Allianz will den Wert dieses arbeitsfreien Tages bewusst machen

Pressegespräch Allianz für den freien Sonntag

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Pfarrer Corvin Wellner, Betriebsseelsorger Andreas Kohl und KAB-Referentin Petra Reiter (v. li.) setzen sich für einen arbeitsfreien Sonntag ein.

Weilheim – „41 Prozent der Deutschen können im Urlaub nicht richtig entspannen“, zitierte Petra Reiter, Referentin der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), eine YouGov Studie von 2018. Anlass dazu war ein Pressegespräch der Allianz für den Freien Sonntag Weilheim-Oberland, das kürzlich im Regionalzentrum St. Anna stattfand.

Die Allianz für den freien Sonntag ist ein gewerkschaftlich-kirchliches Bündnis. Vertreten wird sie durch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die KAB, die Katholische Betriebsseelsorge sowie durch den kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (kda). Diese Allianz ist aktuell bayernweit in 52 Kommunen aktiv und setzt sich dort für den Wert des arbeitsfreien Sonntags ein.

Laut Reiter sei dazu jetzt in den Ferien der richtige Zeitpunkt, denn anstatt der „einen großen Entspannung im Urlaub“ entgegenzufiebern, sollten die Menschen lieber die kleineren Auszeiten schätzen. Ein Anliegen der Allianz ist es deshalb, das fehlende Sonntagsbewusstsein in der Bevölkerung wieder herzustellen. Des Weiteren solle es laut der Allianz einen Tag geben, an dem alle frei haben: „Der Sonntag ist dazu da, Zeit zu haben“, betonte Andreas Kohl, Betriebsseelsorger der KAB. Die Gewerkschaften beobachten außerdem, dass viele Arbeitnehmer sonntags arbeiten, um durch Sonn- und Feiertagszuschläge mehr Geld zu verdienen. Hinzu kommt, dass kleinere Geschäfte nicht mit den großen Vertrieben und dem Onlinehandel mithalten können. „Innenstädte verlieren ihre Einzelhändler und werden austauschbar“, so Kohl weiter.

Außerdem wird die Allianz bei Sonntagsöffnungen genauer hinschauen. Die Rechtsprechung gibt vor: Um sonntags geöffnet haben zu dürfen, braucht es zum einen eine Veranstaltung als Anlass und zum anderen einen engen räumlichen Bezug zwischen der Veranstaltung und den Geschäften. Diese aktuelle Rechtslage sei laut Kohl den Aufsichtsbehörden oft nicht bekannt. Aus diesem Grund führt die Allianz immer wieder Aktionen durch. Unter anderem klärten sie mehrere Kommunen darüber in einem Brief auf.

Von Laura Balser

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