Klares Veto gegen Baumarkt

Peißenberger Marktgemeinderat stemmt sich gegen Einzelhandelsprojekt in Peiting

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Der Peißenberger Marktrat ist gegen einen Baumarkt in Peiting. Die Räte fürchten negative Auswirkungen auf die örtliche Handelsstruktur.

Peißenberg – In Peiting gibt es bekanntlich konkrete Planungen für die Ansiedlung eines Baumarkts inklusive Gartencenter mit einer Gesamt-Verkaufsfläche von 7 766 Quadratmetern. In Peißenberg ist man darüber alles andere als begeistert: Die Gemeinde fürchtet, dass sich das Konkurrenzangebot nachteilig auf die örtliche Handelsstruktur auswirken könnte.

„In Peiting wird ein Baumarkt eröffnet – und wir machen unseren dann zu. Das macht keinen Sinn.“ Gemeinderat Matthias Reichhart (Bürgervereinigung) hatte in der vorberatenden Bauausschusssitzung bereits auf den Punkt gebracht, was später im Marktrat in einer offiziellen Stellungnahme an die Regierung von Oberbayern formuliert wurde: Die Gemeinde Peißenberg lehnt demnach im Zuge des Raumordnungsverfahrens die Ansiedlung eines Baumarkts in Peiting am Zeißlerweg nahe der B 472 entschieden ab. Das von der in Mauerstetten ansässigen Herimo GmbH & Co. KG / Georg Jos. Kaes GmbH geplante Einzelhandelsgroßprojekt sieht auf einer Grundstücksfläche von knapp über 28 000 Quadratmetern die Errichtung eines Bau- und Gartenmarkts (V-Markt) samt angegliederter Waschstraße und 240 ebenerdigen Parkplätzen vor.

Das Vorhaben ist selbst in der Marktgemeinde Peiting nicht unumstritten. Dort wurde bereits eine Unterschriftenliste für ein Bürgerbegehren gegen die Ausweisung initiiert und MdL Andreas Krahl (Bündnis 90/Die Grünen) hat bei der bayerischen Staatsregierung bereits die massive Flächenversiegelung kritisch angemahnt.

In Peißenberg macht man sich indes Sorgen, dass die Marktgemeinde durch die Baumarktansiedlung in Peiting erheblich an Attraktivität als Einkaufszentrum verlieren könnte. Vor allem für den bestehenden Peißenberger Baumarkt Hagebau sowie das Dehner-Gartencenter und die Gärtnerei Ferchl könne es zu erheblichen Einbußen kommen, so der Tenor im Peißenberger Marktrat.

Die Befürchtungen sind nicht unbegründet: In der Vorhabensbeschreibung wird prognostiziert, dass die Kaufkraftbindung des potenziellen Peitinger Baumarkts in Richtung Peißenberg bei bis zu 20 Prozent liegen könnte. Das würde vor allem den Baumarkt im Peißenberger Einkaufspark treffen. Letzterer unterliegt durch das Dehner-Gartencenter bereits einer Sortimentsbeschränkung.

Ein Konkurrenzangebot in Peiting, das nach der Verkehrsfreigabe der Hohenpeißenberger Umfahrung relativ schnell zu erreichen wäre, so die Meinung des Gemeinderats, könnte den Baumarkt in wirtschaftliche Schieflage bringen. Die Märkte würden sich gegenseitig die Kundschaft abgraben: „Das gibt einen Kleinkrieg“, mutmaßte Klaus Geldsetzer (SPD) im Ausschuss.

Von Bernhard Jepsen

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