Ein neues Refugium für Insekten

Peißenberger Ehepaar pflanzt 2 000 m² Hecke

Michael und Karin Sendl, Gemeinderätin Annette Daiber, Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski (Direktkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen) und dem Landtagsabgeordneten Andreas Krahl bei einer Begehung der neuen Hecke.
+
V.re: Michael und Karin Sendl erklärten der Gemeinderätin Annette Daiber, Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski (Direktkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen) und dem Landtagsabgeordneten Andreas Krahl bei einer Begehung, wie ihre neue Hecke angepflanzt wurde.
  • Ursula Gallmetzer
    vonUrsula Gallmetzer
    schließen

Peißenberg – Zwei Jahre ist es her, dass das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ Fahrt aufnahm. Einige kleine Schritte wurden inzwischen umgesetzt, viele Regelungen stehen weiterhin auf der Warteliste. Vor allem Privatleute tragen derzeit dazu bei, dass kleine Projekte schnell umgesetzt werden. Eines wurde kürzlich in Peißenberg realisiert.

Karin Sendl hatte bereits länger die Idee, durch eine Hecke für Artenvielfalt auf der Viehweide neben ihrem Hof zu sorgen. „Ich war der, der gezögert hat“, gesteht Michael Sendl. Gemeinsam fasste das Ehepaar, das in Peißenberg einen Biohof sowie einen Biosupermarkt in Weilheim betreibt, im Februar dann aber den Entschluss, das Vorhaben anzupacken.

Zusammen mit der Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege Heike Grosser wurde nach Fördermöglichkeiten gesucht und schließlich war ein passendes Förderprogramm gefunden. 75 Prozent der Kosten für die etwa 21000 Euro teure Hecke werden die Sendls demnächst zurückbekommen, da sie sich an alle Bedingungen gehalten haben.

Die regelkonforme Auswahl der passenden Pflanzen war jedoch nicht so einfach wie zunächst erwartet. Nur autochthone Sorten, also solche, die in dem Gebiet auch wirklich heimisch sind, sind laut der Förderrichtlinien erlaubt. Dies schränkte die Auswahl deutlich ein. Gemeinsam mit dem Naturgartenbauer Martin Schröferl gelang es jedoch, eine abwechslungsreiche Bepflanzung zu finden. Als schließlich genug passende Bäumchen und Sträucher beschafft werden konnten, wurde die Hecke innerhalb von zwei Tagen angelegt. Dies war nur durch die Unterstützung vieler Profis zu stemmen. Gerne hätten die Sendls auch zahlreiche freiwillige Helfer aus der Belegschaft und dem Freundeskreis eingesetzt. Doch die derzeitigen Beschränkungen ließen sie dieses Vorhaben verwerfen.

Das ideale Zuhause für Tiere

Mit dem Ergebnis sind die Sendls zufrieden. „Das hier ist ein Buckel, der ziemlich windig ist“, erklärt Michael Sendl. „Der Windschutz ist eine tolle Angelegenheit“, freut er sich schon auf die Zeit, wenn die Gehölze größer sind. Durch den Windschutz wachse das Gras vor der Hecke sogar besser, was die bepflanzte Fläche wieder ausgleiche. Seine Frau kann es kaum erwarten, dass sich möglichst viele Tierarten ansiedeln: „Die Hecke soll ein Schutz sein für Insekten, Vögel, Hasen, Igel oder später auch Wild.“

Bei den über 40 verschiedenen Pflanzenarten – darunter Holunder, Hagebutte, verschiedene Birnen, Weißdorn, Eberesche sowie eine Eiche und ein Ahorn – sollte dieses Vorhaben klappen. Um die Sträucher und Bäume wurden verschiedene Saatmischungen von Wildblumen ausgebracht, um möglichst vielen verschiedenen Insekten Nahrung zu bieten. Zunächst muss der 200 Meter lange und zehn Meter breite Streifen jetzt aber gehegt und gepflegt werden.

Drei Vertretern von Bündnis 90/Die Grünen zeigten die Sendls ihre Hecke kürzlich. Der Landtagsabgeordnete Andreas Krahl lobte den Einsatz, bedauerte jedoch, dass derzeit noch zu wenig passiere in Sachen Artenschutz. „Auf staatlichen Flächen muss es umsetzbar sein“, forderte der Murnauer. Auch Parteikollegin Annette Daiber ist dieser Meinung. Als Gemeinderätin sei sie in ständigem Kontakt mit den Zuständigen, um in Peißenberg gemeindeeigene Flächen in Hecken zu verwandeln. „Es ist nicht so leicht umzusetzen und gibt viele Hindernisse“, berichtete sie über ihre derzeitigen Erfahrungen. Nahe der Roßlaich-Brücke werde demnächst eine Hecke erweitert, dennoch sei dies noch zu wenig.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Stadt Weilheim informiert zur Bedarfsplanung bei Kitas
Stadt Weilheim informiert zur Bedarfsplanung bei Kitas
Tödlicher Unfall in Bernried auf regennasser Fahrbahn
Tödlicher Unfall in Bernried auf regennasser Fahrbahn
Neues Corona-Schnelltestzentrum in Oderding
Neues Corona-Schnelltestzentrum in Oderding
Neues Impfzentrum in Penzberg ‒ Schnelltests in der Stadthalle
Neues Impfzentrum in Penzberg ‒ Schnelltests in der Stadthalle

Kommentare