Gemeinde und Sozialdienst katholischer Frauen unterstützen frischgebackene Eltern 

Geschenke für Neugeborene in Peiting

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Isabella Socher, Tina Kurz, Bürgermeister Michael Asam, Dana Schröter-Heidrich und Christine Reithmann mit den Willkommensgeschenken.

Peiting –  In Zeiten von niedrigen Geburtenraten hat sich die Peitinger Gemeinde gemeinsam mit dem  Sozialdienst katholischer Frauen etwas ausgedacht, um die Gemeinde ein Stück familienfreundlicher zu gestalten. Für alle Neugeborenen gibt es ab sofort Willkommenspakete und für die Eltern unterstützende Beratung. 

63 Neugeborene hat die Gemeinde Peiting bis Ende Oktober registriert. Rechnet man die Zahl hoch, kommt man auf gerade einmal 77 Geburten bis Ende des Jahres. „Das wäre ein absoluter Negativrekord“, sagt Bürgermeister Michael Asam. Dabei versucht die Gemeinde gerade alles, um sich möglichst kinderfreundlich zu präsentieren. Ab sofort soll jedes Baby ein Willkommensgeschenk erhalten – Beratung für die Eltern auf Wunsch inklusive.

Die Idee dazu stammt allerdings nicht von Asam selbst, sondern vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Schon im April diesen Jahres hatte die Organisation im Krankenhaus Schongau einen ähnlichen Anlauf gestartet. Ehrenamtliche sollten den frischgebackenen Eltern noch in der Klinik ihre Hilfe in allen Babyfragen anbieten. Was gut gemeint war, scheiterte am Datenschutz. „Wir sind dort nicht richtig an die Frauen gekommen, weil wir nicht auf’s Zimmer durften“, erklärt Christine Reithmann, die als Sozialpädagogin beim SKF in der Schwangerschaftsberatung arbeitet.

In Peiting geht man deshalb einen anderen Weg. Da alle Daten über neue Bürger beim Standesamt zusammenlaufen, erfolgt die erste Kontaktaufnahme auch von Seiten der Gemeinde. Mit einem Anruf klärt Verwaltungsmitarbeiterin Isabella Socher dann, ob die Eltern ein Beratungsgespräch wünschen. Ist das der Fall, informiert sie den SkF und der schickt wiederum eine der beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen los, die sich für die Begrüßungsaktion gemeldet haben. Tina Kurz, 38, und Dana Schröter-Heidrich, 33, wissen, wovon sie reden. Kurz erwartet gerade zum vierten Mal Nachwuchs, Schröter-Heidrich hat selbst ein Kind. Sie sollen den Eltern künftig Hilfestellung bieten, ganz egal, ob es um das Ausfüllen des Elterngeld-Antrags geht oder Tipps für die Versorgung des Babys gefragt sind. Wenn nötig, können die Mitarbeiterinnen auch an weitere Ansprechpartner verweisen. „Wir arbeiten natürlich auch mit den Hebammen zusammen“, sagt Reithmann, der wichtig ist, dass der Dienst nur ein Angebot ist. „Wir wollen niemanden kontrollieren.“

Ob Eltern eine Beratung wollen oder nicht: Das Geschenk erhält jedes Neugeborene. „Notfalls hängen wir das Säckchen kommentarlos an die Tür“, sagt Reithmann. In der Stofftasche findet sich neben selbstgestrickten Socken, einem Schwamm in Fußform und einem Infoblatt des SkF – alles finanziert durch die Aktion Sternstunden – auch ein Willkommensschreiben und ein Lätzchen vom Bürgermeister. 500 Stück hat Asam gleich mal bestellt. „Da wird’s billiger.“ Und außerdem hofft das Gemeindeoberhaupt ja auch, dass seine Peitinger in den nächsten Jahren beim Kinderkriegen wieder etwas aktiver werden. „Wenn wir alle in fünf Jahren los sind, dann wäre das gut.“

Aktuell ist Peiting die einzige Gemeinde in der Region, die Babys ein derartiges Willkommensgeschenk bereitet. Doch geht es nach Reithmann, sollen bald weitere folgen. „Wenn es erfolgreich ist, wollen wir auch in Altenstadt und Schongau anfragen“, kündigt sie an.                                     Von Christoph Peters

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