Familienfreundlich als Hauptkriterium

Marktgemeinde vergibt heuer erstmals "Peißenberger Wirtschaftspreis"

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Stellten die Modalitäten für den Wirtschaftspreis vor und warben für das „Job-Event“ in der Tiefstollenhalle: V. li. Bürgermeisterin Manuela Vanni; Erich Gehrmann, Verwaltungsmitarbeiter und Christina Sporer, Auszubildende in der Verwaltung.

Peißenberg – Premiere hat in der Marktgemeinde der „Peißenberger Wirtschaftspreis“. Die Kür wird am 21. November in der Tiefstollenhalle über die Bühne gehen – gemeinsam mit einem „Job-Event“, bei dem sich Arbeitgeber präsentieren und Fachkräfte ihre Fühler nach Jobs ausstrecken können.

Es war eine schwierige Geburt, bis der Marktrat sein Plazet für die Vergabe eines Wirtschaftspreises erteilte. Den Vorschlag hatte die Fraktion der Bürgervereinigung eingebracht. Die Idee wurde im Marktrat generell goutiert, allerdings gab es auch Bedenken: So sollte der Preis nicht inflationär vergeben werden, sondern eine Wertigkeit erhalten. Das wiederum machte einen Kriterienkatalog erforderlich. Hinter verschlossenen Türen wurde im Marktrat intensiv diskutiert. Das Ergebnis: Für den Wirtschaftspreis 2019 wurde als Hauptkriterium die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgegeben. Zur Auswahl stand auch „Klimafreundlichkeit“. Das Hauptkriterium für den Preis, der künftig jedes Jahr vergeben werden soll, will die Gemeinde von Auflage zu Auflage verändern. „Damit bekommen wir eine breitere Streuung“, erklärte Verwaltungsmitarbeiter Erich Gehrmann bei einem Pressegespräch.

Im Rathaus sind bereits Vorschläge für potenzielle Preisträger eingegangen. Der Pool an Firmen soll jedoch noch größer werden: „Wir suchen noch nach Vorschlägen. Wir wollen einfach eine größere Auswahl“, erklärte Bürgermeisterin Manuela Vanni. Bis zum Dienstag, 15. Oktober, können im Rathaus noch Betriebe und Unternehmen gemeldet werden. Für die Preisverleihung am Donnerstag, 21. November, ab 18.30 Uhr in der Tiefstollenhalle wurden bereits 200 Einladungen, unter anderem an örtliche Gewerbetreibende, verschickt. Neben einem Rahmenprogramm mit Musik und Grußworten soll die Veranstaltung Zeit für Gespräche und Austausch geben. Preisgeld für den Gewinner gibt es übrigens nicht. Die Verleihung mit Urkunde und einem Siegerpokal soll einen rein ideellen Wert haben.

Nach der Preisverleihung wird die Initiative „Neuorientierung null-acht-zwölf“ ein „Job-Event“ veranstalten. Inhaltlich geht es dabei auch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: „Thematisch passt das gut zur Preisverleihung“, betonte Gehrmann, der sich im Rathaus neben seiner Tätigkeit als Liegenschaftsverwalter auch um Standortfragen kümmert. Einen eigenen Wirtschaftsförderer hat die Gemeinde nicht. „Für Peißenberg wäre das übertrieben“, meint Gehrmann. Man könne als Gemeinde ohnehin nur als Mittler und Ansprechpartner auftreten, nicht aber als direkter Förderer von Unternehmen: „Da sind uns natürliche Grenzen gesetzt.“

Die wirtschaftliche Lage bei den Peißenberger Betrieben, so analysierte die Bürgermeisterin beim Pressegespräch, sei aktuell „noch ziemlich okay“. Mit den strukturellen Veränderungen in der Autoindustrie und durch den geplanten Brexit könne es jedoch zu konjunkturellen Eintrübungen kommen. Das Hauptproblem der Gewerbetreibenden ist laut Gehrmann nach wie vor, dass es in Peißenberg kaum freie Gewerbeflächen gibt. Im Rathaus würden immer wieder Anfragen eingehen – „und zwar von produzierendem Gewerbe und nicht von Fastfood-Ketten und Tankstellen“, wie Gehrmann konstatiert.

Die Marktgemeinde Peißenberg will bekanntlich im Zwickel zwischen Pollinger Straße, Umfahrung und Guggenberg ein Gewerbegebiet erschließen. Die Ausweisung ist allerdings umstritten. Vor allem von Seiten der Grundeigentümer gibt es Widerstand. Die Gemeinde hat deshalb ein Umlegungsverfahren beantragt.

Von Bernhard Jepsen

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