Marktgemeinde kommt bei Planungen für Bauhofsanierung nur schleppend voran

"Noch nichts entschieden"

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Das Bauhofgelände an der Forster Straße. Rechts im Bild das Wohnhaus, in dem die Sozialräume und Bauhofbüros einquartiert werden sollen. Für die Mieter sucht die Gemeinde laut Bürgermeisterin Manuela Vanni „intensivst“ nach Ersatzwohnungen.

Peißenberg – Spöttische Stimmen behaupten ja, dass der Peißenberger Bauhof schon längst zusammengekracht ist, bevor mit der Sanierung der Betriebsgebäude an der Forster Straße begonnen wird.

Fast zehn Jahre lang wird nun schon über das Projekt diskutiert. Es wurden Alternativstandorte und eine öffentlich-private Partnerschaft in Erwägung gezogen (privater Investor finanziert neuen Bauhof, die Gemeinde mietet oder least die Gebäude dann zurück), und es wurde über eine Fusion mit dem Gemeindewerksbauhof unter betriebswirtschaftlicher Führung der Werke debattiert – doch passiert ist bislang nichts. Ein fundiertes Gesamtkonzept oder eine belastbare Kostenschätzung gibt es immer noch nicht. Das sorgt im Marktrat zunehmend für Unverständnis.

Aktuell sehen die Planungen der Rathausverwaltung so aus, dass an dem Standort an der Forster Straße festgehalten wird. Die Bauhofbüros und die Mitarbeiter-Sozialräume würden demnach in das derzeitige Wohnhaus an der Forster Straße 17a einquartiert. 2019 könnte nach Vannis Zeitplan mit dem Umbau in ein Verwaltungsgebäude begonnen werden – wenn es die Haushaltslage zulässt: „Es ist noch nichts entschieden“, betont Vanni. Wohl wahr: Ein zentraler Baustein der aktuellen Planungen ist nämlich, dass der Gemeindewerksbauhof von der Forster Straße ausgelagert wird. Die frei werdende Halle soll dann für den kommunalen Bauhof als Zwischenlager während der Sanierungsphase und später als Erweiterungsbau dienen. Voraussetzung ist aber, dass die Werke möglichst schnell ein anderes Domizil finden. Vanni hält die Kläranlage für einen „guten Standort, weil man dort keine Grundstücke zukaufen müsste und energetische Synergieeffekte mit der Kläranlage nutzen könnte“: „Ich will den Werken da aber nicht reinreden“, äußert sich Vanni vorsichtig – aus gutem Grund: Bei den Werken ist man dem Vernehmen nach von den Umzugsplänen nicht sonderlich begeistert. Die Frage ist zudem, ob zwei getrennte Bauhöfe mit separater Infrastruktur wirtschaftlich Sinn machen. Vanni hat diesbezüglich keine Bedenken: „Die Bauhöfe sind ja jetzt schon getrennt und haben verschiedene Maschinen.“ Aber gäbe es an der Kläranlage überhaupt Baurecht? Das Betriebsgelände liegt immerhin im Außenbereich, ist aber laut Auskunft der Rathausverwaltung als „Sonderfläche für Versorgungsanlagen“ ausgewiesen.Und wo hakt es sonst noch in der Bauhofplanung? Eventuell am Immissionsschutz. Grundsätzlich genießen die Bauten an der Forster Straße immissionsrechtlichen Bestandsschutz. Aber was passiert, wenn in die Betriebshallen baulich eingegriffen wird? Werden die Grenzwerte dann verschärft? „Ganz sicher kann man das noch nicht sagen“, räumt Vanni ein. Die Thematik soll im Zuge eines Vorbescheidsantrags geklärt werden, den die Gemeinde demnächst beim Landratsamt einreichen will.

Von Bernhard Jepsen 

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