Besondere Dachform am Erweiterungsbau

Peißenberger Grundschule bekommt ein "grünes Klassenzimmer"

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Zwischen den beiden Längsbauten der Josef-Zerhoch-Grundschule wird ein Erweiterungsbau mit Flachdach und grünem Klassenzimmer entstehen.

Peißenberg – Neben dem innerörtlichen Hochwasserschutz, der Bauhofsanierung und der Ertüchtigung des Feuerwehrhauses ist die Erweiterung der Josef-Zerhoch-Grundschule eines der vielen Großprojekte, die in Peißenberg auf der Agenda stehen.

Der nördliche Längsbau der Grundschule im Ortsteil Wörth ist bekanntlich marode. Eine Renovierung der in den 1950er Jahren errichteten Bausubstanz lohnt sich nicht mehr. Stattdessen soll am Kopf des U-förmigen Gebäudetrakts der Grundschule ein Ersatz- respektive Erweiterungsbau errichtet werden – sprich, das „U“ soll geschlossen werden.

Die Grundplanung von Architekt Thomas Baldauf ist bereits in trockenen Tüchern. In der jüngsten Marktratssitzung ging es nur noch um die Dachgestaltung. Das Gremium entschied sich dabei mit 9:8-Stimmen für die Errichtung eines flachen Gründachs mit „grünem Klassenzimmer“. Letzteres wurde von der Schulleiterin vorgeschlagen und soll den Kindern naturnahen Unterricht ermöglichen. Geplant ist die Anlegung eines Schulgartens, in dem die Schüler Obst und Gemüse anbauen und den Wachstumsprozess direkt beobachten können. Auch eine Wetterstation soll es geben. „Auf dem Dach ist eine Langzeitbeobachtung möglich. Das hat einen hohen pädagogischen Reiz“, erklärte Rektorin Ursula Taffertshofer.

Am schulischen Sinn und Zweck des „grünen Klassenzimmers“ gab es im Marktrat keine Zweifel. Über den Standort wurde aber sehr wohl diskutiert – und das nicht ohne Grund: Für das „grüne Klassenzimmer“ auf dem Schulhausdach gibt es nämlich keine staatlichen Zuschüsse. Die sind auf maximal 1,7 Millionen Euro gedeckelt. Aus diesem Grund favorisierte die Marktkämmerei die etwas billigere Variante mit einem normalen Gründach und die Situierung des „grünen Klassenzimmers“ im Schulinnenhof.

Für den Umbau des Innenhofs hätte man Fördergelder abgreifen können. Die Gesamtkosten inklusive Baukörper und Außenanlagengestaltung hätten sich bei dieser Lösung auf 3,93 Millionen Euro belaufen. Bei der Variante mit dem „grünen Klassenzimmer“ betragen die geschätzten Baukosten insgesamt 4,07 Millionen Euro. Ein weiterer Aspekt, den die Kämmerei zu bedenken gab: Beim einfachen Gründach könnten die Gemeindewerke eine größere PV-Anlage installieren und so höhere Erträge erwirtschaften.

Doch Taffertshofer warb für das „grüne Klassenzimmer“. Der Innenhof sei als Spielgelände quasi ausgelastet. Eine zusätzliche Nutzung für den Schulgarten würde zu Konflikten führen. Kritik an der Gründach-Gestaltung kam von Jürgen Forstner (Freie Wähler): „Die Dächer sind technisch nicht ausgereift und auch nicht nachhaltig.“ Das zeige sich vor allem bei Starkregenfällen, im Zuge derer es zu Verschmutzungen an der Fassade kommen könne.

Eine Pult- respektive Satteldachlösung lehnte der Marktrat mit deutlicher Mehrheit von 13:4-Stimmen jedoch ab. Die Argumentation: Die Satteldachlösung hätte in der Nordansicht eine „asymmetrische und damit optisch ungünstige Form ergeben“. Und die Pultdachvariante hätte eine massive Erhöhung der Innenhof-Wandseite bedurft und damit zu einer starken Verschattung geführt.

Von Bernhard Jepsen

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