinger hingegen wird mit einem relativ jungen Führungsteam den von der Altersstruktur her jedoch in die Jahre gekommenen CSU-Ortsverband (nur acht von insgesamt 78 Mitgliedern sind unter 35 Jahren) auf den Wahlkampf vorbereiten. Der 43-jährige Elektroingenieur setzt dabei vor allem auf Bürgernähe: Unter dem Motto „Wir in Peißenberg“ soll eine Umfrage Meinungen und Wünsche in der Bevölkerung ausloten. Wie Wurzinger betonte, habe er sich nur kurze Bedenkzeit erbeten, als ihm das Amt des Ortsvorsitzenden angeboten wurde: „Mir liegt etwas an Peißenberg. Und man kann nicht nur meckern, sondern muss sich auch beteiligen.“ Ob er auch als CSU-Spitzenkandidat in den Wahlkampf ziehen wird, darüber hält sich der neue CSU-Chef allerdings noch bedeckt: „Dazu gibt es keine Aussage“, so Wurzinger, „vor September wird da nichts entschieden.“

Von Bernhard Jepsen

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