Prävention und Einzelfallhilfe – Jugendsozialarbeit: Projektbeirat legt künftige Schwerpunkte fest

Der Projektbeirat traf sich in Schongau (v. li.): Georg Wernthaler (Brücke Oberland e.V.), Rainer Strick (Amt für Jugend und Familie), Gabriele Schirmeister (Fachkraft Jugendsozialarbeit Berufsschule Weilheim), Thomas Schütz (Schulleiter Berufliches Schulzentrum Schongau), Nuran Keller (Fachkraft Jugendsozialarbeit Berufliches Schulzentrum Schongau), Robert Ernst (Teamleiter Agentur für Arbeit), Rudolf Roßmann (Mitarbeiter der Schulleitung BS Schongau), Heinz Geiger (Schulpsychologe), Thilo Braun (Pädagogische Leitung für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz), Klaus Hofbauer (Geschäftsführer IHK Weilheim). Foto: Privat

Von

KREISBOTE; Schongau – An den Berufsschulen in Weilheim und Schongau können sich Schüler, aber auch Lehrer, Eltern und Ausbilder seit Herbst 2010 bei persönlichen, schulischen und betrieblichen Problemen Unterstützung durch eine Jugendsozialarbeiterin holen. Der Projektbeirat hat sich bei seiner ersten Sitzung im Berufsschulzentrum Schongau über die Erfahrungen der beiden Sozialpädagoginnen informiert und zukünftige Schwerpunkte der Jugendsozialarbeit (JaS) an den Berufsschulen im Landkreis festgelegt. Überraschenderweise standen mit 41 Prozent der beratenen Schüler in Schongau und 58 Prozent in Weilheim in beiden Berufsschulen familiäre Probleme an erster Stelle der Beratungsanlässe. Weitere wichtige Gründe waren schulische Leistungsprobleme und Konflikte mit Mitschülern und Lehrern, wie Gabriele Schirmeister, Jugendsozialarbeiterin an der Berufsschule Weilheim, und ihre neue Schongauer Kollegin Nuran Keller berichten konnten. Im Mittelpunkt der Arbeit der beiden Sozialpädagoginnen stand mit großem Abstand die Einzelfallhilfe. Daneben wurden an beiden Schulen unterschiedliche Präventionsprojekte zu Themen wie Sucht, Internet und soziale Kompetenz durchgeführt. Ein weiteres wichtiges Thema habe bisher auch die Betreuung der berufsschulpflichtigen arbeitslosen Jugendlichen dargestellt. Durch die Einrichtung einer aus Mitteln des europäischen Sozialfonds geförderten Kompetenzagentur sei es jedoch gelungen, die Betreuung der arbeitslosen Jugendlichen im Landkreis deutlich zu verbessern, berichtete Georg Wernthaler vom Trägerverein Brücke Oberland. Der Projektbeirat war sich einig, die dadurch frei werdenden Kapazitäten in den Bereich abbruch- gefährdete Auszubildende zu investieren. In über 90 Prozent der Ausbildungsabbrüche werden im Vorfeld des Abbruchs weder durch den Auszubildenden, noch durch den Betrieb Beratungsangebote wahrgenommen. Ziel ist es nun, die Beratungsmöglichkeiten durch die Jugendsozialarbeit an den Berufsschulen bei Auszubildenden, Eltern und Ausbildungsbetrieben bekannt zu machen. Im Rahmen ihrer Beratung soll vor allem auf die vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten durch die Agentur für Arbeit und das Jugendamt hingewiesen und Unterstützung bei der Vermittlung dieser Hilfen geleistet werden. „Wenn es uns über diesen Weg tatsächlich gelingt, frühzeitig Hilfen für Betriebe und Auszubildende zu organisieren, halte ich es langfristig für möglich, die Hälfte aller Ausbildungsabbrüche zu vermeiden“, so Wernthaler. Die Jugendsozialarbeiterinnen werden beginnen, dieses Beratungsangebot für abbruchgefährdete Auszubildende bekannt zu machen. Unterstützung hierfür wurde auch von den Projektbeiratsmitgliedern Klaus Hofbauer, Industrie- und Handelskammer, Robert Ernst, Agentur für Arbeit, und Thomas Schütz, Leiter des Berufsschulzentrums Schongau, signalisiert.

Meistgelesen

Interesse ungebrochen
Interesse ungebrochen
"Dienende Plattform" für Helferkreise
"Dienende Plattform" für Helferkreise
Existenz von Imkerei bedroht
Existenz von Imkerei bedroht
Verbundlösungen gehört die Zukunft
Verbundlösungen gehört die Zukunft

Kommentare