Radom wird saniert – Projekt kostet rund drei Mio. Euro – 14 Gegenstimmen im Kreistagsgremium

Die Würfel sind gefallen: Das Raistinger Radom wird saniert. Dies beschloss der Kreistag mit 14 Gegenstimmen in seiner Sitzung in Pähl. Die Kosten für die Instandsetzung des Industriedenkmals, das später ein Museum beherbergen soll, belaufen sich auf geschätzt rund drei Millionen Euro.

Der Landkreis steuert für das Vorhaben höchstens 600000 Euro bei. 200000 Euro sind ein fixer Zuschuss. Die restlichen 400000 Euro stellen eine Ausfallgarantie dar, die ausschließlich zur Zwischenfinanzierung sowie zur Abdeckung von Unwägbarkeiten hergenommen werden sollen. Kreiskämmerer Heinz-Günther Hetterich, der auch Geschäftsführer der Radom GmbH ist, schlüsselte den Finanzierungsplan auf. Demnach soll das Geld für die Sanierung aus verschiedenen Töpfen fließen. Allerdings fehlen noch knapp 500000 Euro. Nahezu alle Redner betonten, dass sie grundsätzlich für die Sanierung seien. Doch einige hatten Magenschmerzen, was die Finanzierung betrifft. „Das Konzept stellt sich für uns als nicht schlüssig dar“, erklärte Wolfgang Taffertshofer (BfL). Als der Landkreis das Radom übernahm, habe es geheißen, dass das Projekt den Kreis-Haushalt nicht belasten werde. „Überregionale Stellen müssen die entsprechenden Mittel bereitstellen, wenn das Radom schon ein Denkmal von nationaler Bedeutung ist“, unterstrich Taffertshofer. Nach Ansicht von Hans Geisenberger (Unabhängige/ ödp) hat der Landkreis das Vorhaben nicht im Kreuz. Der Sachsenrieder fand, dass der Freistaat Bayern der richtige Träger wäre – „nicht wir als kleines Baugeschäft mit drei Mitarbeitern“. Landrat Dr. Friedrich Zeller (SPD) widersprach: Das sei „ein witziges Bild, trifft aber nicht zu“. Die Landkreis-Verwaltung sei durchaus in der Lage Sonder-Immobilien zu managen. Marcus Reichenberg (Grüne) erklärte, dass er sich anstatt des Industriedenkmals eine grüne Wiese vorstellen könne. „Die energetische Sanierung der Kreis-Gebäude ist wichtiger als der Erhalt des Radoms“, fand der Weilheimer. Für CSU-Vertreter und für Kreisheimatpfleger Klaus Gast war hingegen klar: „Spätere Generationen würden uns nicht verzeihen, wenn wir das Radom einfallen lassen würden.“ Der Kreis sei Eigentümer. „Wir müssen dieser Verantwortung gerecht werden.“ Die Christsozialen stimmten alle für die Sanierung. Landrat Zeller wollte nicht ausschließen, dass das Denkmal in 50 Jahren zum Weltkulturerbe zählen wird. Die Restaurierung soll in zwei Bauabschnitten erfolgen. Für 2010 sind die Bestandssicherung und Erneuerung der Traglufthülle vorgesehen. Der Austausch wird nach aktuellem Stand deutlich günstiger werden als gedacht. Für 2011 visiert man die Sanierung des Gebäudes und der Haustechnik an.

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