Kreisboten-Serie: 100 Tage im Amt

Pollings Bürgermeister Martin Pape erzählt wofür er dankbar ist

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Pollings Bürgermeister Martin Pape.

Polling – Inzwischen ist es gut 100 Tage her, dass Martin Pape (CSU) in Polling das Bürgermeisteramt übernommen hat. Seine Eindrücke und Erfahrungen schildert er im Interview mit dem Weilheimer Kreisboten.

Wie hat sich Corona auf Ihre ersten 100 Tage im Bürgermeisteramt ausgewirkt?

Pape: „Corona war und ist eine große Herausforderung für die Gemeinde und ihre BürgerInnen. Als Vertreter im Amt habe ich die Amtsgeschäfte bereits am 1. April übernommen und musste die Schließung der Verwaltung für den Publikumsverkehr durchführen. Zeitweise konnte man so nur noch mit vorheriger Terminabsprache ins Rathaus kommen. Heute können zum Glück aber wieder alle unkompliziert und auch spontan das Rathaus und unsere Verwaltung besuchen. Nach der Lockerung merkte man deutlich, wie wichtig der persönliche Kontakt für viele Menschen zu ‚ihrer‘ Gemeinde ist. Die Menschen in unserer Gemeinde haben sich auch wie schon bei früheren Herausforderungen gegenseitig unterstützt und so dazu beigetragen, dass wir Corona bisher gut überstanden haben. Dafür bin ich dankbar!“

Welche der von Ihnen im Wahlkampf als vorrangig herausgestellten Projekte haben Sie bereits in Angriff genommen?

Pape: „Als erstes habe ich die Bürgersprechstunden in allen drei Ortsteilen wieder eingeführt und ich freue mich, wie gut diese angenommen werden. Außerdem hat die Aufarbeitung der anstehenden Großprojekte begonnen, darunter der Hochwasserschutz, der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Etting und die Planung zur Erweiterung der Kindertagesstätte. Darüber hinaus konnten kurzfristig auch wieder alle freien Stellen im Rathaus besetzt und so unser Rathausteam vervollständigt werden. Gemeinsam als gemeindliche Verwaltung, deren Verantwortung ich trage, mit einem entsprechend respektvollen Umgang untereinander, bieten wir eine Gemeinde als Dienstleister für die Bürger.“

Decken sich Ihre Erwartungen an das Bürgermeisteramt mit den bisher gewonnenen Erfahrungen?

Pape: „Dank meiner 18-jährigen Tätigkeit als zweiter Bürgermeister decken sich die bisher gesammelten Erfahrungen in vielen Bereichen mit meinen Erwartungen. Ich muss aber zugeben, dass ich von manchem auch überrascht war. Das Bürgermeisteramt macht mir aber seit dem ersten Tag trotz der vielen Aufgaben/Arbeit sehr viel Spaß und besonders die Zusammenarbeit mit der Verwaltung, dem Gemeinderat und den Bürgern bereitet mir viel Freude!“

Welche Themen stehen beim Blick in die nahe Zukunft ganz oben auf Ihrer To-do-Liste?

Pape: „Aktuell stehen in der Gemeinde sehr viele Themen an, zum Beispiel die Umsetzung des Hochwasserschutzes, Verbesserung des öffentlichen Personen-Nah-Verkehrs, deutliche Reduzierung der Wasserverluste im öffentlichen Wasserversorgungsnetz, Baubeginn der Geh- und Radwegbrücke über die Ammer, Abschluss des Gewerbegebietes Achalaich und vieles mehr. Die Aufgaben bleiben vielfältig und die Herausforderungen groß, aber gemeinsam als Gemeinde werden wir das alles erfolgreich umsetzen!“

Viele Kommunen befürchten in Zukunft deutlich geringere Steuereinnahmen. Trifft das auch auf Ihre Gemeinde zu? Wenn ja, welche Konsequenzen werden Sie daraus ziehen?

Pape: „Das trifft leider auch auf unsere Gemeinde zu, aber nicht so stark, wie auf andere Kommunen. In der Gemeinde Polling haben wir stets auf eine breit gestreute Wertschöpfung in der Region gesetzt. Diesen Weg müssen wir fortsetzen, mit einer sanften Entwicklung im Baulandbereich für Wohnen und Gewerbe, um die Infrastruktur der Gemeinde nicht zu stark zu beanspruchen. Nach dem Prinzip ‚Leben, Wohnen und Arbeiten im Dorf‘ müssen wir auch weiter bezahlbaren Wohnraum zum Mieten oder Kaufen schaffen. Und auch wenn in unsicheren Zeiten Ausgaben doppelt geprüft werden, wollen wir Vereine, Unternehmen und Bürger weiter unterstützen. Gerade in einer Krise brauchen Menschen Sicherheit und die Gemeinde kann diese aufgrund der guten finanziellen Situation bieten.“

Unterscheidet sich Ihr Führungsstil von dem Ihrer Vorgängerin und…

Pape: „Diese Antwort möchte ich den Bürgern sowie den Mitarbeitern der Verwaltung, Kindertagesstätte, Mittagsbetreuung, des Bauhofs und allen für die Gemeinde Tätigen überlassen. Es zählt für mich das Wir und nicht das Ich.“

…was möchten Sie ihrer Bürgerschaft besonders ans Herz legen?

Pape: „Meine Tür steht für alle Bürger offen. Wenn Sie mit mir sprechen möchten oder Ideen und Anregungen haben, wie wir unsere Gemeinde noch schöner machen können, sprechen Sie mich gerne direkt an. Bleiben Sie bitte gesund und genießen Sie das Leben in Polling, Etting und Oderding!“
Von Maria Hofstetter
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