Protest zu Papier gebracht – Neue Parkgebühren: In Geschäften 2580 Unterschriften gesammelt

Geschäfts- und kundenfeindlich finden die Einzelhändler um Christian Schreitt (li.) die neuen Parkgebühren und überreichten Bürgermeister Markus Loth Protestlisten. F.: Hofstetter

Ihrem Protest gegen die neuen Parkgebühren verliehen Geschäftsleute aus der Innenstadt bei einer Vorsprache im Rathaus Nachdruck. Christian Schreitt überbrachte Bürgermeister Mar- kus Loth im Gefolge einiger Kollegen 2 580 Unterschriften.

„Wir sind strikt gegen die seit 1. Januar 2011 erhöhten Parkgebühren/Parkzeiten in Weilheims Innenstadt und Tiefgarage“, steht auf den Listen, die in den Geschäften der Innenstadt eineinhalb Wochen ausgelegt waren. Die Kunden machten in der kurzen Zeit rege Gebrauch davon, wie sich an der Zahl ihrer Unterschriften zeigte. Bevor sich der Hauptausschuss am Mitwoch erneut des Themas annahm, verschafften ein paar Einzelhändler im Rathaus ihrem Ärger Luft. „Die Verdoppelung der Parkgebühren ist kontraproduktiv“, erzürnte sich Gabriele Jaser. Nach den Beobachtungen der Geschäftsfrau sind jetzt deutlich weniger Besucher auf dem Marienplatz und in der Fußgängerzone unterwegs. Dass „die im Umkreis höchsten Parkgebühren die Innenstadt unattraktiv machen“, befürchtet Schreitt. Für „grenzwertig“ hält er die derzeitige Gebührenpflicht bis 20 Uhr. Mit verärgerter Kundschaft hat es auch Fini Kraut in ihrem Blumenladen an der Pöltnerstraße zu tun. „Weilheim zieht an – an den Preisen“, setzte Hannelore Seidl-Wenng von der IG Obere Stadt mit ihrer Kritik noch eins drauf. Wegen der „negativen Stimmung“ fordert Rainer Instinsky die Stadt zum Handeln auf. „Die Änderung muss schnell kommen“, plädiert der Betreiber eines Weinladens an der Pöltnerstraße. Mit 20-minütiger Verspätung kam Loth aus einer Besprechung und bat die Gewerbetreibenden in den kleinen Rathaussaal. Der Bürgermeister zeigte sich zu Kompromissen bereit (siehe Berichte Titelseite und Seite 2), schloss aber eine Rückkehr zur alten Gebührenregelung definitiv aus. Die Stadt habe bei der Innenstadtsanierung „viele Millionen Euro in die Hand genommen, ohne von den Anliegern Beiträge zu kassieren“, betonte Loth und verwies auf die ursprüngliche Intention: „Wir wollten mit den Parkgebühren die Verkehrsströme lenken.“ Davon würden auch die Geschäfte profitieren. Wegen der angespannten Finanzlage – in der Tiefgarage am Altstadtcenter fällt jährlich ein Defizit von 170 000 Euro an – forderte Loth von den Einzelhändlern „Solidarität gegenüber der Stadt“ ein. Die Geschäfte könnten ihren Kunden die Parkgebühren zurückerstatten. Das sei schwierig, weil diese oft mehrere Läden besuchen, warf Kraut ein. Als der Bürgermeister auf die Lösungsvorschläge der Verwaltung einging, hellten sich die Mienen der anwesenden Geschäftsleute wieder auf. „Mit den Kompromissen können wir leben“, zeigte sich Schreitt erleichtert.

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