Personaldecke bleibt dünn – Ein Jahr nach der Polizeireform: In den Inspektionen fehlen vor allem jüngere Mitarbeiter

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MARIA HOFSTETTER; Weilheim – Ein knappes Jahr ist vergangen, seit in Weilheim im Zuge der Polizeireform die Polizeidirektion aufgelöst und in Rosenheim das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit zentralem Einsatzleitsystem geschaffen wurde. „Es waren spannende Monate unter sehr schwierigen Voraussetzungen“, zog der Vizepräsident der Rosenheimer Behörde, Robert Heimberger, in Weilheim Bilanz. In einer Pressekonferenz erklärte Heimberger, dass die Reform insgesamt positiv bewerkstelligt worden sei. „Inspektio- nen und Präsidium sind näher zusammengerückt.“ Die personelle Situation in den Dienststellen sei aber noch nicht zufrieden stellend. „Wir haben mit den Auswirkungen des Stoiberschen Sparkurses zu kämpfen“, kommentierte Heimberger die stark reduzierten Einstellungszahlen. Für 2009 und 2010 seien zwar je 500 Stellen zusätzlich genehmigt worden, doch werde es drei bis vier Jahre dauern, bis die neuen Kollegen den Dienststellen zugeteilt werden können. Schwach vertreten sei im westlichen Teil des Präsidiums der höhere Dienst, der größere Einsätze leiten soll und dafür speziell geschult wird. Von der dünnen Personaldecke ist auch die Weilheimer Inspektion betroffen. 49 Beamte sollten hier ihrer Arbeit nachgehen, doch Dienststellenleiter Hans Leinauer hat nur 41 Beamte verfügbar. Ein weiteres Problem ist das hohe Durchschnittsalter der im Schichtdienst tätigen Beamten, das in Weilheim bei 42 und in Schongau bei 46 bis 47 Jahren liegt. „Für die über 40-jährigen Kollegen ist das gesundheitsbelastend“, weiß Leinauer. Durch die Organisationsreform, die von den betroffenen Mitarbeitern unterschiedlich bewertet wird, ist ein Teil des Verwaltungsaufwandes „nach unten gewandert“. So sitzt Leinauer länger hinter seinem Schreibtisch, weil er als Inspektionsleiter den mittleren Dienst beurteilen und Budgetverantwortung übernehmen muss. Das Einsatzgebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd erstreckt sich über neun Landkreise (Altötting, Bad Tölz, Ber- chtesgaden, Garmisch, Miesbach, Mühldorf, Rosenheim, Traunstein, Weilheim) und die kreisfreie Stadt Rosenheim. Auf einer Fläche, drei Mal so groß wie das Saarland, gilt es für die Sicherheit von 1,25 Mio. Einwohnern zu sorgen und 525 km Grenze zum österreichischen Nachbarn zu überwachen. High Tech im Pressebus Mit multimedialem Kommunikationszentrum und Notstromaggregat ausgestattet ist der neue Polizeibus, in dem größere Einsätze vor Ort begleitet sowie Presseberichte erstellt und versandt werden können. Neben der Öffentlichkeits- und Medienarbeit soll der Mercedes-Bus im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd auch für die Schleierfahndung genutzt werden. „Mindestes 50000 Euro“, hieß es bei der Vorstellung des Fahrzeuges in Weilheim, soll seine Anschaffung gekostet haben, wobei in diesem Betrag wohl noch nicht alle Spezialeinbauten berücksichtigt sein dürfen. Der neue Leiter des Präsidialbüros, Bernhard Resch (Foto li.), stellte bei seinem Besuch in Weilheim die Vorteile dieses in Rosenheim stationierten Busses heraus, in dem die polizeilichen Pressesprecher künftig „geschützt und ganz nah am Geschehen ihre Arbeit verrichten können“. Reschs Vorgänger Fritz Braun (mi.), der nach 40 Jahren Polizeidienst in den Ruhestand geht, hat beim Umsetzen der Polizeireform „Pionierarbeit geleistet“, äußerte sich Robert Heimberger, Vizepräsident und Abteilungsleiter Einsatz (re.), voll des Lobes. Text/Foto: Hofstetter

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