Dobrindt: Bahnstrecke Weilheim-Schongau soll schneller und attraktiver werden

Minister auf Reise im Pfaffenwinkel

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Zur Fahrt von Schongau nach Weilheim lud Minister Alexander Dobrindt, vierter v. li., ein. Mit dabei waren unter anderem: Thomas Engel, zweiter v. li., Landrätin Andrea Jochner-Weiß, sechste v. li.,  MdL Harald Kühn, siebter v. li. und Bezirksrätin Alexandra Bertl, elfte v. li..

Landkreis – Es kommt Bewegung in die Pfaffenwinkelbahn. Am vergangenen Montag begab sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, zusammen mit Vertretern der Gemeinden, des Landkreises, der Bahn sowie weiteren Interessensvertretern, auf eine Reise von Schongau nach Weilheim.

Dabei wurden die Bahnstrecke begutachtet und wichtige Punkte zur Modernisierung und Verbesserung besprochen. Minister Dobrindt fasste anschließend das Ergebnis unter den drei Buchstaben D-B-G, das heißt Digitalisierung, Bahnhöfe, Geschwindigkeit, zusammen. Unter diesen Schlagworten versammelt sind folgende Pläne für die Pfaffenwinkelbahn:

Zum Bereich der digitalen Entwicklung könnte möglicherweise das Pilotprojekt Videoreisezentrum gehören. Dabei werden Automaten aufgestellt, die über einen Bildschirm für Videokommunikation verfügen. Hierüber soll ein Mitarbeiter erreichbar sein, der zum Beispiel Auskünfte zu Fahrplänen oder Fahrkarten geben kann. Damit würden die bisherigen Funktionen der normalen Fahrkartenautomaten erweitert werden. Im südbayerischen Raum steht diese Technik bislang noch nicht zur Verfügung. Angedacht ist nun die eventuelle Einführung an den Bahnhöfen in Schongau und Peißenberg, gegebenenfalls auch Peiting. Die endgültige Entscheidung zur Durchführung steht jedoch noch aus und bedarf der Absprache zwischen der DB und der BRB.

Mit in den Bereich der digitalen Verfügbarkeit fällt auch der Zugriff auf die Netze der Mobilfunkanbieter. Thomas Engel, Leiter des Regionalnetze Region Süd, erklärte, dass eine Funkmessung des Telekom- und O2-Netzes vonseiten der Bahn durchgeführt wurde und gute Ergebnisse zeigte. Lediglich in einem Abschnitt im Bereich Peißenberg müsse die Verfügbarkeit verbessert werden. Dies sei allerdings Aufgabe der Telekommunikationsunternehmen und könne vonseiten der Bahn nur angeregt werden. Das Schlagwort Bahnhöfe steht stellvertretend sowohl für die Bahnhöfe selber als auch für das Gleisbett der Strecke. Über die laufenden Modernisierungen des Gleisbettes zeigte sich Minister Dobrnindt „super zufrieden“.

Eine gewisse Berühmtheit der Strecke ist, aufgrund ihres baufälligen Aussehens, die Brücke Schwalbenweg in Peißenberg. Eine Prüfung ergab, dass die Sicherheit der Konstruktion in jedem Fall bis 2025 gewährt werden könnte. Dennoch sollen schon jetzt einige kleinere Sanierungen durchgeführt werden. „Die Brücke wird jedes Jahr geprüft“, so Engel und erklärte weiter, dass die Planungen für eine komplette Erneuerung für 2018 angesetzt sind und 2021 die Umsetzung erfolgen soll.

Natürlich sollen auch die Bahnhöfe selbst attraktiver werden. Notwendige Verschönerungen wie in Peiting Ost sollen etwa bis Ende 2016 erfolgt sein. Peitings Bürgermeister Michael Asam wies darauf hin, dass eine Verschönerung der Bahnhöfe dringend notwendig sei. Außerdem sei eine Abstimmung hinsichtlich der Gesamtgestaltung des Bahnhofareals erfreulich, da das geplante Park and Ride sich nahtlos in die Neuerungen einfügen soll. In den Planungen enthalten ist auch die Sanierung des Bahnhofes Peiting Nord bis 2020.

Ein komplett neuer Haltepunkt soll in Weilheim Süd geschaffen werden. Die Pläne hierfür müssen jedoch noch mit der Stadt abgesprochen werden. „Die Übergänge zum Gewerbegebiet Trifthof müssen in der Planung mit einbezogen werden“, so Horst Martin, zweiter Bürgermeister Weilheims. Weiterhin zeigte er sich „froh über die Erneuerung des Bahnhofs Weilheim“ und würde sich auch über die Sanierung des Gebäudes selbst freuen, „denn es ist unsere Visitenkarte“.

Geschwindigkeit ist der dritte Bereich, in dem Verbesserungen von einigen Minuten erzielt werden sollen. Ziel ist es, dass auf der Strecke in beiden Richtungen eine Fahrzeit von 32 Minuten erreicht wird. Ermöglicht werden soll dies zum einen durch den TUZ, technisch unterstützten Zugleitbetrieb. Das System soll dem Fahrdienstleiter helfen und damit eine Zeitersparnis von fünf Minuten bringen. Aufgrund der notwendigen Vorlaufzeit wird dies nicht vor 2019 zum Tragen kommen. Zum anderen ist geplant, Bahnübergänge bei Polling aufzulassen oder technisch zu sichern und einen Bahnübergang am Peißenberger Georgenweg zu umgehen. Das würde eine weitere geringfügige Zeitersparnis bringen.

Das Ziel: die Pfaffenwinkelbahn soll schneller, attraktiver und moderner werden.

von Melanie Wießmeyer

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