Die Geschichte des Industrie-Denkmals in Bildern

Radom im Heimatmuseum

+
V.li.: Herbert Krebs, langjähriger Leiter der Erdfunkstelle, Technik- und Touristik-Führer Hermann Martin, Bürgermeister Martin Höck und Museumsleiter Albert Tafertshofer.

Raisting – Radom und Raisting gehören zusammen wie Weißwurst und Brezn. Da wurde es jetzt höchste Zeit, dass das weltweit einzigartige Industrie-Denkmal auch im örtlichen Heimatmuseum seine Würdigung findet.

Im alten Pfarrhof von 1745 in der Herrenstraße 13 gibt es neben Kramerladen, Schulraum oder Arztpraxis von anno dazumal ab sofort „auf halber Treppe“ eine kleine Radom-Ausstellung.

Dipl.-Ing. Hermann Martin, zuständig für Technik- und Touristik-Führungen in der Erdfunkstelle, hat eine informative Schautafel zusammengestellt, die Aufbau, technische Einrichtung, Funktionsweise und heutige Nutzung des Radoms erklärt. Der Bogen geht von der Einweihung durch Postminister Richard Stücklen im November 1963 bis zum 50-jährigen Jubiläum der Mondlandung, die dank dem Radom live in die europäischen Wohnzimmer übertragen werden konnte.

Die rasend schnelle Weiterentwicklung der Kommunikationstechnik sorgte 1985 für die Einstellung der kommerziellen Nutzung des Radoms. Während rundherum technisch zeitgemäße Antennen aufgestellt wurden, hat man lange über das Schicksal des stillgelegten Radoms diskutiert. Dabei war auch von Rückbau und Abriss die Rede, bis engagierte Bürger einen Förderverein gründeten und für die Restaurierung und den Fortbestand des Radoms als Industriedenkmal und Museum kämpften. Mit Erfolg, wie sich gezeigt hat. Von 2010 bis 2012 wurde das Radom generalsaniert und bekam eine neue Traglufthülle.

Im Radom-Eckerl im Heimatmuseum können Originalabschnitte der alten Hülle aus Dacron-Gewebe und der neuen aus PVC-beschichteten Polyestergewebe haptisch gefühlt werden. Interessante Informationen dazu gibt es natürlich auch. So wog die alte Hülle 16 Tonnen und kostete 1,1 Millionen D-Mark. Die neue Hülle mit zehn Tonnen Gewicht war 0,95 Millionen Euro teuer und soll 20 Jahre halten. Über Lautsprecher erfahren die Besucher Reportagen und Originaltöne der Mondlandung, der UFA-Wochenschau oder der Satelliten Telstar und Early Bird.

Bei der Eröffnung der Radom-Ausstellung waren Dr. Sabine Vetter und Albert Schencking vom Förderverein, Museumsleiter Albert Tafertshofer, Bürgermeister Martin Höck und Dipl.-Ing. Herbert Krebs, lange Jahre Leiter der Erdfunkstelle Raisting, dabei.

Von Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Entlastungsstraße Weilheim: Großer Redebedarf bei fünftem Themenabend
Entlastungsstraße Weilheim: Großer Redebedarf bei fünftem Themenabend
Gewinnen Sie einen Erlebnisaufenthalt im Europa-Park für die ganze Familie
Gewinnen Sie einen Erlebnisaufenthalt im Europa-Park für die ganze Familie
Solarpotenzialkataster für Weilheim-Schongau geht ab 2. Dezember online
Solarpotenzialkataster für Weilheim-Schongau geht ab 2. Dezember online
Gerold Grimm geht nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand
Gerold Grimm geht nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand

Kommentare