Förderverein zieht erste Bilanz – Zeller: "Kein Handlungsbedarf"

Halbzeit fürs Radom

+
Am 22. August informieren Vertreter der Radom Raisting GmbH und die „Pfaffenwinkler Kulturführer“ bei einem Pressegespräch im Radom über zukünftige Planungen.

Raisting – Der Förderverein des Industriedenkmals Radom Raisting e.V. zieht nach zwölf von 21 Wochenenden Besucherbetrieb eine erste Bilanz. 22 der 130 Mitglieder stemmen ehrenamtlich das Projekt Radom.

Sie organisieren die Anmeldungen, sitzen an der Kasse und führen die Besucher durch die Erdfunkstelle. Der Förderverein hat nun einige Anliegen. Landrat Dr. Friedrich Zeller ist aber mit der jetzigen Situation zufrieden und sieht keinen weiteren Handlungsbedarf. 

Bisher kamen laut Verein 900 Besucher aus Deutschland und dem Ausland. „Ihre Begeisterung und das Interesse sind groß... Wir sammeln Erfahrungen über die Leistungsfähigkeit des Vereins und Ideen, wie sich die Bedeutung des Denkmals, seine Technik und Geschichte am besten präsentieren lassen“, so der Verein in einer Pressemeldung. Die Besucherzahl könnte deutlich gesteigert werden. 

Landrat Dr. Friedrich Zeller sieht dafür keinen Bedarf. „Pro Woche sind 35 Leute am Samstag und Sonntag da, das reicht.“

Das Radom sei ein Magnet für Touristen zwischen Neuschwanstein, Wies und Buchheim-Museum, heißt es seitens des Vereins. Auch Schulen, Institute, Firmen und Universitäten zeigten großes Interesse, so dass das Radom auch unter der Woche geöffnet werden sollte. Zeller findet, dass es vollkommen reiche, wenn Gruppen und Schulen beim Verein eine Führung buchen. „Das ist ein flexibles Angebot“, sagte er auf Anfrage des Kreisboten. 

Wie der Verein berichtet, fragen viele Besucher nach einer Ausstellung oder originalen Geräten. „Unsere Experten könnten ihre Führungen mit Hilfe von Exponaten und Satellitenmodellen noch anschaulicher gestalten“, meinte Dr. Sabine Vetter, Vorsitzende des Fördervereins. Auch hier hat der Landrat eine andere Ansicht. „Das Radom ist ein sogenanntes ,Nur Denkmal’. Es ist ein Merkmal, so wie es da steht. Wer in ein Technikmuseum möchte, soll woanders hin.“ 

Besucher würden den Eintrittspreis von sieben Euro kritisieren, da es ja keine Ausstellung gibt, sagt der Verein. Dieser Betrag ist dem Verein vom Landratsamt vorgegeben und wird dorthin auch überwiesen. Gerne würde der Verein den Eingangsbereich attraktiver gestalten.

Werbung zur Öffnung des Denkmals gab es diese Saison kaum, momentan erlaube das Landratsamt nur maximal 200 Besucher pro Woche. Grund ist die zu geringe Kapazität der sanitären Anlagen. Der Verein hätte eine simple Idee: „Das Problem ließe sich durch Dixis oder Abpumpen ändern.“ Zeller möchte aber nicht, dass das Radom einer „Baustelle gleicht“. Das Abpumpen der Biokläranlage gehe auch nicht, meint Zeller. 

Bis zum 6. Oktober setzt der Förderverein das Öffnungsexperiment fort, organisiert unter den derzeitigen Bedingungen aber keine weitere Saison.

Am 8. September ist Tag des offenen Denkmals. Das Motto lautet „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ „Das Radom ist zwar alles andere als jenseits, aber unbequem für einige auf jeden Fall. Da jedoch die Sanierung aus Steuergeldern und Fördertöpfen finanziert wurde, muss man nun etwas Sinnvolles planen“, fordert der Verein. 

Wer sich das Radom in Raisting ansehen und eine Führung haben möchte, kann sich an den Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting e.V., Tel. 08803/9008360, wenden.

Meistgelesen

Weilheimer Gesundheitstag
Weilheimer Gesundheitstag
Musikalisch durch die KultUHRnacht
Musikalisch durch die KultUHRnacht
Fällaktion in Murnau
Fällaktion in Murnau
Kleiner Käfer, großer Schaden
Kleiner Käfer, großer Schaden

Kommentare