Bei erstem Regionalmarkt auf Gut Dietlhofen – 27 heimische Anbieter präsentieren Produkte

Lokal statt global mit "Puregio"

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Laden zum ersten Regionalmarkt ein (v.li.): Susanne Lengger, Geschäftsführerin Tourismusverband Pfaffenwinkel; Judith Dangel, stellvertretende Leiterin Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung Landratsamt Weilheim-Schongau; Andrea Jochner-Weiß, Landrätin; Florian Ortanderl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Hochschule München; Jutta Liebmann, Amt für Standortförderung, Kultur und Tourismus Stadt Weilheim und Gusti Kuhn, Verwaltung Gut Dietlhofen Peter Maffay Stiftung Betriebs GmbH.

Weilheim –Erdbeeren aus Afrika, Tomaten aus den Niederlanden oder Honig aus Neuseeland – ein Blick in den Supermarkt zeigt, aus wie vielen Ländern täglich weltweit Lebensmittel hin- und hergeschifft werden. Dies ist nicht nur aus ökologischer Sicht bedenklich, auch immer mehr Verbraucher wollen genauer wissen, woher zum Beispiel Obst und Gemüse kommen und unter welchen Bedingungen Milch, Käse und Fleisch hergestellt wurden.

Beim ersten Marktwochenende „Puregio“ auf Gut Dietlhofen soll den Landkreisbürgern deshalb die Vielzahl der regionalen Produzenten und Anbieter vorgestellt werden.

Lokal statt global – am Freitag, 28. und Samstag, 29. Juni, lädt der Landkreis Weilheim-Schongau zum Probieren, Einkaufen, Entdecken und Mitmachen ein.

Organisiert wird der zweitägige Markt vom Landkreis Weilheim-Schongau in Kooperation mit der Standortförderung der Stadt Weilheim, der Hochschule München, dem Tourismusverband Pfaffenwinkel und der Gut Dietlhofen Peter Maffay Stiftungs GmbH, wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei einem Pressegespräch erklärte. Die Idee ist im Rahmen des Interreg-geförderten Projekts „AlpFoodway“ aus dem Alpine Space Programm entstanden, woran mitunter die Tourismus Fakultät der Hochschule München beteiligt ist. Konkret geht es dabei um das immaterielle Kulturerbe der Lebensmittel im Alpenraum, die für die dortige Bevölkerung eine stark identitätsstiftende Bedeutung haben. „Im Fokus steht dabei Altbewährtes, was bei uns im Alpenvorland vorherrscht, wie zum Beispiel besondere Herstellungsverfahren, Handwerkstechniken oder die Bedeutung von Lebensmitteln in Bräuchen“, so Jochner-Weiß. Bayernweit gibt es drei solcher Pilotprojekte – im Landkreis Weilheim-Schongau ist eines davon.

Wie Judith Dangel von der Kreisentwicklung/Wirtschaftsförderung am Landratsamt und Leiterin des Projekts erklärte, fiel im Oktober 2017 der Startschuss für das Pilotprojekt. Nach einer Bestandsaufnahme und einem Workshop im Mai 2018 mit Multiplikatoren im Landkreis, wie AELF, Unser Land oder Gartenwinkel-Pfaffenwinkel, entstand dann die Idee eines Regionalmarkts. Zum einen sollen dadurch Anbieter untereinander besser vernetzt und zum anderen regionale Erzeugnisse aus dem Landkreis stärker sichtbar gemacht werden. „Seit gut vier Monaten sind wir nun mit der Organisation des Marktes beschäftigt“, so Dangel. Dazu gehören die Erstellung eines umfangreichen Sicherheitskonzepts, die Koordination der Aussteller oder die landkreisweite Bewerbung des Projekts.

Nicht nur im Landratsamt ist man von diesem Projekt begeistert, auch die anderen Kooperationspartner zeigen sich überzeugt. „Für die Bevölkerung ist das eine schöne Veranstaltung, um die Heimat einmal besser kennenzulernen und zu genießen“, so Jutta Liebmann vom Amt für Standortförderung, Kultur und Tourismus der Stadt Weilheim. Direktvermarktung von landwirtschaftlichen Produkten sei generell ein guter Beitrag zu mehr Umweltschutz, zur Wirtschaftsförderung und zum Standortmarketing. Gut Dietlhofen habe sich dabei als geeigneter Veranstaltungsort erwiesen.

Gusti Kuhn von der Gut Dietlhofen Peter Maffay Stiftung Betriebs GmbH ist begeistert: „Wir finden es sehr gut, dass diese Puregio-Messe stattfindet, damit man dem Endverbraucher zeigen kann, wo man in unserem Landkreis regionale und Bioprodukte erwerben kann.“ Gut Dietlhofen ist schon seit 1970 ein Bio-Betrieb.

Die regionale Identität noch besser über regionale Produkte sichtbar zu machen und diese touristisch besser inwertzusetzen, ist auch das Ziel, das der Tourismusverband Pfaffenwinkel verfolgt, wie die Geschäftsführerin Susanne Lengger betonte. „Gerade wenn man in den Urlaub fährt, will man doch das essen, was es in der jeweiligen Region gibt“, so Lengger, „ wir wollen mehr Identität und Vernetzung schaffen.“ Neben dem Markt soll den Anbietern bei einem Vernetzungsworkshop die Möglichkeit gegeben werden, sich auszutauschen und gemeinsam Ideen zu entwickeln.

Der Regionalmarkt

Für diesen haben sich insgesamt 27 Anbieter gemeldet, die im Außenbereich des Gutes ihre Lebensmittel zum Verkauf und zur Verkostung anbieten werden. Daneben können die Besucher auch an einer Imkereiführung mit Honigschleudern teilnehmen oder eine Lupinenkaffeeröstung erleben. Kinder können bei einem Apfel-Memory mitmachen und sich – je nach Wetter – auf einer Strohhüpfburg vergnügen.

Im Rahmen eines nichtöffentlichen Teils am Freitagvormittag können sich die Produzenten bei einem Kennenlern-Workshop erst einmal vernetzen, ehe der Markt um 15 Uhr durch die Landrätin eröffnet wird und für die Öffentlichkeit bis um 19 Uhr zur Verfügung steht. Am Samstag, 29. Juni, beginnt der Markt bereits um 11 und geht bis 16 Uhr. Im Nachhinein treffen sich die Veranstalter noch einmal, um über den Verlauf des Marktes zu sprechen und um zu prüfen, ob dieser auch weiteres Potential bietet. Die Landrätin ist sich da aber jetzt schon sicher: „Da kann sich was ganz Tolles entwickeln.“

Mehr Informationen zu dem Markt sowie eine Übersicht zu den Ausstellern gibt es unter www.weilheim-schongau.de/aktuelles/veranstaltungen/regionalmarkt-puregio/.

Von Maria Lindner

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