VdK lädt Bundes- und Landtagskandidaten zur Podiumsdiskussion

Der Wahlkampf lässt grüßen

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Peißenberg – Viel diskutiert wurde bei der Podiumsdiskussion nicht, zu der der VdK am Donnerstagabend eingeladen hatte. Vielmehr nutzten die teilnehmenden Politiker die Gelegenheit, in der Tiefstollenhalle ihr Wahlkampfprogramm vor den etwas über 100 Anwesenden auszubreiten.

Zunächst gab es aber nach einer kurzen Ansprache von Bürgermeisterin Manuela Vanni einen detaillierten Abriss von dem, für was sich der Sozialverband VdK einsetzt: Armut, Rente, Gesundheit, Pflege und Behinderung.

„Der VdK war schon immer ein kämpferischer Verband und ist in den letzten Jahren noch kämpferischer geworden“, hielt Landesgeschäftsführer Michael Pausder nicht damit hinter dem Berg, den Druck in Sachen Sozialpolitik weiter erhöhen zu wollen. Die „Unabhängigkeit ist dabei unsere Stärke“, sprach er den Sozialverband frei von Einflüssen durch Politik, Wirtschaft und Staat. „Wir präsentieren die Mehrheit der Wahlberechtigten in Bayern und keine Minderheiten“, spielte er auf die 624 000 Mitglieder in Bayern, im Kreisverband Oberland sind es rund 9 000, an.

Pausder kam in seiner Rede ausführlich auf die Themen zu sprechen, die die Mitglieder des VdK betreffen und bewegen. „0,25 Prozent Rentenanpassung haben unsere Mitglieder als blanken Hohn empfunden“, beschrieb er die Unzufriedenheit vieler Rentner und erntete damit Beifall. „Die Rente mit 67 ist eine Rentenkürzung durch die Hintertür“, kritisierte Pausder weiter.

Auch in Sachen Mütterrente zeigte er sich unzufrieden. „Wenn nichts passiert, werden wir zum ersten Mal in zehn Jahren wieder auf die Straße gehen“, kündigte er eine Großdemonstration an, wenn die Parteien ihre Versprechen nach den Wahlen nicht einhalten.

Dann durften die Besucher die Fragen stellen, die ihnen unter den Nägeln brannten. Nach einer kurzen Sammlung dieser Fragen waren die leitenden Themen gefunden, die sich in das Thema der Veranstaltung „Endlich handeln! Soziale Spaltung stoppen – Armut jetzt bekämpfen!“ einreihten: die Zuzahlung zu Medikamenten, die lokale Ärzteversorgung, die Rente und ihre Besteuerung sowie die Steuerpolitik und die Kluft zwischen Arm und Reich.

Nacheinander durften sich die Politiker auf dem Podium zu den jeweiligen Punkten äußern. Bei allgemeinen Themen zielten die Redebeiträge jedoch oft darauf ab, die eigenen Wahlkampfparolen zu verbreiten. Lediglich, wenn es tatsächlich um regionale Themen ging, wurde teilweise sachlich darüber diskutiert.

Ein Punkt, den die Politiker dabei immer wieder ansprachen, war das Peißenberger Krankenhaus. Alfred Honisch stand klar zu seiner Meinung, dass die Schließung sinnvoll wäre und machte sich damit auf dem Podium keine Freunde. Vor allem Alexander Dobrindt war völlig anderer Meinung. So gifteten sich die beiden Männer immer wieder gegenseitig an. „Demokratie ist mühsam“, sah Moderator Dominik Schott in dem Gezanke nur Positives. So sei es eben ein paar Monate vor der Wahl.

„Geben sie nur teilweise etwas darauf, was sie heute gehört haben“, riet der VdK- Kreisvorsitzende Dr. Josef Klasen zum Ende der Veranstaltung dem Publikum. Zuletzt appellierte er an alle Anwesenden, zur Wahl zu gehen und ihre Stimme nicht zu verschenken.


Zitate der Podiumsdiskussion


Thema Krankenhaus 

 „Wenn man es schließt, löst man an der Gesamtmisere nichts.“ (Alexander Dobrindt) 

 „Ein 40-Betten-Haus lässt sich bei der momentanen Krankenpolitik nicht rentabel halten.“ (Alfred Honisch) 


Thema Steuern/Finanzen 

„Bei Diätenerhöhungen schäme ich mich dafür, dass ich zur Berufsgruppe der Politiker gehöre.“ (Susann Enders)  

„Ich bin für eine Erhöhung der Steuern auf Vermögen. Andere müssen dafür entlastet werden.“ (Michaele Siebe)  

„Deutschland ist für Reiche ein Niedrigsteuerland. Sie nutzen legale Steuervermeidungsstrategien. Die, die viel haben, müsste man stärker belasten.“ (Albert Thurner) 

„Wenn man die Steuer für Reiche anhebt, schadet das vor allem dem Mittelstand. (Klaus Breil) 

„Das Rumgegurke bei den Drohnen ist ein Beispiel, wie sinnlos Geld ausgegeben wird. Was die Bundesregierung verzapft und vorspielt, ist desaströs.“ (Alfred Honisch) 

„Man sollte nicht an der falschen Stelle ansetzen. Es darf keine Vergemeinschaftung der Schulden in Europa geben.“ (Alexander Dobrindt) 


Andere Themen 

„Ich habe den Wunsch, dass wir gemeinsam und fernab von politischer und persönlicher Eitelkeit für die Bürger entscheiden und handeln.“ (Susann Enders) 

„Wir müssen nicht etwas für, sondern mit den Bürgern machen.“ (Michaele Siege) 

„Wenn wir von Politikverdrossenheit reden, liegt es an den immer gleichen Gesichtern.“ (Alfred Honisch) 

„Deutschland braucht den Mindestlohn. Unsere Forderung von 8,50 Euro ist eigentlich zu wenig.“ (Albert Thurner) 

„Nach so vielen Jahren gibt es keine Berechtigung mehr, dass man den Soli weiter fortführt.“ (Klaus Breil) 

„Renten sind kein Gnadenakt oder Almosen, sondern Lohn für eine Lebensleistung.“(Michael Pausder, Landesgeschäftsführer VdK)

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