Ehrenamtliche Helfer präsentieren in der Mittelschule Weilheim das Projekt "Ein Dollar Brille"

Wie eine Brille die Welt verändern kann

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Jo Neunert (li.) erklärt den Schülern, wie eine „Ein Dollar Brille“ gebaut wird. 

Weilheim – Wenn die Buchstaben in einem Artikel unscharf werden und beim Blick in die Ferne die Augen weiter zugekniffen werden müssen, dann ist für viele klar: Ich brauche eine Brille. Was in den westlichen Ländern längst zum ganz normalen Alltag gehört, ist in vielen Entwicklungsländern noch ein echtes Problem. Dort kann schon eine einfache Brille darüber entscheiden, den Schulabschluss zu schaffen oder nicht, wie eine Reportage auf Stern TV vor Kurzem berichtete.

Martin Aufmuth aus Tennenlohe in Franken hat sich dieses Problemes angenommen und die „Ein Dollar Brille“ ins Leben gerufen. Vergangenen Dienstag besuchten zwei ehrenamtliche Mitarbeiter des Vereins Ein Dollar Brille e. V. die Mittelschule Weilheim, um den SchülerInnen der fünften Klassen dieses Projekt vorzustellen. Initiiert wurde die Veranstaltung von Elena Schowalter, Lehrerin an der Mittelschule: „Mir liegt viel an diesem Projekt und an der Weiterverbreitung der Idee der ‚Ein Dollar Brille‘.“ Da die Schüler im Fach „Natur und Technik“ gerade Themen rund ums Auge, um Fehlsichtigkeit und wie diese korrigiert werden kann, behandeln, passe diese Veranstaltung gut in den Unterricht, so Schowalter.

„Meine eigene Brille haben Leute aus Malawi gemacht“, begann Jo Neunert (Ein Dollar Brille e. V.) seinen Vortrag, der auf das Problem in den Entwicklungsländern aufmerksam machte: „Viele Menschen sehen schlecht, haben aber keine Chance, an eine Brille zu kommen, da sie oftmals sehr teuer sind.“ Mit Hilfe einer Brillenbiegemaschine sollen die Menschen in den Entwicklungsländern Brillen selbst herstellen und verkaufen. Dadurch werden vor Ort langfristig Arbeitsplätze geschaffen, so Schowalter. Ehrenamtliche HelferInnen gehen dazu in die Länder, um die Idee zu verbreiten.

Das Prinzip ist simpel. Wie Neunert den Schülern praktisch aufzeigte, wird mit Hilfe der Brillenbiegemaschine ein einfacher Federstahldraht in die richtige Form gebogen, mit einer Handbiegevorrichtung ebenso die Rundungen für die Brillenfassungen. Mit einem einzigen Handgriff werden die Gläser aus Polycarbonat in den Rahmen geklemmt. Zur Verschönerung können Perlen oder Schrumpfschläuche in verschiedenen Farben angebracht werden. Fertig ist die „Ein Dollar Brille“. Aber woher hat die Brille ihren Namen? Das liegt daran, dass die Materialkosten bei rund einem Dollar liegen, so Neunert. Für durchschnittlich zehn Euro werden die Brillen dann verkauft, hieß es in der Reportage.

Bevor eine solche Sehhilfe gebaut werden kann, muss zuerst ein Sehtest durchgeführt werden. Auch die Schüler konnten so einen Test ausprobieren. Wie in der Reportage erklärt wurde, arbeiten 350 Menschen weltweit für das Brillenprojekt. 50 000 Leute konnten schon mit Brillen versorgt werden, um sich ein besseres Leben zu ermöglichen.

Wer sich für dieses Projekt interessiert und spenden möchte erfährt mehr darüber unter www.eindollarbrille.de.

Von Maria Lindner

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