Piratenpartei gründet Kreisverband Vorsitzender – Julian Wagener aus Peißenberg im Interview

Für Juli plant die Vorstandschaft der Piraten in Peißenberg „zwei größere Veranstaltungen“. V. li.: Alexander Neumeyer, Beisitzer; Julian Wagener, 1. Vorsitzender; Cornelia Pöschl, Beisitzerin; Christian Ächter, stellvertetender Vorsitzender und SchatzmeisterMarc Engelhardt. Foto: Privat

Die Piraten, zur Überraschung vieler bereits in in vier Landesparlamenten vertreten, wollen mit unkonventionellen Ideen frischen Wind in die Parteienlandschaft bringen. Um auch im Landkreis politisch mitmischen zu können, gründeten sie am Sonntag in Weilheim einen Kreisverband.

Wie die Piraten den Landkreis „entern“ und die Wähler überzeugen wollen, fragte Redaktionsleiterin Maria Hof­s­tetter den Kreisvorsitzenden. Haben Ihnen die Kandidaten die Türen eingerannt? Wagener: „Nein, im Gegenteil! Mitmachen kann man auch ohne Amt, darum geht es uns. Unsere interne Arbeit wird sich dadurch nicht ändern. Mehr Einfluss hat man als Amtsträger sowieso nicht, beziehungsweise auch nicht weniger als andere Parteimitglieder – das ist so beabsichtigt.“ Wie viele Mitglieder zählt der Kreisverband, und wo liegt das Durchschnittsalter? Wagener: „Aktuell haben wir etwa 50 Mitglieder und einige aktive ohne Parteimitgliedschaft. Jedes Alter wird repräsentiert, wir haben Schüler unter 18 und Rentner über 70 mit dabei. Schätzen würde ich den Durchschnitt auf 40 Jahre.“ Warum soll ein Landkreisbürger anstatt einer etablierten Partei ausgerechnet die Piraten wählen? Wagener: „Weil wir Piraten Politik anders betreiben. Was bei anderen Parteien von Delegierten und in Hinterzimmern ausgemacht wird, kann bei uns jeder transparent einsehen, sich selber in den Prozess mit einbringen. Wir leben Demokratie, jede einzelne Stimme zählt.“ Fühlen sich die Piraten von der Bevölkerung akzeptiert? Wagener: „Im Landkreis ist die Rezeption sehr gut. Wenn Menschen mit uns reden, können wir die Vorurteile, wie das der Ein-Themen-Partei, die hier und dort noch existieren, ausräumen und treffen mit unserer Idee von Freiheit, Information, Bildung und Transparenz meistens auf offene Ohren.“ Politisch wollen Sie weder links noch rechts stehen. Wo positionieren Sie sich dann? Wagener: „Wieso sollten wir uns mit unseren neuen Ideen in alte Kategorien und Muster pressen lassen? Ich überlasse es gerne anderen, uns einzuordnen, wenn es für sie wichtiger erscheint als die Themen und Diskussion an sich.“ Wie wollen Sie als Ein-Themen-Partei bei den Wählern punkten? Wagener: „Wie bereits erwähnt ist der Mythos der Ein-Themen-Partei ebendies, ein Mythos. Unser Grundsatz- und Wahlprogramm umfasst eine Spanne von Themen, wie Bildungs-, Familien- oder Sozialpolitik. Eine Übersicht kann unter http://www.piratenpartei.de/politik/themen/ eingesehen werden. Und das sind nur die offiziellen Punkte. Für noch nicht beschlossene Themen lässt sich innerhalb der Partei fast immer eine Arbeitsgruppe finden.“ Jeder Interessierte kann das noch nicht festgeschriebene Parteiprogramm der Piraten aktiv mitgestalten. Ist das zielführend? Wagener: „Das habe ich jetzt überhört (lacht). Jeder kann mitarbeiten und sich einbringen – genau das ist es, was uns unterscheidet und derzeit wohl noch etwas ungewohnt wirkt, unvorstellbar erscheint. Die Tatsache, dass die etablierten Parteien mittlerweile das umzusetzen versuchen, was wir schon immer so machen, bestätigt uns. Führt Demokratie am Ziel vorbei?“ Als frisch gewählter Kreisvorsitzender sehen Sie Ihre wichtigste Aufgabe darin,... Wagener: „...die Partei nach außen zu vertreten sowie der Basis im Landkreis bei Problemen zur Seite zu stehen. Ich will die Menschen ermutigen, sich bei den Piraten und in die Politik mit einzubringen. Und natürlich die Administrationsarbeit erledigen, die im Kreisverband so anfällt.“

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