»Ein altes Bad, aber keine alte Bude«

Peißenberger Rigi-Rutsch‘n wäre für eine mögliche Sommersaison 2021 gut gerüstet

Hannes Meyer, Stefan Rießenberger, Matthias Reichhart und Cornelia Wutz vor einem Becken der Rigi Rutsch‘n.
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Mit Fliesenreparaturen an den Beckenköpfen ist Hannes Meyer (links) und sein Team jedes Jahr beschäftigt. Bei einem Rundgang mit dem Schwimmmeister machte sich die Marktratsfraktion der Bürgervereinigung ein Bild von der aktuellen Lage im Bäderpark. (V.li.) Stefan Rießenberger, Matthias Reichhart und Cornelia Wutz.

Peißenberg – Das öffentliche Leben ist durch die Corona-Pandemie nach wie vor ausgebremst, die Inzidenzzahlen sind weiterhin hoch. Doch in der „Rigi-Rutsch‘n“ ist man optimistisch, dass in ein paar Wochen das Freibad geöffnet werden kann: „Wir haben für die Sommersaison alles schon vorbereitet. Ich gehe davon aus, dass sie stattfindet“, erklärt Schwimmmeister Hannes Meyer.

Seit November 2020 ist der Bäderpark für Besucher geschlossen, nur die Patienten des ambulanten Rehabilitationszentrums dürfen derzeit das Innenbecken nutzen. Meyer und sein Mitarbeiterteam haben die Lockdown-Phase für Instandsetzungs- und Pflegemaßnahmen genutzt. Auf dem Freibadgelände hat sich im Vergleich zur Vorsaison einiges verändert – und das nicht nur, weil mit der großen Rutsch-Anlage das Wahrzeichen abgebaut wurde. Die überdachte Grillstation mit vier Edelstahlgrillvorrichtungen ist inzwischen fertiggestellt worden. Komplettiert wird der „Essenspark“ mit Tisch- und Sitzgarnituren. Ebenso wurden Erdhügel abgetragen, um eine rund 500 Quadratmeter große Zusatzfläche für die Liegewiese zu schaffen. Für die Reha-Patienten wurde zudem ein Rondell für Therapiesitzungen errichtet. Zu den regulären Öffnungszeiten kann selbiges auch von den Badegästen als Rückzugsort beispielsweise zum Lesen genutzt werden. Zudem musste vorschriftsgemäß nach fünf Jahren wieder einmal der Sand am Kinderspielplatz ausgetauscht werden. Auch wurden die 40 Liegebänke abgeschliffen, die Außensanitäranlagen auf Vordermann gebracht und am großen Schwimmbecken ein Rohrbruch geflickt. Und dann standen – so wie jedes Jahr – Ausbesserungsarbeiten an aufgesprungenen Beckenrandfliesen an. Die Kälte in den Wintermonaten setzt dem Material regelmäßig zu: „Ein kleiner Haarriss reicht schon aus, um eine Kettenreaktion auszulösen“, erklärt Meyer: „Die Fließen schauen zwar schön aus, aber der Unterhalt ist ein enormer Aufwand.“

Auch im Innenbereich in der Altbausauna haben Meyer und sein Team die Verfugungen der kleinen Mosaikfliesen erneuert. Die Saunalandschaft sieht nun wieder wie neu aus. Etwa 60 000 Euro, so schätzt Meyer, hat das Bäderpark-Team bei den jüngsten Sanierungen und Instandsetzungen durch Eigenleistungen eingespart, einen Großteil davon beim selbständigen Abbruch der Rutsch-Anlage. In der Sommersaison 2021 – sofern sie stattfinden kann – werden die Besucher auf eine große Rutsche verzichten müssen. Erst zum 40-jährigen Jubiläum des Bäderparks im kommenden Jahr soll eine noch größere und attraktivere Edelstahl-Anlage eröffnet werden. Die alte Rutsche musste im August 2020 aufgrund von Schäden im Kunststoffbelag stillgelegt werden.

Im Wirtschaftsplan 2021 der zuständigen Gemeindewerke ist der Bäderpark mit einem kalkulierten Defizit von 767 000 Euro eingepreist. „Das ist zunächst einmal eine schockierende Zahl“, räumt Werkleiterin Ingrid Haberl zwar ein. Allerdings müsse das Minus differenziert betrachtet werden.

Im Vergleich zu anderen Bädern könne man in Bezug auf die Betriebskosten jedenfalls „sehr zufrieden“ sein. Außerdem: „Wir müssen uns noch viel bewusster werden, dass das Bad ja auch einen echten Wert hat. Das ist Kapital“, betont Haberl. Der Gegenwert liege etwa im Rahmen zwischen 40 und 50 Millionen Euro. Und die Einrichtung würde sich in einem top-gepflegten Zustand befinden: „Wir haben ein altes Bad, aber keine alte Bude“, so Haberl.

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