Plan zügig erneuert – Stadtrat bringt aktualisierten Flächennutzungsplan auf den Weg

Ein „Riesenwerk“ hat der Stadtrat nach den Worten des Bürgermeisters verabschiedet: „Der letzte Flächennutzungsplan hat ganze neun Jahre gedauert, wir haben es in drei Jahren geschafft“, zog Markus Loth am vergangenen Mittwoch Bilanz.

Loth schloss in sein Lob für die zügige Fortschreibung ausdrücklich Ute Wellhöfer vom Königsdorfer Büro U-Plan ein, das die Stadt mit der Überarbeitung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes beauftragt hatte (wir berichteten). Wellhöfer trug den Stadträten die nach der öffentlichen Auslegung im Rathaus eingegegangenen Anträge und Stellungnahmen vor, über die der Stadtrat anschließend abzustimmen hatte. So brachte die untere Naturschutzbehörde Einwände gegen das Gewerbe- und Wohngebiet in der Eichtweide an. Die Behörde monierte auch das am Gögerl eingezeichnete Merkmal für den „Schlittenhang“ (Loth: „Das Symbol bleibt im neuen Flächennutzungsplan drin“) und sieht im Frisbeesport ein Konfliktpotenzial. Das Spiel mit der Flugscheibe soll auf dem Gögerl künftig wie bisher möglich sein, waren sich die Räte einig. Für das geplante Neubaugebiet östlich des Narbonner Ringes fordert das Landratsamt von der Stadt Angaben über „aktive Lärmschutzmaßnahmen“. Sobald ein rechtsgültiger Flächennutzungsplan vorliegt, sollen diese im Rahmen der Bauleitplanung konkretisiert werden, hieß es in der Sitzung. Ein Dissens herrschte im Plenum darüber, ob es sinnvoll ist, im neuen Flächennutzungsplan eine Trasse für den zweigleisigen Ausbau der Bahnlinie München-Garmisch vorzusehen, wie es der Fahrgastverband „Pro Bahn“ vorgeschlagen hatte. „Pro Bahn“-Sprecher Norbert Moy erhielt in der Sitzung Rederecht und appellierte an den Stadtrat, mit dem Eintrag ein politisches Zeichen für den dringend notwendigen Bahnausbau zu geben. „Die Stadt muss Akzente setzen und bereit sein, das jetzt und klar kund zu tun“, gab ihm Uta Orawetz (CSU) Rückendeckung. Rupert Pentenrieder (BfW) lehnt einen Eintrag in den Plan jedoch strikt ab mit der Begründung, dass dies für die betroffenen Grundstücksbesitzer einen „krassen Einschnitt“ in ihr Eigentum bedeuten könne. „Draußen in der Peripherie bringt ein zweispuriges Gleis viel, aber auf städtischem Gebiet kann ich mir den Ausbau nicht vorstellen“, brachte Pentenrieder seine Vorbehalte an. Der Sinn eines solchen Eintrages wurde von weiteren Stadträten angezweifelt. Bürgermeister Loth griff schließlich den Vorschlag von Planerin Wellhöfer auf, die sensible Thematik seperat zu behandeln. Solange sich die Bahn nicht konkret zu ihren Plänen äußere, sei für die Stadt auch keine Entscheidungsgrundlage gegeben. „Wir wollen die Sache mit den Bahnvertretern aufgreifen“, versprach der Bürgermeister. Der überarbeitete Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan umfasst das Weilheimer Stadtgebiet einschließlich seiner Ortsteile, stellt die neu ausgewiesenen Siedlungsflächen dar und gilt als Leitfaden für die bauliche Entwicklung in den nächsten 15 Jahren. Der Plan wird jetzt dem Landratsamt vorgelegt, das ihn prüfen und für rechtskräftig erklären muss.

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