Konzeptidee für Museumsrevier

Agenturbüro erstellt Planstudie für Umgestaltung des Peißenberger Bergbaumuseums 

+
Ein Beispiel für den momentanen Zustand des Bergbaumuseums in Peißenberg.

Peißenberg – Das Peißenberger Bergbaumuseum soll fit für die Zukunft gemacht werden. Die Grafenauer Agentur „Atelier & Friends“ hat dazu eine von allen Seiten gelobte Konzeptstudie erstellt. Doch es gibt einen Haken: Die Umsetzung der Vorschläge würde mindestens eine Million Euro kosten.

Es sind umfassende Veränderungen, die „Atelier & Friends“ für das Museum am Tiefstollen vorschlagen: Statt „Bergbaumuseum“ wird für die 1988 eröffnete Einrichtung der Name „Museumsrevier Peißenberg“ ins Spiel gebracht - verbunden mit dem Leitmotiv „Zwischen Glückauf und Pechkohle“. Der neue Name soll auf eine Erlebniswelt abzielen und unbegrenzte Erweiterungen von Schauplätzen und Aktivstationen ermöglichen. Die Präsentation der Ausstellungsstücke sollte zudem nach Meinung der Planer visuell mit Lichteffekten verbessert werden. Neben einem neuen Logo wird von der Agentur auch zu einem neuen Farbkonzept mit den „Marktfarben“ schwarz-gelb geraten. Und: In der Exponatenhalle soll eine Imbiss- und Getränketheke eingebaut sowie auf der Grünfläche zwischen Tiefstollenhalle und Museum ein Kinderspielplatz mit aufgeschüttetem Stollen entstehen.

So weit, so gut. Die Kehrseite der Medaille: Die Umsetzung des vorgeschlagenen Gesamtkonzepts würde mindestens eine Million Euro kosten. Für die chronisch klamme Marktgemeinde wäre die Summe nicht zu finanzieren – zumal die Investitionen nicht sicherstellen würden, dass sich die Besucherzahlen signifikant erhöhen. Auch wäre das grundsätzliche Problem des Museums nicht gelöst: Der Verein der Bergbaumuseumsfreunde stellt aktuell nur noch sieben Führer. Die meisten davon sind bereits im fortgeschrittenen Alter. Mittel- und langfristig müssen andere Lösungen her – sprich: das Bergbaumuseum muss unabhängig von Führungen besucht werden können.

Im Marktrat hat man zur Zukunft des Museums noch keine konkrete Entscheidung getroffen. Man will das Konzept erst noch genauer mit dem Museumsverein erörtern. Eines zeichnet sich aber schon jetzt ab: Das von „Atelier & Friends“ vorgeschlagene Konzept wird wohl nur punktuell umgesetzt. „Wir sollten das Ganze Schritt für Schritt machen und uns das Beste aus dem Konzept rausholen“, erklärte Marktkämmerer Michael Liedl in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Auf der Prioritätenliste ganz oben steht zum Beispiel der behindertengerechte Ausbau des Museumshauptgebäudes. Angedacht ist ein als Förderturm gestalteter Lift an der Nordfassade.

Einig ist man sich im Marktrat darüber, dass an den persönlichen Führungen solange wie möglich festgehalten werden soll. Die Führer würden den besonderen Charakter des Museums ausmachen. Parallel dazu müsse aber eine Alternativlösung aufgebaut werden – nämlich mit einem funktionstüchtigen, modernen Audio-Guide-System. Die Rathausverwaltung wurde zudem beauftragt, Fördertöpfe für die Neukonzeption des Museums ausfindig zu machen.

Auszüge aus der Konzeptstudie

– „Das in die Jahre gekommene Museum wartet mit geringer Dynamik und hoher Überfrachtung auf.“

– „Inmitten des beeindruckenden Bestandes schlummern dabei sehr viel Potential, tolle Möglichkeiten und große Geschichten!“

Von Bernhard Jepsen

Auch interessant

Meistgelesen

Kreisbote verlost 5x2 Essensgutscheine fürs Schongauer Street Food Festival
Kreisbote verlost 5x2 Essensgutscheine fürs Schongauer Street Food Festival
Entlastungsstraße Weilheim: Großer Redebedarf bei fünftem Themenabend
Entlastungsstraße Weilheim: Großer Redebedarf bei fünftem Themenabend
Zwei Standorte bietet Oberhausen der Telekom zum Mobilfunkausbau
Zwei Standorte bietet Oberhausen der Telekom zum Mobilfunkausbau
Gelungener Auftakt der Horváth-Tage
Gelungener Auftakt der Horváth-Tage

Kommentare