Straßensperre am Weißbach in Fischen wegen der Strebs

Bürger gehen auf die Barrikaden

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Bürger aus Fischen und Pähl gingen am Weißbach symbolisch auf die Barrikaden. Sie protestierten wieder einmal gegen die von der Gemeinde geplante „fiktive Ersterschließung“ und gegen die angebliche Gesprächsverweigerung des Bürgermeisters.

Fischen-Pähl – Für die Bergstraßler in Pähl ist wohl „der Kas bissn“ könnte man zynisch sagen. All ihre Protestaktionen gegen die „Erst“-Erschließung der Bergstraßen brachten nichts. Wie Bürgermeister Werner Grünbauer dem Kreisboten mitteilte, wurde der Ausbau der Bergstraßen jetzt an die Huglfinger Firma Strohmaier vergeben. Die Auftragssumme liegt bei 280 000 Euro und damit 120 000 Euro unter den veranschlagten Kosten. Für die Weißbachstraße in Fischen ist die Gemeinde wohl noch nicht soweit.

Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, organisierte die Bürgerinitiative „Gegen Strebs in Pähl und Fischen“ kürzlich eine Straßenbarrikade am unteren Teil des Weißbaches. Symbolisch dafür, dass die Fischener Bürger auf die Barrikaden gehen und sich gegen die teure Erschließung ihrer Straße wehren. Auf einem historischen Feuerwehr-Pumpenwagen, vor einer alten Kanone und „bewaffnet“ mit Sensen, Dreschschlegeln und Heugabeln hielten rund einhundert „aufständische“ Bürger die „Rote Karte“ in Richtung Pähler Rathaus. Viele untermauerten ihren Protest mit T-Shirts mit der Aufschrift „Strebs Nein Danke“. Die angemeldete Aktion fand unter den Augen der Polizei statt, die die Straße Am Weißbach für eine Viertelstunde sperrte.

Zeit genug laut Mitinitiator Dr. Torsten Blaich, gegen „die Gesprächsverweigerung des Bürgermeisters“ medienwirksam zu protestieren. Zu einem Eklat diesbezüglich war es bei der jüngsten Bürgerversammlung in Pähl bekommen. Bürgermeister Grünbauer verbat sich Fragen zum Thema Straßenerschließung, worauf die betroffenen Anlieger aus Pähl und Fischen den Saal verließen. „Wir finden das selbstherrliche Verhalten des Bürgermeisters unerträglich“, schrieb daraufhin Mitinitiator Dieter Wirsich in einer Presseerklärung.

Er und seine Mitstreiter sehen die Ersterschließungsmaßnahmen als „gesetzlich fragwürdig, sozial unangemessen und existenziell bedrohlich“. Bei dem von der Gemeinde angedachten Bauvorhaben handle es sich um eine sogenannte „Fiktive Ersterschließung“. Die Straße Am Weißbach sei seit Jahrzehnten voll funktionstüchtig. Die Kommune aber wolle ein gesetzliches Schlupfloch nutzen, um kurz vor der Verjährung noch teure Sanierungsarbeiten zu Lasten der Bürger durchführen zu lassen. „Bei einer Uraltstraße von einer Ersterschließung zu sprechen ist widersinnig. Denn es wird ja mit den geplanten Baumaßnahmen gar nichts erstmalig erschlossen“, ärgerte sich Blaich. „Und uns auf einer Bürgerversammlung Redeverbot zu erteilen, erinnert an das tiefste Mittelalter und ist eines Bürgermeisters unwürdig.“

Nach Ansicht der Anlieger versuche die Gemeinde und federführend der Bürgermeister, einen nicht mehr abrechnungsfähigen Straßenausbau „Strabs“ als Erschließung „Strebs“ zu deklarieren. Ein Manöver, das es erlaube, die Kosten auf die Anlieger umzulegen.

Von Dieter Roettig

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