Grünes Licht für »Solarwiese«

Peißenberger Marktrat segnet Bauleitplanung für PV-Freiflächenanlage ab 

Photovoltaikanlage
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In Peißenberg wird es am Dornbichlweg bald eine Photovoltaikanlage geben.

Peißenberg – Die von der Peißenberger Energiegenossenschaft geplante Freiflächenphotovoltaikanlage am Dornbichlweg im nördlichen Gemeindegebiet hat eine wichtige Hürde genommen: So hat der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Feststellungsbeschluss zur Flächennutzungsplanänderung und den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan abgesegnet. Nun muss abschließend das Landratsamt über den Bauantrag befinden. Die Verantwortlichen der Genossenschaft rechnen bis Ende Oktober mit der endgültigen Genehmigung.

Die Planungen für die mit einer Leistung von 2,3 MWp ausgestatteten Anlage biegen also auf die Zielgerade ein. Auch genossenschaftsintern hat man bereits die notwendigen Strukturen geschaffen und eine Tochtergesellschaft gegründet – nämlich die „Solarwiese Dornbichlweg GmbH“. Sie wird als Träger der Photovoltaikanlage fungieren. Wie bereits berichtet, war auf Wunsch der Anwohner an der „Alten Bahn“ die Standortfrage noch einmal neu aufgerollt worden. Im partnerschaftlichen Dialog einigte man sich auf ein rund 2,5 Hektar großes Areal am Dornbichlweg direkt an der Bahnlinie nach Weilheim und der Gemeindegrenze zu Polling. Das Grundstück wurde von den Gemeindewerken erworben, die es wiederum dauerhaft als Pachtfläche anbieten.

Anfang Oktober wird die Trägergesellschaft bereits an der ersten Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilnehmen. Der am Dornbichlweg erzeugte Solarstrom soll einen Preis von 5,0 Cent/kWh erzielen. Die jährliche Strommenge ist mit 2 800 MWh angesetzt. Auch der Zeitplan steht bereits: „Im März 2021 geht die Anlage in Betrieb“, kündigt Alexander Rossner, der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, an.

Die „Solarwiese“ ist als Bürgerprojekt konzipiert, das heißt private Anleger können sich an der Finanzierung beteiligen. Die Anlage wird etwa 1,2 Millionen Euro kosten. 800 000 Euro sollen über einen KfW-Kredit aufgenommen werden. Den Rest sollen private Darlehensgeber und die Gemeindewerke zusteuern. Das Kommunalunternehmen stellt also nicht nur die Pachtfläche, sondern will auch 200 000 Euro investieren. Die Bürgerdarlehen können in der Tranche zwischen 1 000 und 25 000 Euro gezeichnet werden. Damit ist auch Kleinanlegern eine Beteiligung möglich. Die Laufzeit der Darlehen soll 20 Jahre betragen, bei einer Verzinsung von jährlich 2,1 Prozent.

Im Marktrat stimmte lediglich Katrin Neumayr gegen die bauleitplanerischen Festlegungen. Die AfD-Gemeinderätin kritisierte unter anderem, dass der mögliche Rückbau der Anlage nicht geregelt sei. Wenn die Trägergesellschaft pleitegehen sollte, so Neumayr, „dann steht die Anlage in der Landschaft rum und gammelt vor sich hin“. Rossner hingegen betonte auf Nachfrage ausdrücklich, dass sich die Genossenschaft „selbstverständlich“ gegenüber den Peißenberger Gemeindewerken als Verpächter für den Fall des Pachtendes zum Rückbau der Anlage verpflichten werde. „Es ist juristisch eine Selbstverständlichkeit, dass solche Dinge in einem Pachtvertrag vereinbart werden“, so Rossner. Dass das von Neumayr beschriebene Pleite-Szenario tatsächlich eintritt, hält Rossner für ausgeschlossen. „Ein Rückbau der Anlage ist wirtschaftlich überhaupt nur mit dem Weltbild der AfD sinnvoll, wenn man also glaubt, dass es keinen Klimawandel gibt und Energie nicht gespeichert werden kann.“

Von Bernhard Jepsen

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