Ammer wird mit hundert Meter langem Kunstwerk gefeiert

"Blaues Band" verbindet

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Die Gesamtansicht des Blauen Bandes an der Ammer in Weilheim.

Landkreis/Weilheim – Im Rahmen eines Festaktes wurde am Samstag an der Stadthalle in Weilheim die bisher einmalige Bürgerkunstaktion des Landesbundes für Vogelschutz „Das Blaue Band – Die Ammergemeinden bandeln an“ präsentiert. Das „Blaue Band“ setzt sich aus 18 Stoffbahnen zusammen, die von 250 Bürgerinnen und Bürgern der Ammergemeinden gemeinsam mit der Künstlerin Andrea Kreipe kreativ gestaltet wurden.

Das Band symbolisiert den Lauf der Ammer, so wie die Anwohner den Fluss wahrnehmen. Bei dem Festakt kamen die Teilnehmer, die Bürgermeister und Landräte von Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau am Ammerufer zusammen, um die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit für eine naturnahe Ammerlandschaft zu demonstrieren: Sie verknüpften die einzelnen Abschnitte zu einem Großkunstwerk von hundert Meter Länge. „Alle Teilnehmer haben mit viel Begeisterung und Energie ihr Bild gemeinsam gestaltet. Mich hat sehr berührt, dies in jeder Gruppe erfahren zu dürfen“, resümiert Kreipe.

„Unser Ziel ist es, Menschen aus unterschiedlichsten Gruppen als Freunde der Ammer und ihrer Zuflüsse zu gewinnen“, berichtet Matthias Luy, Leiter der Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern des LBV. „Das Blaue Band“ ist Teil des Projekts Alpenflusslandschaften, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert wird. Wie wichtig es ist, die Bevölkerung für die letzten Wildflüsse Deutschlands zu gewinnen, betont auch der LBV Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. „Während viele Flüsse aufgestaut, kanalisiert und ihrer natürlichen Dynamik beraubt wurden, hat die Ammer in einigen Abschnitten ihren Wildflusscharakter bewahrt. Sie hat damit eine extrem wichtige Funktion im Biotopverbund und beheimatet wertvolle Lebensraumtypen sowie gefährdete oder sogar vom Aussterben bedrohte Arten.“

Dem stimmt auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß voll zu: „Die Ammer ist so artenreich wie kaum eine andere Wildflusslandschaft im Nordalpenraum. Die Ammer muss frei fließen, damit diese Vielfalt erhalten bleibt.“

„Potential für mehr Natur an der Ammer sehe ich durch die ja bereits geplanten Rückbauten der noch vorhandenen Wehren. Eine persönliche Vision wäre die Renaturierung bis zum ursprünglichen, mäandernden Verlauf der Ammer von Weilheim bis zur Mündung in den Ammersee“, so Weilheims zweiter Bürgermeister Horst Martin. „Hemmnisse für mehr Natur an der Ammer sind vor allem der zwingend notwendige Hochwasserschutz und natürlich die Interessen der Landwirtschaft.“

„Die Ammer ist für mich persönlich eines unserer Sahnestücke in unserem Naherholungsbereich“, beschreibt Peitings Bürgermeister Michael Asam seine Sicht auf den Fluss.

Von Kreisbote

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