Zwischen Originalität und Inszenierung

Radom Raisting GmbH feilt an künftiger Nutzung des Industriedenkmals

Radom Gebäude vor dem Sturm
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Das Radom in Raisting vor dem Sturm
  • VonAntonia Reindl
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Raisting – René Jakob, Geschäftsführer der Radom Raisting GmbH, präsentiert in der jüngsten als Zoom-Meeting gestalteten Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel (LAG AL-P) den Bericht zur Machbarkeitsstudie und blickt dabei mit viel Enthusiasmus auf das, was an und in dem Industriedenkmal in Zukunft passieren könnte. Was auf jeden Fall passieren soll und schon im Gange ist: die Digitalisierung historischer Bildaufnahmen.

Gerade sei man dabei, die Hülle zu sanieren, und den Fördermittelgebern Bericht zu erstatten, sagt der Geschäftsführer der Radom Raisting GmbH. Die GmbH ist eine gemeinnützige und befasst sich mit der Erhaltung und dem Betrieb des Denkmals aus den Sechzigerjahren. Man könne eine ansehnliche Frauenquote vorweisen, wie Jakob grinsend hinweist. 80 Prozent des Teams seien Frauen, so der Geschäftsführer. Um Gender-Themen soll es nun aber nicht gehen, als die Mitglieder des LAG AL-P seinem Vortrag lauschen. Jakob präsentiert den Bericht zur Machbarkeitsstudie 2020/2021, in welcher die künftige Ausrichtung und das Potential des Radoms sowie die Umsetzbarkeit eines Konzeptes zur multimedialen Inszenierung untersucht wurden. Der Geschäftsführer geht zunächst auf relevante Fragen ein, welche sich stellten, etwa, was das Denkmal aus- und attraktiv mache. „Da haben mal Menschen gearbeitet“, betont Jakob und blickt dann auf das, was „drumherum“ sei. In einem Umkreis von 30 Kilometern finde man ein Kupfermuseum, ein Bergwerk und ein Kraftwerk. Und auch mit den Stärken und Schwächen des Standortes habe man sich beschäftigt. Man habe sich außerdem Einzelthemen angenommen, darunter die Übertragung der Mondlandung und der Olympischen Spiele 1972 sowie Aspekte wie Natur, Regionalität und Tourismus.

Dann wirft Jakob einen Blick auf die Inszenierung des Industriedenkmals. Einen Teil des Radoms wolle man „so gut wie gar nicht anfassen“, so der Geschäftsführer, darunter die Öffnung der Antenne. Ein Viertel soll Original sein, Dreiviertel Inszenierung, so der Plan. „Die Antenne möchten wir behalten“, betont Jakob, der sich vorstellen kann, hier mittels einer Laserprojektion aufzuzeigen, wie sich Funkwellen bewegen. In der Fahrzeugschleuse könnte eine Wand genutzt werden, um die Entwicklung der Technik aufzuzeigen, wobei auch die Gemeinde Raisting dargestellt werden soll. „Da brauchen wir Bilder, Inhalt“, verrät Jakob. Gleich drei mögliche Betriebskonzept-Varianten mit gesteigerter Attraktivität sowie zunehmenden Einnahmen präsentiert der Geschäftsführer. Bei Variante eins, der Basic-Variante, ist ein Anbau mit einer Größe von 250 Quadratmetern geplant, mit Foyer, WC, Garderobe, Café, Gruppenraum und Ausstellungsfläche. Mit ungefähr 25 000 Besuchern per anno würde man da rechnen, wobei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf 75 Minuten geschätzt wird. Eine Nummer größer ist Variante zwei, mit einem mehr als doppelt so großen Anbau, der zusätzlich einen erweiterten Gastrobereich, eine größere Ausstellungsfläche beziehungsweise eine Wechselausstellung und auch ein Shop-Areal für Regionales vorzeigen kann. Geschätzte 35 000 Besucher pro Jahr würden sich vermutlich jeweils rund eineinhalb Stunden im Radom aufhalten. Noch einmal 10 000 Besucher mehr erwartet man bei Variante drei, mit einem rund 700 Quadratmeter großen Anbau, all dem was Variante zwei bietet, jedoch mit einer größeren Wechselausstellung sowie einem Vortragsraum. Die geschätzte durchschnittliche Aufenthaltsdauer: zwei Stunden.

Weg von den Varianten, hin zur Projektvorstellung wendet sich Jakob am Ende seines Vortrags. Neben dem Radom habe man „einen Schatz geborgen“, sagt der Geschäftsführer und meint damit Bildmaterial, welches viele Facetten des Denkmals belichtet. In einer Präsentation zeigt Jakob ein paar Bilder, Aufnahmen von der Baustelle, von Geräten und Arbeitenden, in Schwarz-Weiß, Sepia und auch Farbe. „Die Bilder sind schön“, findet der Geschäftsführer. Das Material möchte man nun sichten, reinigen, sichern, systematisieren und digitalisieren, um es später einmal zugänglich zu machen. Und man möchte nach weiterem Bildmaterial Ausschau halten, was Recherchearbeit und weitere Erfassungen bedeutet. Die Bilder können schließlich eine „breite Basis für künftige Projekte bilden“, glaubt der Geschäftsführer. Was weiteres Material anbelangt, so setzt man auch auf das Engagement aus der Bevölkerung, schließlich wolle man auch Geschichte aus dem Dorf zeigen. Jakob jedenfalls ist gespannt darauf, „wer noch was hat, wer sich einbringen möchte“. Zu den Kosten möchte er aber noch nichts sagen, das Konzept müsse noch besprochen und konkretisiert werden, sagt Jakob.

„Wie immer zackig-knackig vorgetragen“, kommentiert Landrätin Andrea Jochner-Weiß Jakobs Worte. Ihr liege das Radom am Herzen, es sei ein „Wahrzeichen von Oberbayern“, sagt sie und bedauert, dass dieses derzeit „leider bissl nackig rumsteht“. Gespannt und erwartungsvoll blickt Jochner-Weiß nun aber auf die künftige Nutzung des Radoms, das „auch gelebt werden soll“, findet die Landrätin.

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