Vanni verliert Bürgermeisteramt

Peißenbergs Rathauschefin Manuela Vanni verpasst Stichwahl

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Amtsinhaberin Manuela Vanni (türkise Jacke) blickte im Kreise ihrer Familie ebenso gespannt auf die Wahlergebnisse wie Robert Halbritter (3.v.re.) und sein Anhang. Am Ende hatte Halbritter die Nase hauchdünn vorn.

Peißenberg – Die Ära von Manuela Vanni im Peißenberger Rathaus geht nach zwölf Jahren zu Ende: Die Amtsinhaberin verfehlte gegenüber SPD-Kandidat Robert Halbritter hauchdünn den Sprung in die Stichwahl um den Bürgermeisterposten. Für eine Überraschung sorgte Frank Zellner: Der Frontmann von CSU/Parteilose gewann mit 33,42 Prozent den ersten Wahlgang. Walter Wurzinger (Freie Wähler) landete mit 14,3 Prozent auf Rang vier.

Am Ende waren es gerade einmal 19 Stimmen, die Vanni auf Halbritter fehlten. Die Rathauschefin trug die Niederlage mit Fassung: „Ich habe mit dem Ergebnis so nicht gerechnet“, räumte Vanni ein. „Aber es ist mir jetzt lieber so, als wenn ich nur knapp in die Stichwahl eingezogen wäre.“ Dort wären die Chancen vermutlich eher überschaubar gewesen. Aus dem Wurzinger-Lager und von Seiten der SPD-Anhänger – die Genossen und Vanni trennten sich 2011 im Streit – wären in der Stichwahl vermutlich nur wenige Stimmen geflossen. Wie im Vorfeld angekündigt, wird Vanni ihr über die „Peißenberger Liste“ errungenes Mandat für den Marktrat annehmen. Gut möglich, dass bei den Gremiumssitzungen ab Mai dann Frank Zellner den Vorsitz führt. Mit rund sieben Prozent Vorsprung hat der 42-Jährige im ersten Wahlgang ein ordentliches Polster zwischen sich und Stichwahlkonkurrent Halbritter gelegt. „Ich freue mich total über das von den Wählern entgegengebrachte Vertrauen“, erklärte Zellner via Telefon im Gespräch mit dem Kreisboten. Aufgrund der Corona-Epidemie hatte das CSU-Lager den Wahlausgang nicht im Rathaus, sondern im kleinen Kreis in einer Gaststätte verfolgt. „Eine große Party wäre den äußeren Umständen nicht angepasst gewesen“, meinte Zellner. Das Ergebnis von über 33 Prozent würde für die Stichwahl in zwei Wochen aber viel Rückenwind geben: „Es wird noch einmal spannend“, so Zellner.

Die Stichwahl war auch das „erklärte Etappenziel“ von Halbritter, der dort allerdings eine andere Konstellation erwartet hätte. „Ich dachte, dass dort Frau Vanni gesetzt ist.“ Die Kommunalwahl sei aufgrund der Corona-Krise in den vergangenen Tagen zur „Nebensache“ geworden. Nichtsdestotrotz werde man nun von Seiten der SPD mit den anderen Gruppierungen Gespräche führen und um Unterstützung werben. Inhaltlich würden er und Zellner „so ziemlich die gleiche Richtung verfolgen“ – bis auf die Gemeinwohlökonomie: „Die ist für uns im Gegensatz zur CSU schon ein Thema – wenn auch nicht zu 100 Prozent“, so Halbritter. Letztlich werde es darauf hinauslaufen, „ob die Peißenberger jemanden ohne politische Erfahrung möchten oder jemanden, der bereits seit zwölf Jahren im Gemeinderat sitzt.“

Zünglein an der Waage für die Stichwahl um das Bürgermeisteramt könnten neben der „Peißenberger Liste“ auch die Freien Wähler sein. Ob es eine Wahlempfehlung für Zellner oder Halbritter geben wird, ist noch nicht entschieden. Wurzinger selbst nahm das Wahlergebnis mit gemischten Gefühlen auf. „Ich bin zwar mit keinen großen Erwartungen in die Wahl gegangen, aber ein bisschen mehr als 14 Prozent hätte ich mir schon erhofft.“ Das Positive aus Wurzingers Sicht: „Wir haben dazu beigetragen, dass es im Rathaus einen Wechsel gibt. Das ist das Ziel gewesen.“ Die Ergebnisse der Gemeinderatswahlen: CSU/Parteilose sieben Sitze, SPD vier Sitze, Peißenberger Liste vier Sitze, Bürgervereinigung drei Sitze, Grüne drei Sitze, Freie Wähler zwei Sitze und AfD ein Sitz. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,59 Prozent.

Von Bernhard Jepsen

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