Geschäftsführer berichtet Räten im Kreistag über aktuelle Lage des Radoms Raisting

Ein Denkmal des Landkreises

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Das weltweite Übertragen der ersten Mondlandung1969 wäre ohne die Erdfunkstelle in Raisting nicht möglich gewesen. Zum 50-jährigen Jubiläum ist heuer eine Sonderausstellung geplant.

Raisting – „Wir leben da, wo andere Menschen Urlaub machen.“

Diesen Satz benutzen Kommunalpolitiker nur allzu gerne, wenn sie über die hiesige Region sprechen. Der Gründe dafür sind unter anderem die Nähe zu den Bergen und der bayerischen Landeshauptstadt sowie die unumstritten schönen Ausflugsziele, die hier geboten werden. Eines von ihnen ist das Radom Raisting, welches 2009 den Status eines Denkmals von herausragender nationaler Bedeutung erhielt. Einen Überblick über die heutige Lage und wie alles begann, gab der Geschäftsführer der Radom Raisting GmbH René Jakob in der letzten Kreistagssitzung. Der Startschuss sei 2009 gefallen, als der Kreistag mit 14 Gegenstimmen die Sanierung des Radoms abgesegnet hat. Die Generalsanierung wurde dann von 2010 bis 2012 vorgenommen. Diese konnte nicht nur fristgerecht, sondern auch deutlich günstiger als im ursprünglichen Sanierungsgutachten (3,6 Mio. Euro) abgeschlossen werden. Letztendlich betrugen die Gesamtkosten circa 2,25 Mio. Euro.

Was die momentanen Betriebsausgaben angeht, fallen die für Personal und Energie, mit jeweils 25 Prozent, am meisten ins Gewicht. Durch das Energiekonzept konnten die Gesamtenergiekosten seit 2008 um etwa 100 000 Euro reduziert werden. Inzwischen liegen sie im Durchschnitt bei 35 000 Euro pro Jahr. Insgesamt würden jährlich durchschnittlich 130 000 Euro an Betriebskosten auflaufen, so Jakob. Etwa 5 000 bis 8 000 Euro gibt es durch Eintritte und Mieteinnahmen. Der Rest wird durch einen Zuschuss des Landkreises ausgeglichen.

Nach umfangreichen Verhandlungen kann das Radom seit Juni 2017 wieder an den Wochenenden von Pfingsten bis zum zweiten Sonntag im September (jeweils Sonntag 14 bis 17 Uhr) besucht werden. Somit können Gäste auch ohne Voranmeldung vorbeikommen. Zusätzlich ist das Radom im Juli während des SpaceCinemas und am Tag des offenen Denkmals geöffnet.

Seit 2018 betreuen die Pfaffenwinkler Kulturführerinnen sowohl die Gruppenführungen als auch die Sonntagsöffnungen. Auf sie könne man sich zu 100 Prozent verlassen, lobte Jakob die Zusammenarbeit. 2017 wurden die Sonntage zwischen Pfingsten und September noch durch den Förderverein Industriedenkmal Radom Raisting e.V. abgedeckt. Diese Änderung sei notwendig geworden, da sich der Förderverein im Mai 2018 durch eine Kündigung aus dem Besucherbetrieb zurückgezogen habe.

Insgesamt wurden im Radom seit 2013 12 459 Besucher gezählt (Stand November 2018). 2018 dürfte die Anzahl bei etwa 2 400 Interessierten liegen. 53 Prozent davon waren Gruppenbesucher, 25 Prozent Einzelbesucher und 22 Prozent können Veranstaltungen zugeordnet werden. Was das Alter angeht, waren 83 Prozent Erwachsene, 13 Prozent Familien und vier Prozent Kinder. Am höchsten frequentiert (54 Prozent) ist das Radom zwischen 14 und 15 Uhr.

Was die Zukunft angeht, ist mitunter eine Verbesserung der Liquidität geplant. Dies sollte durch den Wirtschaftsplan und entsprechende Beschlüsse des Kreistags machbar sein, sagte Jakob. Risiken sieht er in Schwankungen beim Energiebedarf, der Preisentwicklung bei den Primärenenergieträgern und dem Ausfall technischer Anlagen. Zudem gäbe es zwischen dem Landkreis und dem Förderverein unterschiedliche Vorstellungen, was die grundsätzliche Ausrichtung des laufenden Betriebs des Radoms angeht.

Eine Sonderausstellung ist im Radom heuer anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Mondlandung (20./21. Juli 1969) geplant. Das Radom Raisting spielte insbesondere bei der Fernseh-Live-Übertragung eine wesentliche Rolle. Zudem soll die Außendarstellung verbessert werden. Dazu sollen externe Profis hinzugezogen und die Internetseite überarbeitet werden.

Auch das Konzept zur Wegeführung und Beschilderung soll neu aufgestellt werden. Dabei wird das Radom dem Radwegekonzept des Landkreises angeschlossen. Auch Bildungseinrichtungen sollen in Zukunft verstärkt und gezielt angesprochen werden.

Das sagt der Förderverein

Dr. Sabine Vetter, erste Vorsitzende des Fördervereins Industriedenkmal Radom Raisting e.V., gab auf Nachfrage des Kreisbotens an, dass der Förderverein nicht selbst gekündigt habe. Der Verein hätte gegenüber Jakob lediglich deutlich gemacht, dass er unter den bestehenden Bedingungen nicht weiterarbeiten könne. Ein Streitpunkt sei gewesen, dass der Verein die Führungen, welche bei ihm angefragt wurden, nicht selbst durchführen konnte. Letztendlich hätten sie eine Kündigung vom Landratsamt erhalten, so Vetter. Keine Kritik äußerte die erste Vorsitzende an Landrätin Andrea Jochner-Weiß, da sie sich bemühe, einen gemeinsamen Konsens zu finden.

Was die Ausrichtung des Radoms anbelangt, würde der Verein gerne schrittweise eine Ausstellung mit 45 denkmalgeschützten Exponaten einführen, die sich bereits im Radom befinden. Das wäre für den Landkreis ein „Null-Euro-Konzept“, sagte Vetter.

Von Sofia Wiethaler

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