So haben Gauner keine Chance

Polizei Weilheim und Sparkasse Oberland warnen vor Betrugsmaschen

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Vor Trickbetrügern warnen (v.li.) Kriminaloberkommissar Simon Bräutigam und Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberland Thomas Orbig.

Weilheim – Bis zu einem Dutzend Anzeigen wegen Trickbetrugs muss die Kriminalpolizei Weilheim jeden Tag aufnehmen. Die Täter geben sich am Telefon als Angehörige, Bankangestellte, Handwerker, Polizisten oder Staatsanwälte aus und gehen oft äußerst geschickt vor. Wie man sich gegen ihre raffinierten Methoden wehren kann, erläuterten bei einem gemeinsamen Pressegespräch Simon Bräutigam von der Kripo Weilheim und Thomas Orbig, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberland.

„Die Gauner geben sich am Telefon überzeugend als Beamte aus, um das Vertrauen der Angerufenen, meist Senioren, zu gewinnen“, so Bräutigam. Auf diese Weise seien schon hohe Summen verloren gegangen. Dabei nutzen die Täter eine spezielle Technik, die auf dem Display die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Nummer erscheinen lässt, obwohl die Anrufer vom Ausland aus agieren.

Die Methoden, um an Geld oder Wertsachen zu kommen, sind sehr vielfältig. Wie zum Beispiel der Vorwand, die Polizei habe Hinweise auf einen geplanten Einbruch, oder die Ersparnisse müssten auf untergeschobenes Falschgeld überprüft werden. Eine andere Methode ist das Versprechen sehr attraktiver Geldanlagen in Litauen und Nigeria.

„Auch auf die Konten und Bankdepots ihrer Opfer haben es die Täter abgesehen“, so Orbig. Mit dem Hinweis, die Bankmitarbeiter seien korrupt, sollen die Angerufenen ihre Konten leeren und das Geld einem Unbekannten übergeben, der sich als Polizist ausgibt. Andere Betrugsopfer werden aufgefordert, Geld ins Ausland zu überweisen, damit eine angebliche Betrügerbande festgenommen werden könne. „Reagiert ein Opfer misstrauisch, wird es unter Druck gesetzt und eingeschüchtert“, weiß Bräutigam. Seine konkreten Tipps:

• Beenden Sie verdächtige Telefonate mit Unbekannten sofort. Banken nehmen in dieser Weise keinen Kontakt mit Kunden auf.

• Erlauben Sie Fremden niemals Zugriff auf Ihren Rechner, beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.

• Wurde ein Schadprogramm bereits installiert, sollte der Rechner sofort vom Netz getrennt und möglichst durch einen Experten untersucht werden.

• Geben Sie an Unbekannte keinesfalls Ihre Bank- oder Kontodaten, TAN-Nummern oder sonstige Zugangsdaten weiter.

• Überprüfen Sie die Adressleiste in Ihrem Browser. Bei geringsten Abweichungen sollten Sie stutzig werden. Starten Sie keinen Download über einen direkten Link.

• Verschicken Sie niemals vertrauliche Dokumente, wie zum Beispiel Kopien von Personalausweisen oder Kontoauszüge, an eine fremde E-Mail-Adresse.

• Lassen Sie niemanden in die Wohnung und reden Sie am Telefon nicht über persönliche und finanzielle Verhältnisse.

• Sind Sie sich unsicher, wählen Sie die Nummer 110. Benutzen Sie dabei aber auf keinen Fall die Rückruftaste, da Sie sonst wieder bei den Betrügern landen. Man kann sich auch jederzeit an das örtliche Polizeirevier wenden.

Von Peter Stöbich

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