Professionell bleiben – Kammerorchester Weilheim stellt neuen Leiter und Dirigenten vor

Der neue Leiter und Dirigent des Weilheimer Kammerorchesters Vasja Legiša (2.v.li) mit Stephanie Schlickum, Schriftführerin (li.), Vorstand Michaela Schmid (2.v.re.) und dem stellvertretenden Vorstand Arthur Wilm (re.). Foto: Stangl

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VERONOKA STANGL; Weilheim – Weil die Cousine Pianistin ist, begann Vasja Legiša mit fünf Jahren Klavier zu lernen. Warum mit neun dann das Cello interessant wurde, daran kann sich der Musiker selbst nicht mehr erinnern. Es war eben so, vielleicht war auch die ein oder andere Aura daran beteiligt, wie er schmunzelnd spekuliert. Seinem ersten Lehrer in Triest, einem Cellisten an der Scala in Mailand, hat er es zu verdanken, dass er weiter lernen durfte, denn dieser setzte sich bei den Eltern für den jungen Cellisten ein. Seinen Berufswunsch des Musikers musste er trotzdem immer wieder verteidigen, galt er doch in der Gesellschaft als brotlose Kunst. Nun ist Legiša in Weilheim gelandet. Er wurde im Sommer 2010 Cellolehrer an der Städtischen Musikschule und bestach beim Probedirigat als Nachfolger für die aus dem Amt der Leiterin des Kammerorchesters geschiedene Margarethe Härtl. Zwischen dem Beginn als junger Cellist in Triest – Legiša ist Italiener mit slowenischen Wurzeln - und der Ankunft in Weilheim liegt eine beachtliche musikalische Laufbahn. Der neue Leiter des Kammerorchesters legte mit 19 Jahren das Diplom am Staatlichen Konservatorium in Rovigo ab. Darauf folgte ein Studium an der Fondazione Levi in Venedig beim berühmten Cellisten Franco Rossi, der ihn, wie er feststellt, durch „die alte Weise, das Cello zu spielen“ maßgeblich beeinflusste. Die Konzertreifeprüfung legte Legiša in Zürich am Konservatorium Winterthur ab und examinierte an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf. Nach Weiterbildungen in Tel Aviv, Siena und Kronberg gründete er 2003 in seiner Heimatstadt das Orchester des Festivals Cello&Music. Er konzertierte international und konzentrierte sich auf die pädagogische Tätigkeit als Musiker. „Der Beruf des Musiklehrers ist in Deutschland leider nicht besonders hoch angesehen, dabei leisten vor allem Musikschulen wichtige erste Schritte bei der Ausbildung von Musikern“, betont Legiša und verweist auf seine Zeit als Lehrer und Dozent in Hamburg und auf Sizilien. Nach Weilheim hat es ihn zufällig verschlagen, die Nähe zu München erschien ihm attraktiv. Legiša wird neben der Orchester- leitung das ständige Dirigat übernehmen und knüpft an den professionellen Weg, den Härtl beschritten hat, nahtlos an. Dabei geht es ihm in erster Linie um die Musik, das Musikmachen, die Freude daran. „Die Klassische Musik muss endlich von ihrem Elfenbeinturm herabsteigen und die Aura des Besonderen ablegen, kann sie doch die Menschen, wie kaum eine Musikrichtung, so direkt berühren“, schwärmt Legiša und macht Lust auf ein ereignisreiches Kammerorchesterjahr 2011 in Weilheim.

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