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Polizei stoppt Irrfahrt eines verwirrten Autofahrers auf der A8

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Seitenansicht eines deutschen Polizeiwagens auf der Autobahn
Das Fahrzeug wurde durch eine zivile Streifenbesatzung eines Video-Fahrzeuges der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim gesichtet. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / rissix

Irschenberg/Region - Wie die Polizei mitteilte, verständigten am Freitag, 16. September, mehrere Verkehrsteilnehmer gegen 15 Uhr den Polizeinotruf und gaben an, dass auf der Autobahn A8 in Fahrtrichtung Salzburg ein roter SUV mit französischen Kennzeichen mehrfach über den Standstreifen überholt und in halsbrecherischer Weise überwiegend mit überhöhter Geschwindigkeit fuhr.

Die Geschwindigkeit habe teilweise deutlich über 150 km/h betragen. Auf Höhe des Irschenbergs wurde das Fahrzeug durch eine zivile Streifenbesatzung eines Video-Fahrzeuges der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim gesichtet. Der Fahrer überholte trotz starken Verkehrsaufkommen mehrfach rechts und gefährdete beim Einscheren andere Verkehrsteilnehmer. Zudem mussten andere Fahrzeuge teilweise sehr stark abbremsen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Nachdem der Fahrer des roten Renault durch das Polizeifahrzeug gestoppt werden sollte, entzog er sich der Kontrolle. Auch eine uniformierte Streifenbesatzung der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim missachtete der Fahrer nach Angaben der Polizei und fuhr mit circa 140 km/h an einem Stau am Fuße des Irschenbergs vorbei. Hierbei benutzte der Fahrer auch den Pannenstreifen der Autobahn.

Aufgrund der waghalsigen Fahrt und der extremen Gefährdungslage wurde das Fahrzeug zur Anhaltung gebracht und mit mehreren zivilen und uniformierten Streifenbesatzung der Grenzpolizei Raubling und Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim gestoppt. Unmittelbar vor der Anschlussstelle Bad Aibling konnte der Fahrer festgenommen werden. Im Zuge der Anhaltung und Festnahme kam es deshalb kurzzeitig zu einer Teilsperrung der Autobahn, welche jedoch nach 20 Minuten wieder aufgehoben werden konnte.

In dem roten Renault befanden sich neben dem 55-Jährigen Fahrer aus Brasilien zwei deutsche Insassen. Bei den zwei deutschen Insassen handele es sich um Tramper, welche auf dem Weg von Deutschland nach Italien waren und unmittelbar zuvor an einem Rasthof nach einer Mitfahrgelegenheit suchten. Ohne den Fahrer des roten SUV’s zu kennen, stiegen die zwei deutschen Urlauber in den Pkw. Bereits unmittelbar nach dem Verlassen des Rasthofes bereuten die zwei Männer nach eigenen Angaben ihre Entscheidung und forderten den Fahrer auf sein Fahrzeug zu stoppen. Dieser Aufforderung kam der Fahrer jedoch nicht nach und blieb nicht mehr stehen. Die zwei jungen Männer wurden von der Polizei in Sicherheit gebracht, da das Fahrzeug gestoppt werden konnte. Beide blieben bei dem Vorfall unverletzt, erlitten jedoch einen Schock und bedankten sich mehrfach bei der Polizei für das rasche Eingreifen.

Der 55-Jährige Fahrer befand sich in einem psychischen Ausnahmezustand und unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln. Er wurde noch am selben Tag in eine Fachklinik eingewiesen. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Traunstein und Staatsanwaltschaft München II führt die Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim alle weiteren Ermittlungen. Unter anderen muss sich der Fahrer wegen Freiheitsberaubung, Gefährdung des Straßenverkehrs und Nötigung verantworten.

Weitere Ermittlungen ergaben zudem, dass der 55-Jährige Brasilianer bereits seit mehreren Kilometern unter waghalsiger Fahrweise über die Autobahn A8, A99 und A9 fuhr. Betroffene, die von einem roten Renault SUV mit roten französischen Kurzzeitkennzeichen gefährdet worden sind oder sind Zeuge dieser Irrfahrt wurden, werden gebeten die Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim unter Tel. 08035/9068-0 zu verständigen.

In diesen Zusammenhang warnt die Polizei eindringlich: „Steigen Sie niemals in ein fremdes Fahrzeug, ohne den Fahrer oder die Insassen zu kennen.“

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Von Kreisbote

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