Die neue Hülle entsteht

Radom in Raisting soll im Sommer wieder Ummantelung erhalten

Industriedenkmal Radom Raisting ohne Hülle.
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Das Industriedenkmal Radom Raisting bekommt nun wieder seine schützende Hülle, die vor rund einem Jahr durch Sturm Bianca zerstört wurde.

Raisting – Ein Sturm zerstörte die Hülle des Radoms im Februar 2020. Seitdem steht die Antenne ohne Hülle da. Das soll sich bald ändern.

Stärker soll sie sein, die neue Ummantelung, die dem Baudenkmal seine gewohnte Optik verpassen und den Schutz der Antenne gewährleisten wird. 30 Prozent mehr Windlast als die alte Hülle soll die Traglufthalle aushalten, damit es bei den durch den Klimawandel immer stärker werdenden Wetterereignissen nicht nochmal zu solch einem Schaden wie im letzten Jahr kommen kann. Um die Qualität und auch einen angemessenen Preis zu gewährleisten, wurden in den letzten Monaten Angebote zahlreicher Unternehmen eingeholt.

René Jakob, Geschäftsführer der landkreiseigenen Radom Raisting GmbH, berichtete in der jüngsten Kreisausschusssitzung Positives über den Stand der Planungen. Drei Bewerber wurden kürzlich zum Bietergespräch geladen. Viele verschiedene Details seien bei der Vergabe der Aufträge zu beachten gewesen: hohe Anforderungen an das Material beispielsweise ebenso wie die Reißfestigkeit der Nähte. Letztendlich fiel die Wahl auf eine Hybridkonstruktion mit einer Mischung aus vertikalem und diagonalem Bahnverlauf auf der Kuppel, durch die der Wind besser abgeleitet werden soll.

Auch zur Montage gab es verschiedene Ideen und deutliche Kostenunterschiede bei den Aspiranten. Letztendlich setzte sich ein Konzept durch, bei dem der Luftschlauch mit einem 700-Tonnen-Kran von oben an den Bestimmungsort gehoben wird. Am 1. April wurde nun der Auftrag erteilt. „Es wird ein internationales Produkt“, sagte Jakob mit Blick auf die verschiedenen beteiligten Firmen. Die Membran wird in der Nähe von Graz produziert, zur Konfektion wird sie nach Istanbul gebracht. Die Ausführende Firma des gesamten Projekts ist die ITF GmbH aus Raubling, die im Bereich „Textiles Bauen“ viel internationale Erfahrung mitbringt; die Planung des Tragwerks übernehmen Ingenieure aus Radolfzell am Bodensee, Dekra in Stuttgart übernimmt die Prüfung des Materials. Auf der Baustelle kümmert sich ein Unternehmen aus Forstinning um den Baukran und eines aus Argenbühl im Allgäu um die Mastentechnik,

Der Zeitplan ist straff. Derzeit wird die Hülle bereits gefertigt; mehrere Qualitätskontrollen sind in jedem weiteren Schritt eingeplant. Anfang Juli soll die Hülle dann bereit zur Montage sein. „Dann muss das Wetter passen“, hofft Jakob, dass im Sommer das Radom wieder mit Mantel dasteht. Die Kosten, die mit 594 952 Euro veranschlagt sind, werden komplett von der Versicherung übernommen.

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