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»Polling, das Malerdorf« um neueste Erkenntnisse ergänzt

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Von: Britta Sölla

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Bürgermeister Martin Pape, Autor Dominik von König und Michael Jarnach.
Präsentieren die Neuauflage vor einem der Gemälde aus der beschriebenen Zeit, dem „Water girl“ von Joseph DeCamp: Bürgermeister Martin Pape, Autor Dominik von König und Michael Jarnach, Kulturbeauftragter der Gemeinde. © Sölla

Polling – Der schmale blaue Band hat es in sich. Wer sich für Kunst interessiert, wird überrascht sein, in welchen künstlerischen Kontext sich Polling hier stellt. 2013 erschien die erste Auflage des Bandes „Polling, das Malerdorf – Maler im Klosterdorf Polling in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach Einträgen im Fremdenbuch der Klosterwirtschaft“. 

Marieanne von König hatte das Pollinger Museum umgestaltet und ihr Mann Dominik kam daraufhin auf die Idee, sich mit den Malern zu beschäftigen, die Polling ab den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts aufgesucht hatten. Als Grundlage für die Forschung zum Thema diente damals hauptsächlich das Fremdenbuch der Streicherschen Wirtschaft, der Pollinger Klosterwirtschaft.

Einer der ersten Namen, der sich dort findet, ist Frank Duveneck, amerikanischer Impressionist und mittlerweile Namensgeber einer Straße in Polling. Ihm folgten viele weitere bekannte und weniger bekannte amerikanische und europäische Künstler. Rund 400 an der Zahl kennt man mittlerweile. Polling ordne sich hiermit eigentlich in die Reihe der bekannteren Künstlerkolonien wie Dachau und Worpswede ein, so der Autor.

Die Forschungsarbeit hörte aber nach Erscheinen des Buches nicht auf. Immer wieder erhielt und fand Dominik von König seit Erscheinen der ersten Auflage des Bandes Hinweise auf weitere Künstler, die in Polling Inspiration fanden. Hin und wieder taucht das Wort Polling in einem Bildtitel auf, in anderen Fällen muss man genau hinsehen, um zu erkennen, dass man eine Szene aus Polling vor Augen hat.

Hilfe aus den USA

Manche Künstler sind nicht im Fremdenbuch zu finden, da sie auf Bauernhöfen ihre Unterkunft fanden, die ein solches nicht pflegen mussten. Dort ist man dann unter anderem auf Briefwechsel angewiesen, die Aufschluss über den Aufenthalt geben. Hier seien besonders amerikanische Institutionen wie das Smithsonian Institute hilfreich gewesen, so von König. Mittlerweile weiß man, dass auch Emil Nolde eine Zeit lang in Polling war. Dies ist in seiner Autobiografie zu erfahren. Gemälde von ihm aus jener Zeit existieren ebenfalls.

Nachdem es in den vergangenen Jahren also noch einmal verschiedene neue Erkenntnisse zum Thema gab, entschloss man sich jetzt, eine aktualisierte Auflage des Bandes herauszubringen.

Parallel wird auch die Sammlung des Museums Polling ständig erweitert. Erst kürzlich tauchte in der Sendung „Bares für Rares“ ein Gemälde auf, das zur betreffenden Zeit in Polling entstanden ist und nun für die Sammlung erstanden wurde. Möglich, dass sich in diesem Kontext noch weitere wichtige Informationen finden und irgendwann eine weitere Auflage nötig wird.

Die Gemeinde als Verleger des Bandes hat auf jeden Fall ein klares Ziel vor Augen: „Wir wollen hier einen Teil der Geschichte Pollings fixieren“, so Bürgermeister Martin Pape. Erhältlich ist der Band im Buchhandel und bei der Gemeinde Polling.

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