Sonderausstellung in Raisting erinnert an die erste Mondlandung vor 50 Jahren

Ohne Radom keine Übertragung vom Mond

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Die Ausstellung „50 Jahre Mondlandung“ im Radom Raisting wurde eröffnet von Geschäftsführer René Jakob, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bürgermeister Martin Höck (v.li.). Die gewaltige Größe des Industriedenkmals sieht man an den Besuchern re. hinten, die auf die nächste Führung warten.

Raisting – Am 21. Juli ist es genau 50 Jahre her, dass die US-Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin als erste Menschen den Mond betraten. Millionen konnten nur dank „Antenne 1“ im Radom der Erdfunkstelle Raisting dieses epochale Ereignis live im Fernsehen verfolgen. Anlässlich dieses Jubiläums wurde im Radom die Sonderausstellung „50 Jahre Mondlandung“ installiert, die bis 15. September läuft.

Zur Eröffnung im Industriedenkmal konnte René Jakob, der Geschäftsführer der Radom Raisting GmbH, zahlreiche Gäste begrüßen, darunter Landrätin Andrea Jochner-Weiß als „Hausherrin“, Bürgermeister Martin Höck und den Grünen-Landtagsabgeordneten Andreas Krahl.

Sie wurden nach dem Passieren der Luftschleuse fachkundig durch die Ausstellung geführt, die sich im Inneren des Sockels der 290 Tonnen schweren Parabolantenne mit 25 Metern Durchmesser befindet. Im begehbaren Panorama erfährt der Besucher auf großen Schautafeln die Geschichte der Raumfahrt, der Apollo-Missionen und natürlich der spektakulären Mondlandung. Auf Großbildschirmen werden Video-Dokumente von damals gezeigt, und es sind auch Modelle der Saturn-Trägerrakete ausgestellt. Die Bild- und Videodokumente wurden größtenteils von der NASA zur Verfügung gestellt.

Die Sonderausstellung ist in die bestehenden Besucher- und Gruppenführungen durch das Radom eingebunden und bleibt bis zum 15. September jeweils sonntags geöffnet. Die Führungen finden um 13.30, 14.30 und 15.30 Uhr statt und werden von der Radom Raisting GmbH und von den Pfaffenwinkler Kulturführern betreut. Eine Reservierung über die Webseite www.radom-raisting.bayern ist zu empfehlen.

Das Radom – ein Kunstwort aus Radar und Dom – wurde Anfang der 1960-er Jahre von der Deutschen Bundespost erbaut und begann 1965 mit dem kommerziellen Telefonverkehr. Der Standort in der „Raistinger Wanne“ erwies sich als ideal, weil die Lage verhältnismäßig hohe Elevationswinkel für geostationäre Satelliten gewährleistet und zudem die Entfernung von den Alpen eine optimale Südausrichtung der Antenne erlaubte.

Während der 20-jährigen Betriebszeit des Radoms gab es eine Reihe von spektakulären Höhepunkten in den Anfängen der Telekommunikation via Satellit bei der Übertragung von Sprache, Bildern und Schrift.

Erstmals konnten via Satellit Ereignisse wie die erste Mondlandung oder die Olympiade in Tokio live in europäische Wohnzimmer übertragen werden. Sogar die Verbindung des berühmten „Roten Telefons“ zwischen Moskau und Washington wurde über das Raistinger Radom hergestellt. Es war ein unverzichtbares Glied der transkontinentalen Nachrichtenübermittlung.

Die rasend schnelle Weiterentwicklung der Kommunikationstechnik sorgte im Jahre 1985 für die Einstellung der kommerziellen Nutzung des Radoms. Während rundherum technisch zeitgemäße Antennen gebaut wurden, wurde lange über das Schicksal des stillgelegten Radoms diskutiert. Dabei war auch von Rückbau und Abriss die Rede, bis engagierte Bürger und Fans schließlich einen Förderverein gründeten und für die Restaurierung und den Fortbestand des Radoms als Industriedenkmal und Museum kämpften.

Mit Erfolg, wie sich gezeigt hat. In den Jahren 2010 bis 2012 wurde das Raistinger Radom generalsaniert (wir berichteten). Es bekam eine neue Traglufthülle und steht seitdem den interessierten Besuchern aus aller Welt für geführte Besichtigungen offen.

Wie auch jetzt mit der zusätzlichen Sonderausstellung „50 Jahre Mondlandung“, die bis zum 15. September jeweils sonntags geöffnet ist.

Von Dieter Roettig

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