Aktion gegen Raser

Polizeidienststelle Weilheim beteiligt sich am Blitzermarathon

Polizeihauptkommissar Wolfgang Aubeck kontrollierte per Lasergerät die Geschwindigkeitsdisziplin der Verkehrsteilnehmer.
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Polizeihauptkommissar Wolfgang Aubeck kontrollierte per Lasergerät die Geschwindigkeitsdisziplin der Verkehrsteilnehmer.

Polling/Landkreis – „Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern die Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle“, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Unter der Woche fand im Freistaat die achte Auflage des Blitzermarathons statt, an dem sich selbstverständlich auch das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd beteiligte.

Im Einzugsgebiet der Polizeidienststelle Weilheim wurde an der Roßlaichbrücke bei Polling eine via Medien vorangekündigte Laser-Messstelle eingerichtet. Auf dem Abschnitt der B 472 ist die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 60 beschränkt. Intention des Blitzermarathons war ausdrücklich nicht, die Fahrzeuglenker mit Bußgeldbescheiden abzuzocken. Vielmehr sollte die Aktion die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren, wie Polizeioberkommissar Thomas Stumpf betonte: „Wir wollen, dass die Leute über ihr Fahrverhalten nachdenken.“

Knapp ein Drittel der Verkehrstoten auf Bayerns Straßen geht auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurück. 2020 betrug die Anzahl der Toten im Freistaat 147. Das waren trotz des pandemiebedingt geringeren Verkehrsaufkommens mehr Unfalltote als 2019, als 141 Fälle zu beklagen waren. Im Landkreis Weilheim-Schongau verzeichnet man laut Stumpf einen „leichten Rückgang“ an Unfällen, die durch überhöhte Geschwindigkeit verursacht wurden. Im Großen und Ganzen liege man im bayerischen Durchschnitt. „Es gibt keine Auffälligkeiten, also weder Ausreißer nach oben oder nach unten“, so Stumpf.

Geschwindigkeitskontrollen hat die Polizeidienststelle Weilheim übrigens nicht nur im Rahmen des Blitzermarathons, sondern regelmäßig auf ihrer Agenda stehen. „Das machen wir jede Woche. Die Zeiten und Örtlichkeiten sind unterschiedlich“, erklärt Stumpf. Jeder Dritte Führerscheinträger wird laut Statistik während seiner „Fahrer-Laufbahn“ in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt. „Das ist ein guter Grund, um zu lasern“, meint Stumpf.

Bilanz der Polizei

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd veröffentlichte bereits am Tag darauf eine Bilanz. Im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums, zu dem auch der Landkreis Weilheim-Schongau gehört, wurden 594 Verkehrsteilnehmer wegen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit an 159 verschiedenen Messstellen erfasst. Zusätzlich wurden noch 113 weitere Verstöße festgestellt, die ebenfalls geahndet wurden. 

Im Vergleich zum letzten Blitzmarathon 2019: damals wurden bei rund 24 000 kontrollierten Fahrzeugen 945 Geschwindigkeitsübertretungen festgestellt und geahndet.

Ein drastischer Verstoß in Sachen Geschwindigkeit im Präsidialbereich wurde gegen 23.30 Uhr auf der Autobahn A995 auf Höhe der Anschlussstelle Taufkirchen in Fahrtrichtung Autobahnkreuz München-Süd gemessen. Im besagten Streckenabschnitt ist die Autobahn ab 22 Uhr zum Schutz der Anwohner vor Lärm in der Nachtzeit auf eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h beschränkt. Anstatt der erlaubten 80 km/h blitzte es bei sage und schreibe 206 km/h. Den Verkehrsteilnehmer erwartet nun eine Geldbuße in Höhe von 600 Euro, zwei Punkte in der Verkehrssünderdatei und ein dreimonatiges Fahrverbot.

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