Mittendrin ein Miteinander

Projekt für Seniorenarbeit in Sparkassenimmobilie

Screenshot Harald Mansi
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„Die Gemeinde will das Projekt, es ist wichtig“: Harald Mansi über das Vorhaben MiA, das in der leerstehenden Räumlichkeit der Sparkasse Oberland umgesetzt werden soll.
  • VonAntonia Reindl
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Wielenbach – Viel Zeit bleibt ihm nicht, in einer halben Stunde steht die Gemeinderatssitzung an. Doch das Zeitmanagement von Wielenbachs Bürgermeister Harald Mansi ist perfekt, als er in der jüngsten als Zoom-Meeting gestalteten Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel (LAG AL-P) das Projekt MiA – Miteinander im Alter vorstellt, das in der ehemaligen Räumlichkeit der Sparkasse Oberland realisiert werden soll.

Eigentlich soll der Punkt erst am Ende der öffentlichen Sitzung behandelt werden, weil es Mansi aber pressiert, die Gemeinderatssitzung steht in 30 Minuten auf dem Plan, darf der Wielenbacher Rathauschef sein Anliegen gleich zu Beginn der Sitzung des LAG AL-P vortragen, begleitet von einer mehrseitigen PowerPoint-Präsentation. In seiner kleinen Gemeinde, die rund 3 200 Einwohner zähle, gebe es kaum Angebote für Ältere, berichtet Mansi. Auch Begegnungen halten sich in Grenzen, denn die Infrastruktur sei so gestaltet, „dass man sich nicht unbedingt übern Weg läuft“, berichtet der Bürgermeister. Im Rahmen des Projektes MiA – Miteinander im Alter will man das nun ändern, Senioren Unterstützung in verschiedenen Bereichen geben, mitten im Dorf, dauerhaft. Träger des Projektes soll Wielenbach sein. Und als Träger muss man auch eine Räumlichkeit bereitstellen. Gefunden ist eine solche schon, die „Sparkasse Oberland, die steht wie so viele Immobilien im Dorfkern leer“, sagt Mansi.

Was genau in dem Raum passieren soll, dafür brauche es nicht sonderlich viel Kreativität meint Mansi und verweist auf bewährte Angebote in der Seniorenarbeit, auf Spielenachmittage und Filmabende, auf Kaffeerunden und Stammtische oder auch auf Singstunden. Hervorheben möchte der Rathauschef aber das Angebot „Heute esse ich nicht allein“, das sich an all die Menschen richtet, „die sonst die ganze Woche alleine Essen müssen“. Die Zielgruppe sei zwar im Alter von 65 plus, jedoch will der Bürgermeister eine generationsübergreifende Ausrichtung des Projektes nicht ausschließen.

Momentan misst der angedachte Raum rund 80 Quadratmeter, nach dem geplanten Umbau werden es nur noch circa 60 Quadratmeter für rund 30 Personen sein. Eine Küchenzeile fehle noch, ebenso ein behindertengerechtes WC, so Mansi. Der Eingang sei bereits barrierefrei, jedoch könnten noch Automatiktüren eingebaut werden. Keine Pläne für ein Luftschloss, denn die Räumlichkeit steht tatsächlich zum Verkauf. Man habe sie reserviert, berichtet der Bürgermeister. Der Kaufpreis belaufe sich auf 150 000 Euro, „wir fahren hier relativ günstig“, glaubt Mansi, zumal der Kauf auch noch gefördert werden würde. Selbstredend kommen da noch ein paar mehr Kosten auf die Gemeinde zu, EDV-Ausstattung, Mobiliar, Spiele. Und auch laufende Kosten, etwa für Manpower in den Bereichen Reinigung, Koordination und Hauswirtschaft. Die Gesamtkosten werden sich auf gut 192 000 Euro belaufen, wobei der Eigenanteil der Gemeinde bei rund 125 000 liegen werde, weiß Mansi, der dann noch zahlreiche Vorteile des Projektes in verschiedenen Lebensbereichen aufzählt. Man würde das Leben in der Dorfgemeinschaft stärken, die Lebensqualität verbessern und eine leerstehende Immobilie nutzen, zählt der Wielenbacher etwa auf.

Ein Projekt, das Andrea Jochner-Weiß gefällt. Sie lächelt, als Mansi seinen Vortrag, sich für die Aufmerksamkeit bedankend, abschließt. „Ich find’s unglaublich super“, sagt die Landrätin, die die Räumlichkeit „kenne, wie meine Westentasche“. Das geht vermutlich auch den meisten Wielenbachern so. Umso sinniger scheint es, die Menschen, die im gesellschaftlichen Leben ins Abseits zu geraten drohen, an jenen bekannten Ort im Zentrum zu bringen.

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