Peißenberger Liste kritisiert bei Treffen Investitionspolitik des Landkreises

Enger Haushalt mit etwas Spielraum

+
Die PL-Gründer, Rudi Mach und Bürgermeisterin Manuela Vanni, begrüßten rund 30 Besucher zum kommunalpolitischen Frühschoppen.

Peißenberg – „Zwei Jahre Peißenberger Liste, drum kemma heit zam. Unsere Ziele san: ...“ Listen-Mitbegründer Rudi Mach hielt sich zu Beginn des Jahres-Frühschoppens von Peißenbergs jüngster politischer Gruppierung nicht mit Begrüßungsfloskeln auf, sondern ging gleich in medias res. Neben Kaltgetränken bekamen die rund 30 Besucher im Gasthof „Post“ eine breite Themenpalette serviert, garniert mit Kritik an der Investitionspolitik des Landkreises.

Nachdem Mach ein Bekenntnis zum geplanten Gewerbegebiet-Ost abgegeben und mehr Wohnraum für junge Familien sowie Temporegelungen auf der Ortsdurchfahrt in Aussicht gestellt hatte, sprach Bürgermeisterin Manuela Vanni in ihrem kommunalpolitischen Streifzug unter anderem die Nachnutzung für das Krankenhausgebäude an: „Mein Vorschlag war, etwas Kreiseigenes dort unterzubringen“, erklärte die Rathauschefin im Hinblick auf das Jugendamt. Doch von Seiten des Landkreises habe es ein Veto gegeben, weil es mit Weilheim und Schongau bereits zwei Landratsamt-Standorte geben würde: „Für mich sind die Gegenargumente aber nicht nachvollziehbar“, monierte Vanni. Nicht besonders glücklich ist die Bürgermeisterin auch mit der Investitionspolitik des Landkreises. Gerade hinsichtlich der Schulbauprojekte seien „Unsummen“ an Geldern im Gespräch.

Zwar gebe es zweifelsohne einen Sanierungsstau bei öffentlichen Gebäuden, doch laut Vanni stellt sich die Frage, ob man es „so schnell und so teuer machen muss“. Die hohe Kreisumlage von 56 Prozent würde die Kommunen stark belasten.

Vanni kündigte für die Gemeinde einen „beengten Haushalt“ an, der aber noch Handlungsspielraum ermöglichen würde: „Man kann schon noch einiges auf die Beine stellen“, sagte sie im Hinblick auf den geplanten Bürgerhaus- beziehungsweise Jugendzentrumsbau.

„Etwas eingeschlafen“ ist laut Vanni in Peißenberg das Thema „Asyl“. Derzeit würden pro Woche etwa drei bis fünf Flüchtlinge in der Marktgemeinde ankommen: „Die können aber alle privat untergebracht werden“, so Vanni. Die Wörther Turnhalle müsse deshalb nicht zur Unterkunft umfunktioniert werden, auch auf den Bau von Traglufthallen am Volksfestplatz könne man nach derzeitigem Stand verzichten.

In der Diskussionsrunde mit den Besuchern gab es zwei Schwerpunktthemen: Den geplanten Discgolf-Parcours und das Gewerbegebiet-Ost. Hinsichtlich der Sportanlage war der Tenor eindeutig: Die Neue Bergehalde sollte als „Freizeitmittelpunkt“ belebt werden. „Das ist sicher eine tolle Naturfläche, aber nicht jede Nutzung tut der Ökologie zwingend weh“, argumentierte Bio-Landwirt und Grünen-Parteimitglied Michael Sendl. Differenziert betrachtet wurde das Gewerbegebiet-Ost: Zwar seien neue Gewerbeflächen für die Steuereinnahmen der Gemeinde wichtig. Allerdings: Den Standort im Osten Peißenbergs fanden einige Besucher nicht optimal, weil er optisch für eine uniforme Ortseinfahrt sorgen würde.

Von Bernhard Jepsen

Auch interessant

Meistgelesen

Hapfelmeier-Laufcup 
Hapfelmeier-Laufcup 
Magie und Shows der Extraklasse
Magie und Shows der Extraklasse
"Die Zukunft wartet nicht!"
"Die Zukunft wartet nicht!"
Strassen! Zauber! Festival!
Strassen! Zauber! Festival!

Kommentare