Film von Weilheimer Gymnasiasten wird bei Musikfestival gezeigt

Ein stummer Teenie-Beethoven

+
Freuen sich gemeinsam mit den Schülern auf die Aufführung des Stummfilms: Hi.v.li. Schulleiterin Beate Sitek, Musiklehrer Clemens Hauck, Kunstlehrerin Bettina Sitt-Möbius sowie die Initiatoren v. re. Gerold Huber und Birgit Chlupacek.

Weilheim – Musikgeschichte pauken, den Quintenzirkel büffeln und den eigenen Gesang vom Lehrer bewerten lassen: So mancher hat den Musikunterricht aus der eigenen Schulzeit wohl noch genau in Erinnerung. Dass es auch anders geht, zeigt Clemens Hauck am Gymnasium. Gemeinsam mit der Klasse 8a entsteht dort gerade ein ungewöhnliches Filmprojekt.

In den letzten beiden Jahren haben sich die „Pollinger Tage für Alte und Neue Musik“ einen Namen gemacht. Auch heuer wird Hochkarätiges geboten. Ein Teil davon sind zum zweiten Mal Weilheimer Schüler. Der Lehrplan der achten Klasse beinhaltet neben Filmmusik die Wiener Klassik. Schnell entstand daher eine Idee zur Kombination dieser beiden Themen in einem Stummfilm über Ludwig van Beethoven, als die Organisatoren des Musikfestivals wieder beim Gymnasium anklopften. Ein mutiges Projekt, das Hauck und seine Klasse im November in Angriff nahmen. Lediglich eine Unterrichtsstunde pro Woche ist für das Fach Musik vorgesehen. In diesen knappen Zeitrahmen musste alles hineingepackt werden – von der Konzeption über die Organisation bis hin zu den Proben und Aufnahmen.

Es gehe im Film „Beathoven – Schicksalsjahre in Bonn“ um den „Teenie-Beethoven“, sagt Hauck. „In seiner Bonner Zeit wurde er zum Wunderkind dressiert“, erklärt der Lehrer, warum genau dieser Abschnitt von Beethovens Lebensweges gewählt wurde. Hauptdarstellerin ist Zofia Osswald. Sie kam ganz unverhofft zu ihrer Rolle. „Keiner hat etwas gesagt, als es um die Besetzung ging. Dann habe ich gemeint, wenn es sonst keiner macht, dann spiele ich Beethoven“, erzählt die Schülerin. Erste Schauspielerfahrungen hat sie bereits in der Theater AG sammeln können und auch das, was sie im Gesangsunterricht lernt, will sie gemeinsam mit ihrer Freundin Amelie bei einem live gesungenen Duett zum Film zeigen. Wie der Film sonst musikalisch umrahmt wird, steht gut zwei Wochen vor der Aufführung hingegen noch nicht fest. „Ein Lied von Ed Sheeran stand bereits zur Auswahl“, lässt Hauck in die Produktion blicken. „Ob das so bleibt, weiß ich aber nicht“, gesteht der Musiklehrer, dass die Arbeit mit einer Horde Teenager manchmal durchaus etwas chaotisch ist. „Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, in der immer heiß diskutiert wird“, sagt er und grinst.

Letztendlich hat dennoch jeder eine Aufgabe gefunden: Maske, Kostüme, Bühnenbild, Regie, Schnitt und sogar ein Catering für die Pause sind präzise aufgeteilt. Auch das Plakat ist ein Gemeinschaftsprojekt, das im Kunstunterricht von Bettina Sitt-Möbius erarbeitet wurde.

Noch ist der Film nicht ganz fertig. Alle, die darin mitarbeiten, sind zuversichtlich, dass sie es rechtzeitig schaffen. Gezeigt wird das Ergebnis am Freitag, 4. Mai, um 19.30 Uhr, im Weilheimer Stadttheater als Vorfilm des Stummfilms „Der Märtyrer seines Herzens“. Die 1918 entstandene Biographie über Beethoven begleitet der Starpianist und Initiator der „Pollinger Tage für Alte und Neue Musik“ Professor Gerold Huber live mit einem selbst geschriebenen Arrangement. Der Eintritt für diesen Abend ist frei, es gibt jedoch Platzkarten, die im Sekretariat 2 des Gymnasiums, in der Buchhandlung „Lesbar“ und an der Abendkasse erhältlich sind.

Von Ursula Gnadl

Auch interessant

Meistgelesen

39-jähriger Weilheimer sorgte am Dienstagmorgen für Aufregung
39-jähriger Weilheimer sorgte am Dienstagmorgen für Aufregung
Leonhardiritt Forst 2018
Leonhardiritt Forst 2018
Circa 800 Besucher verfolgen in der Stadthalle Sondersitzung zur Entlastungsstraße
Circa 800 Besucher verfolgen in der Stadthalle Sondersitzung zur Entlastungsstraße
Zünftige Übergabe
Zünftige Übergabe

Kommentare