Elektroakustisches Klangspektakel

Portmanteau Labs gastiert in der Westtorhalle Murnau

Konstellationen der Werkschau Works
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Die Konstellationen der Werkschau Works laden nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum genaueren Betrachten ein.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Es läutet und klingt, es klopft und ringt, es bebt und poltert. Licht blitzt, flackert und blinkt. Das Künstler- und Musikerduo Christian Taison Heiss und Greulix Schrank alias Portmanteau Labs liefert mit Works eine Werkschau der besonderen Art in der Westtorhalle. Akustische Licht- und Raumkonstellationen, die binnen einer Stunde den Betrachter und Lauscher sinnlich erfreuen, aber durchaus auch fordern können.

Dreimal in der Woche, mehrmals am Tag, ist die Werkschau zu erleben. Zu sehen – und zu hören – sind dann Objekte, welche die Musiker, Künstler und Theatermacher Greulix Schrank und Christian Taison Heiss für Theaterstücke, Installationen, Ausstellungen und Performances geschaffen haben.

Wer die Westtorhalle betritt, bekommt anfangs wenige Minuten, um sich im Hellen ein Bild von den Objekten zu machen, von Musikrobotern, hinter denen mehr steckt als funktionierende Technik. Beim disassemble ensemble tummeln sich Flakgeschütz-Ersatzteilkisten aus den Siebzigern, aus denen schon bald Töne erklingen und nicht allein von Vergangenem erzählen, sondern auch Gedanken zu Gegenwärtigem einleiten, die ihre Funktion verloren haben, aber nicht gänzlich, die eine neue Funktion erhalten, aber nicht gänzlich. Nicht weit davon entfernt beansprucht Nautilus viel Raum. Die Maschine entstammt der multimedialen Theaterinszenierung von „20 000 Meilen unter den Meeren“ nach Jules Verne. Dutzende Aktuatoren, ein pneumatisches Schlagzeug, Xylophone und Glockenspiele, Orgeln, Percussions und ein Klavier warten darauf, gehört zu werden.

Nur zwei von mehreren Maschinen, die nach wenigen Minuten in Dunkelheit tauchen. Dann geht es los, das Spektakel, rund eine Stunde, inklusive Brotzeitpause. Der Betrachter gerät in ein Spiel, einen Strudel aus Lichtern, Klängen, Stimmen, weiß nicht so recht, wohin mit Ohren und Augen. Wasser plätschert und tröpfelt in der Liquids Installation.

An einer Wand kritzelt der Krakler auf eine Leinwand, „er zeigt uns, was es heut‘ zu essen gibt“, sagt Greulix Schrank. „Kosinussalat“, verraten die Filzstiftlinien. Dann geht Nautilus lautstark, lichtgewaltig ans Werk – und der Brustkorb des Besuchers gerät ins Beben.

Sicherlich, die Objekte haben alle eine Geschichte, doch wer in der Werkschau auf die Suche nach einem tieferen Sinn hinter dem Ganzen geht, der wird vielleicht fündig werden, vielleicht aber auch nicht. Es gibt nichts zu erklären, und eigentlich auch nichts zu verstehen. Es geht ums Erleben. Und im besten Falle kehrt der Besucher danach mit einem wonnigen, und ja, einem unbeschreiblichen Gefühl wieder ans Tageslicht zurück.

Weitere Informationen zu Portmanteau Labs und den einzelnen Musik-Maschinen gibt es auf der Website. Weitere Details zur Ausstellung (Öffnung, Reservierung), an der auch Martin Dessecker, Franziska Heiss, Yannick Grundmann und Leonhard Scheck mit Werken beteiligt sind, finden sich auf der Seite der Westtorhalle.

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