Alle drängen in die Natur

Polizeipräsidium Oberbayern Süd appelliert an Ausflügler

Verschneiter Wanderweg
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So ruhig ist es selten in den beliebten Ausflugszielen in den Bergen. Die Polizei setzt auf verstärkte Kontrollen.

Region ‒ Zugefrorenen Seen, Schnee bedeckte Berge ‒ das zieht viele Menschen zum Rodeln und Schlittschuhfahren in die Natur. Das führte die vergangenen Wochen stellenweise zu kilometerlangen Staus an den Ausflugszielen. Dadurch kam es zu verstärkter Verkehrsüberwachung. Die Bilanz der Einsatzkräfte fällt unterschiedlich aus.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd befinden sich zahlreiche touristische „Hotspots“. Die An- und Abfahrtswege sowie öffentlichen Parkplätze waren bereits vor der Corona-Pandemie regelmäßig durch den Ausflugsverkehr überfüllt und nicht mehr aufnahmefähig. Vielerorts waren öffentliche Ausflugsparkplätze schon am frühen Vormittag belegt, sodass zahlreiche Fahrzeuge am Fahrbahnrand, auf Grünstreifen, in Wäldern oder auf Wiesen abgestellt wurden.

Vornehmlich an Feiertagen und Wochenenden mit trockener Witterung mussten vielfach Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, insbesondere gegen Park- und Durchfahrtsverbote, verfolgt werden, wie es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums heißt. Alleine zwischen dem Jahreswechsel und dem Dreikönigstag wurden rund 300 Verkehrsordnungswidrigkeiten gebührenpflichtig verwarnt oder zur Anzeige gebracht.

Aufgestelltes Schild gegen Ausflügler

Für mediales Aufsehen sorgte ein selbst gebasteltes Schild mit möglicherweise beleidigendem oder volksverhetzendem Inhalt gegen Tagestouristen im Landkreis Miesbach. Am Silvestertag stellten Beamte der Polizeiinspektion Miesbach am Ortseingang das Schild sicher. Zudem wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet und der Sachverhalt der Staatsanwaltschaft München II zur Prüfung hinsichtlich eines möglichen, strafbaren Inhalts weitergeleitet. Das Ergebnis steht derzeit noch aus.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Kfz-Kennzeichen alleine keine Rückschlüsse auf den Wohnort oder die Herkunft der Insassen zulässt. Vielmehr kann es sich bei dem Fahrzeug um ein Leasing-, Miet- oder Firmenfahrzeug handeln. Zudem wurde bereits mit Beginn des Jahres 2015 die bundesweite Kennzeichenmitnahme eingeführt, nach der jeder Fahrzeughalter sein altes Kennzeichen bei einem Umzug innerhalb Deutschlands behalten darf.

Ganzheitliche Kontrollen der Polizei

Die vom Ausflugsverkehr tangierten Dienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd kontrollieren auch weiterhin, teilweise mit Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei, verstärkt die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung und das Freihalten der Zufahrtsstraßen in den Ausflugsregionen. Festgestellte Verstöße werden konsequent geahndet. Dies kann von einem Verwarnungsgeld oder einer Ordnungswidrigkeitenanzeige bis hin zur Abschleppung des Fahrzeugs führen.

Zudem sind die Polizeibeamten zur Bekämpfung von vermeidbaren Infektionsgefahren angehalten, das Vorliegen von triftigen Gründen für das Verlassen der eigenen Wohnung (Allgemeine Ausgangsbeschränkung), aber auch die Beachtung der Kontaktbeschränkung im Rahmen von ganzheitlichen Kontrollen zu überprüfen und dabei festgestellte Verstöße zur Anzeige zu bringen.

Verstöße gegen die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung waren im Zuge der Überwachung des Ausflugsverkehrs kaum festzustellen. Die Menschen hielten sich, wo vorgeschrieben, meist vorbildlich an die Maskentragepflicht, die Abstandsregeln und die Kontaktbeschränkungen.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie appelliert die Polizei nochmals im Interesse aller an die Solidarität und den Gemeinschaftssinn:

• „Beachten Sie die Regelungen der geltenden Infektionsschutzmaßnahmenverordnung!“

• „Beachten Sie ab Montag, 11. Januar, insbesondere eine mögliche Umkreisbeschränkung von 15 Kilometern für Ihren Wohnort, sofern der 7-Tage-Inzidenzwert über 200 liegt!“

• „Wägen Sie vor Fahrtantritt bitte gründlich ab, ob Sie für Ihren Ausflug unbedingt Ihren Wohnort verlassen müssen!“

• „Fahren Sie keine Ausflugsziele an, von denen Sie z. B. aus dem Rundfunk wissen, dass es hier bereits zu Stauungen auf der Anfahrt kommt!“

• „Überlegen Sie sich vor Fahrtantritt einen ‚*Plan B‘, also ein alternatives Ausflugsziel! Diese Internetseite bietet hierfür wertvolle Tipps.“

• „Parken Sie nur auf ausgewiesenen Parkplätzen und -flächen!“

• „Denken Sie an die Umwelt! Insbesondere Wiesen und Wälder, die nicht explizit als Parkplatz ausgewiesen wurden, sind nicht zum Abstellen eines Fahrzeugs geeignet!“

• „Halten Sie Rettungswege frei und achten Sie beim Parken am Fahrbahnrand auf eine ausreichende Fahrbahnbreite für größere Einsatz- und Rettungsfahrzeuge!“

• „Weichen Sie auf andere Parkplätze aus, auch wenn sich hierdurch Ihr Fußweg verlängert!“

Von Kreisbote

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