Am Pfingstsonntag kamen circa 70 Technikinteressierte – Förderverein betreut den Besucherbetrieb

Radom sonntags wieder geöffnet

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Im Inneren des Radoms steht die 35 Meter hohe Antenne 1. Jetzt können Besucher sie sonntags wieder besichtigen.

Raisting – Eine gute Nachricht gibt es an dieser Stelle für alle, die eine Besichtigung des Industriedenkmals in Raisting auf ihrer To-do-Liste haben: Das Radom steht den Besuchern ab sofort und bis einschließlich 3. September jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr offen.

Kurz vor Pfingsten haben die Radom Raisting GmbH des Landkreises und der Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting e.V. nach langen Verhandlungen eine Vereinbarung getroffen. Laut Vereinsvorsitzender Dr. Sabine Vetter werden die Besucher von „Experten, Zeitzeugen, ehemaligen Technikern und Ingenieuren der Erdfunkstelle“, allesamt Mitglieder des Fördervereins, betreut. Sie erfahren Details über die Geschichte und Technik des Satellitenfunks sowie über die aktuelle Arbeit der anderen großen Antennen an der Raistinger Erdfunkstelle. Das Wissen soll den Besuchern leicht verständlich und unterhaltsam vermittelt werden.

Wie GmbH-Geschäftsführer René Jakob auf Nachfrage erklärte, bieten die Pfaffenwinkler Kulturführerinnen Edith Brey, Elisabeth Welz und Maria Sporer nach Terminabsprache auch während der Woche Gruppenführungen an.

Mit dem Radom begann die globale Kommunikation via Satellitenfunk vor über 50 Jahren. Unter der riesigen weißen Traglufthülle steht die älteste Antenne, sie hat einen Durchmesser von 25 Metern. Die Besucher betreten das Innere durch eine Luftschleuse. Außerhalb des Gebäudes geben mehrere Schautafeln Einblick in die Technik, Geschichte und Energieversorgung der Anlage, deren Eigentümer der Landkreis ist. Die weltweite Übertragung der ersten Mondlandung 1969 wäre ohne die Erdfunkstelle in Raisting nicht möglich gewesen.

Für Erhaltung, Sanierung und Betrieb von Antenne 1 der ehemaligen Erdfunkstelle ist die Radom Raisting GmbH zuständig, eine 100-prozentige Tochter des Landkreises. Einen Museumsbetrieb mit Exponaten in der Traglufthalle, wie ihn der Förderverein verfolgt und seine Unterstützung angeboten hat, hält Jakob baurechtlich und finanziell für nicht realisierbar. Für ein Museum wären Brandschutzauflagen mit „exorbitanten Kosten“ zu erfüllen und für die Exponate müsste ein hoher konservatorischer Aufwand, wie für die Raumklimatisierung, betrieben werden. Die Einnahmen, so Jakob, „würden das niemals decken“.

Von Maria Hofstetter

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