Immer häufiger werden strafbare Inhalte per Smartphone geteilt

Gewalt auf dem Handy

Menschliche Hand bedient Smartphone.
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Immer häufiger sind auf Smartphones strafbare Inhalte zu finden.

Region – Die Verbreitung von gewaltverherrlichenden und sexualisierten Inhalten über Chats, Messenger und soziale Medien steigt laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd unaufhörlich. Dabei sind oft Minderjährige involviert.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums verzeichnet in den vergangenen Jahren einen Anstieg von 69 Prozent bei den Fallzahlen, in denen Jugendliche bei der Benutzung von Smartphones Opfer und gleichermaßen Täter von gewaltverherrlichendem oder sexualisiertem Bildmaterial im Internet werden. Im Jahr 2019 wurden im südlichen Oberbayern insgesamt 250 Ermittlungsverfahren wegen des Verbreitens pornografischer Schriften in WhatsApp-Gruppen geführt.

Kinderpornos und Hakenkreuze

In den meisten Ermittlungsverfahren wurden als Verbreiter Kinder und Jugendliche identifiziert, die meist in Chatgruppen von Schulklassen strafbare Inhalte verteilten. Diese Inhalte bestanden dabei aus kinder- oder tierpornografischen Videos und Bildern. Auch verfassungswidriges Bildmaterial wie Hakenkreuze, Hitlergruß oder fremdenfeindliche Inhalte wurden geteilt. Erschreckend ist das Alter der Gruppenmitglieder: vornehmlich zwischen 12 und 17 Jahren, wie aus der Kriminalstatistik hervor geht.

„Schick mir doch mal ein Bild von dir“

Ebenfalls erschreckend ist ein anderes Phänomen unter Jugendlichen: der Versand von eigenen Nacktbildern oder sogar Videos mit sexuellen Handlungen über Messengerdienste und soziale Medien. Teenager verschicken aus Liebe Nacktfotos an ihre Partner. Nach dem Ende der Beziehung werden sie damit erpresst – weitere Bilder und Videos werden gefordert. Ansonsten, so die Täter, würde das bisher geschickte Material ins Internet gestellt.

In einigen Fällen kennen die Opfer die Täter gar nicht persönlich, sondern führen eine sogenannte Cyber-Beziehung.

Tipps für Eltern

Oft ist dieser Altersgruppe nicht bewusst, dass hinter einem versandten Material ein reales Gewaltverbrechen wie sexueller Missbrauch oder eine andere strafbare Handlung stehen kann. Das Polizeipräsidium hat deshalb ein Präventionskonzept entwickelt. Hauptsächlich in weiterführenden Schulen werden bei Bedarf Vorträge gehalten und die Jugendlichen in Gesprächen auf die Folgen der Verbreitung von solchen Inhalten hingewiesen.

Für die Eltern hat die Polizei folgende Tipps zur Hand:

• „Seien Sie Partner Ihres Kindes und bieten Sie sich als vertrauens- und verständnisvoller Ansprechpartner an, sollte doch mal etwas schiefgelaufen oder etwas Unerwünschtes auf dem Handy gelandet sein.“

• „Sprechen Sie offen mit Ihren Kindern über die Gefahren und Folgen, die im Zusammenhang mit dem Verbreiten von pornografischen oder strafbaren Inhalten stehen.“

• „Zeigen Sie Ihren Kindern auf, welche psychischen Folgen vor allem für die Empfänger und Opfer von pornografischen oder strafbaren Inhalten entstehen können.

• „Nutzen Sie Beratungs- und Hilfsangebote (Jugendsozialarbeit, Jugendamt, örtliche Polizeiinspektion, etc).“

Weitere Infos für junge Menschen, Eltern und Pädagogen auf www.polizeifürdich.de.

Von Kreisbote

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