Polizei gibt Vorfälle aus dem Jahr 2016 im Bereich der Inspektion Murnau bekannt

Straftaten und Unfälle gehen zurück

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Joachim Loy, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der PI Murnau und Rudi Schedler, Polizeihauptkommissar.

Murnau – In der vergangenen Woche veröffentlichte die Polizeiinspektion Murnau in einem Pressegespräch ihre statistischen Zahlen mit den bekannt gewordenen Straftaten für 2016. Daraus geht hervor, dass im Gebiet der PI Murnau – der Markt Murnau und die Gemeinden, Uffing, Bad Kohlgrub, Saulgrub, Ohlstadt und Seehausen – die Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 47 auf 875 Fälle zurückgingen. Die Aufklärungsquote ging mit 61 Prozent minimal zurück.

35 Beamte und fünf Angestellte sorgen für die Sicherheit und Ordnung, auch auf dem Staffelsee und Riegsee. Im Hinblick auf die Häufigkeitszahl, sie wird genutzt, um einen objektiven Vergleich zwischen den Gemeinden und Regionen betreffend der Häufigkeit von Straftaten zu erhalten, stellte der Leiter der PI Murnau Erster Polizeihauptkommissar Joachim Loy fest: „Wir sind einer der sichersten Landkreise in Bayern.“ Auf 100 000 Einwohner kommen im Murnauer Bereich 2 746 Straftaten. „Die Zahl ist phänomenal“, so Loy. Insgesamt verursachten die Straftaten einen Schaden von 948 185 Euro. Was der Polizei auffällt: 55,2 Prozent der Tatverdächtigen sind bereits bekannt und 13,9 Prozent der Taten wurden unter Alkoholeinfluss verübt. „Alkohol ist enthemmend“, so Loy. Er verwies darauf, dass bei Körperverletzungsdelikten etwa 27,8 Prozent der Tatverdächtigen getrunken hatten und in Fällen von Sachbeschädigung sogar 37 Prozent.

Insgesamt 18 Mal wurde in Wohnungen eingebrochen. Für die Geschädigten sei dies sehr hart, da ihnen das Gefühl genommen werde, in ihrer eigenen Wohnung sicher zu sein, beschreibt Polizeihauptkommissar Rudi Schedler die Lage. „Jeder Wohnungseinbruch ist einer zuviel“, ergänzte Loy. Die Polizei bietet Betroffenen daher auch eine Nachbetreuung an.

Zu den sogenannten Kontrolldelikten gehört die Betäubungsmittelkriminalität. Das heißt, je mehr die Polizei kontrolliert, desto mehr Fälle wird sie vermutlich aufdecken. Für das letzte Jahr sind 44 Fälle verzeichnet, was eine leicht rückläufige Tendenz darstellt. In der überwiegenden Mehrheit handelt es sich um den Besitz und Erwerb von Cannabisprodukten, der Anteil der Amphetamine liegt bei circa zehn Prozent. Der Polizei ist klar, dass die Dunkelziffer in dem Bereich hoch ist.

Beim Thema Zuwanderer beziehungsweise Asylbewerber bringt Loy klar zum Ausdruck, dass durch ihre Anwesenheit kein Anstieg der Straftaten zu erkennen ist – die Zahlen sind, wie oben genannt, insgesamt rückläufig. Auch werden von Zuwanderern begangene Taten genauso verfolgt und gemeldet wie bei jedem Deutschen oder anderen Ausländer. Fast alle Vorfälle, darunter ein versuchter Mord, begingen die Asylbewerber untereinander in den Unterkünften. Kleinere Streitigkeiten konnten ohne größere Probleme behoben werden. „Je mehr man sich kümmert, umso weniger Straftaten werden begangen“, erklärte Loy. Das gelte sowohl für die Polizei, die täglich mehrmals an den Asylbewerberunterkünften vorbeifährt und an Besprechungen und Runden Tischen teilnimmt, als auch für die Arbeit der freiwilligen Asylhelfer.

Ebenfalls vorgestellt wurde die Verkehrsstatistik für 2016 mit dem Rückgang an Unfällen – insgesamt waren es 801 – und verletzten Personen. Besonders im Bereich der Unfälle, wo Alkoholkonsum die Ursache war, kam es zu einem starken Rückgang (68,8 Prozent weniger). Ein Unfall, ein Radfahrer kollidierte mit einem Lkw, verlief tödlich. Der kurioseste Wildunfall war Schedler zufolge, als ein Fuchs von einem Auto erfasst wurde und sich in der Front des Wagens verkeilte.

Beide Beamten hoben im Gespräch auch die Bedeutung der Jugendarbeit der Polizei hervor. Ob im Bereich der Verkehrserziehung oder bei Präventionsprojekten gegen Gewalt und Sucht kooperiere man eng mit den Schulen im PI Bereich.

„Insgesamt sind wir zufrieden“ zog Loy Bilanz, „und wir sind hoch motiviert.“

Ab 2019 wird neben der Murnauer Polizeidienststelle gebaut. Entstehen soll ein modernes Schulungszentrum, in dem die Beamten aus den drei Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen für ihre Einsätze trainieren können.

Melanie Wießmeyer

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