Polizeipräsidium Rosenheim und Kreisverkehrswacht coachen Senioren in puncto Verkehrssicherheit

Selbsteinschätzung lernen

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Die Kreisverkehrswacht stellte zwei Simulatoren auf, an denen die Senioren unter der Anleitung von Georg Off (weißes Hemd) ihr Reaktionsvermögen testen konnten. Rechts im Bild Polizeioberkommissarin Miriam Stark.

Peißenberg – In vielen anderen Ländern müssen Senioren ab einem bestimmten Alter ihre Führerscheintauglichkeit nachweisen – in Deutschland nicht. Hierzulande vertraut man auf die Eigenverantwortlichkeit.

Eine gute Möglichkeit für die Generation „65 plus“ zu testen, ob sie noch die Fitness für den Straßenverkehr besitzt, bietet das vom Peißenberger Seniorenbeirat initiierte Verkehrssicherheitstraining in der Tiefstollenhalle. Auch heuer waren wieder ein Spezialteam vom Polizeipräsidium Rosenheim und die Kreisverkehrswacht zu Gast, um die Zielgruppe zu sensibilisieren und zur Selbstreflexion anzuregen. Nebenbei gab es noch Aufklärung über aktuelle Betrugsmaschen und Trickbetrügereien.

An vier Stationen konnten die Teilnehmer unter anderem ihre kognitiven Fähigkeiten überprüfen oder an den von der Kreisverkehrswacht aufgebauten Fahrsimulatoren ihr Reaktionsvermögen testen. Ein Programmschwerpunkt war ferner dem Fahrradfahren vorbehalten. Vor allem bei Senioren wird die Nutzung von E-Bikes immer beliebter. Die elektrische Fahrunterstützung verschafft zwar höhere Geschwindigkeiten und zusätzliche Mobilität, allerdings gibt es auch eine Kehrseite der Medaille: Die Unfallzahlen steigen massiv an. „Wenn man die Kraft und Balance hat“, erklärte Polizist Thomas Schreiner beim Sicherheitstraining, „dann soll man Rad fahren. Wenn man beides nicht mehr hat, dann sollte man es bleiben lassen.“ Es war ausdrücklich nicht Intention der Veranstaltung, bei den Senioren Ängste zu schüren: „Es geht darum, dass die Zielgruppe lernt, sich selber besser einzuschätzen“, betonte Miriam Stark, die Leiterin der verkehrspolizeilichen Prävention.

Sorgen, dass ihnen in der Tiefstollenhalle gleich der Führerschein „gezwickt“ wird, brauchten die Teilnehmer also nicht zu haben. „Es muss letztlich jeder selber wissen“, erklärte Georg Off, der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht: „Manche können schon im Alter von 60 Jahren nicht mehr richtig fahren, andere hingegen sind mit 95 im Straßenverkehr noch fit.“ Off hält es für möglich, dass auch in Deutschland Tests bezüglich der Führerscheintauglichkeit eingeführt werden: „Man muss da mit Aussagen vorsichtig sein. Das könnte einem falsch ausgelegt werden“, ist sich Off des heiklen Themas bewusst. Allerdings: „Leider hören die meisten Senioren erst dann mit dem Autofahren auf, wenn sie einen Unfall hatten.“ 

Von Bernhard Jepsen

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