Peißenberger Gemeindewerke gründen mit Kooperationspartner ENB neue Gasnetz-Gesellschaft

Man kann damit Geld verdienen

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Erklärten bei einem Pressegespräch, wie die neue „Peißenberger Gasnetz GmbH“ organisatorisch aufgebaut ist: V.li. Richard Krüger, stellvertretender KU-Chef, Reinhard Otto, Ingrid Haberl und Peter Reinermann, stellvertretender ENB-Betriebsleiter für den Raum Weilheim.

Peißenberg – Die Peißenberger Gemeindewerke haben ein neues Geschäftsfeld erschlossen: Mit Wirkung zum Jahreswechsel hat die „Peißenberger Gasnetz GmbH“ ihren Betrieb aufgenommen. Der neu gegründeten Gesellschaft, an der die Werke zu 50 Prozent beteiligt sind, wurde das örtliche Gasnetz übertragen. Kooperationspartner ist der bisherige alleinige Konzessionsnehmer, die „Energienetze Bayern GmbH & Co. KG“ (ENB).

In das Gasgeschäft einzusteigen, das hatten die Gemeindewerke schon seit längerer Zeit auf dem Schirm. Die Chefin des Kommunalunternehmens (KU), Ingrid Haberl, spricht von einem „klassischen Geschäftsfeld“ und einem zusätzlichen kommerziellen Standbein für die Werke: „Man kann damit Geld verdienen.“ Und: „Wir schauen jetzt nicht nur zu, sondern können den Ausbau des Gasnetzes und der technischen Anschlüsse aktiv mitgestalten.“

2016 hatte sich das KU um die Konzession für den Netzbetrieb beworben – ebenso wie die ENB, die ihr Engagement fortsetzen wollte. Anfang 2017 trafen sich die beiden Interessenten zu ersten gemeinsamen Gesprächen. Der Hintergrund: Es sollte ausgelotet werden, ob nicht eine Kooperation zwischen den Werken und der ENB möglich sei. Den Werken fehlte in puncto „Gasnetzbetrieb“ das technische Know-how und die ENB musste befürchten, ganz aus dem Peißenberger Geschäft gekegelt zu werden. Die neuerliche Konzessionsvergabe erfolgte nämlich durch die Marktgemeinde, die natürlich zuallererst die Werke als ihr 100-prozentiges Tochterunternehmen im Fokus hatte. Dem Trend der Rekommunalisierung von Versorgungsnetzen versucht man bei der ENB eben durch Partnerschaften abzufedern: „Natürlich gibt es für uns ein weinendes Auge“, räumt Reinhard Otto, bei der ENB zuständig für Netzvertrieb und Steuerung, ein. Allerdings: „Wir geben eine Hälfte ab, um die andere zu behalten.“ Otto sieht in der Verbindung mit den Gemeindewerken und deren Kundenreichweite zudem noch bessere Chancen, die Gasnetzinfrastruktur in Peißenberg auszubauen. Erdgas sei jedenfalls kein Auslaufmodell, sondern spiele bei der Umrüstung von Ölheizungen als Ersatzenergieträger eine wichtige Rolle bei der klimafreundlichen Kohlendioxid-Einsparung.

Um die technische Betreuung der 36 Kilometer langen Gasversorgungsleitungen inklusive der 20 Kilometer langen Hausanschlussleitungen (insgesamt sind es rund 1400 Anschlüsse in Peißenberg) kümmert sich wie bisher die ENB. Die Gemeindewerke wiederum sind für die kaufmännische Führung zuständig. Offizieller Sitz der Gasnetzgesellschaft ist Peißenberg, das heißt, die Gewerbesteuerzahlungen bleiben im Ort. Beim Netzbetrieb allein soll es für die Werke übrigens nicht bleiben: „Wir werden relativ sicher in den Erdgas-Vertrieb einsteigen“, kündigt Haberl an – und das vermutlich schon 2019.

Von Bernhard Jepsen

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