Sicheres Pflaster

Polizei Weilheim stellt Bericht für 2019 vor

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Die Gesamtkriminalität blieb 2019 unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Weilheim – 1284 Straftaten (58 mehr als 2018) hat die örtliche Polizeiinspektion im vergangenen Jahr in der Kreisstadt registriert. 65,1 Prozent davon wurden aufgeklärt. „Ein guter Wert, denn Städte haben in der Regel schlechtere Quoten“, erläuterte Polizeioberkommissar Thomas Stumpf den Sicherheitsbericht 2019 für die Stadt Weilheim.

PI-Leiter Harald Bauer und sein Kollege Stumpf standen den Stadträten Rede und Antwort. Von den Kennzahlen in den einzelnen Deliktbereichen ließe sich für Weilheim die Fortsetzung eines „positiven Trends“ ableiten, wie Stumpf ausführte. Trotz eines leichten Anstiegs um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr blieb die Gesamtkriminalität 2019 unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Mehr Rohheitsdelikte

Einen Anstieg von 172 auf 211 Fälle verzeichnete die PI Weilheim bei den Rohheits- und Eigentumsdelikten, dazu zählen Raub, Erpressung, Bedrohung und Nachstellung, sowie bei den Sachbeschädigungen (+26). Dagegen nahm die Betäubungsmittelkriminalität von 164 auf 107 Fälle ab. Dieser Bereich soll mit Kontrollen und Ermittlungen weiterhin verstärkt überwacht werden. Konstant niedrig blieb im Stadtgebiet die Zahl der Wohnungseinbrüche (5). Eine sehr erfreuliche Meldung, wie Stumpf feststellte, da jedes Eindringen in die Privatsphäre „mit schweren Folgen für die Bewohner“ verbunden sei.

Gut drei Viertel aller Tatverdächtigen waren männlich, knapp 20 Prozent der Straftaten wurden von Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) und Heranwachsenden (18 bis 19) begangen. 59 Prozent aller Tatverdächtigen waren deutsche Bürger. Als „Ausländer“ gilt laut PI-Chef Bauer im statistischen Sinne „jeder, der nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hat“.

Callcenterbetrug

Die Masche raffinierter Betrüger, mit perfiden Aufforderungen oder Gewinnversprechen (z.B. Enkeltrick, falsche Polizeibeamte) ältere Mitbürger um ihr Erspartes zu bringen, hält auch die Polizei in Weilheim auf Trab. Die Schadenssumme nimmt deutlich zu. PI-Chef Bauer berichtete von „15 bis 20 Fällen“ im Stadtgebiet und wichtiger Präventivarbeit (Fachberatung, Schulungen).

Sicherheitswacht

„Nur positive Rückmeldungen“ gingen bei der PI über die Sicherheitswacht ein, deren acht Mitarbeiter auf ihren Streifgängen verstärkt in der Innenstadt, am Dietlhofer See und an Grillplätzen unterwegs sind.

Weniger Verkehrsunfälle mit Verletzten

45 Prozent aller Verkehrsunfälle (773) im Bereich der PI ereigneten sich 2019 im Stadtgebiet von Weilheim. Dabei wurden 16 Personen schwer (-14,74 Prozent) und 89 leicht verletzt. Der Gesamtschaden belief sich (ohne Kleinunfälle) auf 1,36 Mio. Euro. 98 Verkehrsunfallfluchten konnte die Polizei aufklären, in 122 Fällen kam der Verursacher unerkannt davon.

Nachgefragt

Eine Frage aus dem Stadtratsgremium bezog sich auf die Fälle von häuslicher Gewalt: Laut Bauer geht die PI Weilheim jährlich 50 bis 60 Meldungen nach. Beim Großteil der Straftaten, die von 14- bis 19-Jährigen begangen wurden, waren Alkohol oder weitere Drogen im Spiel, erklärte der BI-Chef.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Polizeiarbeit aus? Über 300 Anzeigen sind bei der PI Weilheim bereits eingegangen. Bürger hatten sich wegen Verstößen gegen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen oder unerlaubten Personenansammlungen an die Polizei gewandt. Dass derzeit mehr Fahrradunfälle passieren, führt Bauer darauf zurück, dass wegen Corona mehr geradelt wird. Mit 69 Beamten sieht er die PI personell „im Soll und gut ausgestattet“.

2019 wurden in Weilheim 29 Versammlungen polizeilich begleitet. Bauer berichtete von einer weiteren Beobachtung: „Beleidigungen und Gewalt gegenüber Amts- und Mandatsträgern nehmen zu.“

Von Maria Hofstetter

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